Netter Besuch aus New Orleans

In der Wiege des Jazz geht es noch immer sehr munter zu. Dies bewiesen jetzt die Palm Court Jazz All Stars, die ihr berühmtes Palm Court Café im French Quarter in New Orleans vorübergehend verlassen haben, um sich in nur wenigen Städten ihren europäischen Fans vorzustellen. Das vitale Ensemble um Bandleader und Pianist Lars Edegran und Sängerin Topsy Chapman in Bernd Albanis Reihe „Jazz Live“ im Duisburger Hof zu erleben.

Das Publikum durfte sich über die großen Hits der New-Orleans-Ära freuen, die bisher noch alle musikalischen Moden überlebt haben. Die siebenköpfige Formation, der mit Schlagzeuger Jason Marsalis sogar ein Bruder der Weltstars Wynton und Branford Marsalis angehört, und die mit Posaunist Robert Harris und Trompeter Gregg Stafford weitere jazzmusikalische Prominenz auf die Bühne bringt, eröffnete den Abend mit dem eingängigen „Bugle Boy March“. Dabei stellte sich Routinier Robert Harris auch als Solist mit erdigem Posaunen-Ton vor. Das gereifte Stammpublikum, darunter viele echte Experten des Traditional-Jazz, war sofort in seinem Element.

Gregg Stafford glänzte in „China Boy“ als vitaler Trompeten-Virtuose, und Lars Edegran präsentierte sich am Klavier mit feinem Ragtime-Piano. Jason Marsalis überzeugte mit flinkem Schlagzeug-Spiel und gutem Timing. Dann schaffte es Robert Harris als Blues-Sänger, das Publikum zum Mitklatschen zu bewegen, und Sammy Remington bewies mit einem rauchigen Solo auf dem Saxofon, dass er nicht nur ein sehr guter Klarinettist ist. Auch Kontrabassist Richard Moten durfte sich über Beifall für ein knackiges Solo freuen.

Schließlich betrat Topsy Chapman die Bühne, um sich mit „You know what it mean, Mr. New Orleans“ vorzustellen. Eine Sängerin mit gospelgetränkter Stimme, die ganz im Stil der berühmten amerikanischen Jazz-Ladies über ein feines Gespür für die Seele dieser wunderbaren alten Songs verfügt. Das begeisterte Publikum feierte eine zünftige Jazz-Party.