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Loveparade-Drama

Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet

03.08.2010 | 18:16 Uhr
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet

Duisburg.Neue Augenzeugenberichte zeigen, dass zur Zeit des Lovparade-Unglücks offenbar ein Rettungsweg existierte: Die Nebenrampe auf der Westseite des Geländes war wohl geöffnet.

Die Nebenrampe auf der Westseite des Loveparade-Geländes war wohl auch während jener Minuten geöffnet, in denen an der Hauptrampe zahlreiche Menschen den Tod fanden. Darauf lassen weitere Augenzeugenberichte schließen, die der WAZ vorliegen.

Claudia und Norbert Schneider aus Rheinhausen hatten über die Düsseldorfer Straße den Tunnel an der Karl-Lehr-Straße betreten. Es war 16.55 Uhr – und damit kurz bevor die Massenpanik an der Hauptrampe ausbrach. „Wir konnten noch ungehindert in den Tunnel und haben dort im Vorbeigehen die kleine Rampe gesehen, auf der Menschen herauf- und heruntergingen. Wir sind jedoch weiter bis zur Hälfte des Weges zwischen kleiner Rampe und Hauptrampe“, so die Schneiders.

Dort sei es aber zu voll gewesen, so dass sie die wenigen Meter bis zur Nebenrampe zurückgingen. „Das war problemlos möglich.“ 17.10 Uhr: Das Duo erreicht das Festivalgelände. „Uns hat es sehr geschockt, dass wir fast zeitgleich zum Unglückszeitpunkt völlig unversehrt aufs Gelände gekommen sind, während nur wenige Meter neben uns die Menschen starben.“

Die Frage, die sich die Schneiders nun stellen: Hätte nicht mit Hilfe von Megaphon-Durchsagen die Lage an der Hauptrampe entspannt werden können, wenn klar gewesen wäre, dass nur wenige Meter weiter zurück ein offener Alternativweg lag?

Auch Andrea Benske aus dem Dellviertel, die eine halbe Stunde zuvor den gleichen Weg wie die Schneiders gegangen war und dabei Ähnliches erlebte, hat Fragen: Warum hat niemand gezielt die ankommenden Menschen auf die offene Nebenrampe geleitet? Wer sie benutzte, tat dies per Zufall. Warum wurden die Menschen die vor der Hauptrampe feststeckten, nicht dorthin zurückgeführt? Warum wurde diese Nebenrampe auf dem Gelände nicht als Ausgang gekennzeichnet? Das hätte den Strom der Abwandernden auf der Hauptrampe, die dort den Ankommenden gegenüber standen, verringert.

Thomas Richter

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Kommentare
08.08.2010
18:58
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von wolfgang klein | #41

Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-

www.loveparade2010doku.wordpress.com

05.08.2010
14:18
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von genaugenommen | #40

Flucht und Rettungswege sind in erster Linie gedacht um Menschen möglichst schnell aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Dabei geht die Bauordnung von einer Feuer- und Verrauchungsgefahr aus. Hätte es also hier gebrannt, wäre der Rauch (anders als in geschlossenen Räumen) nach oben gestiegen. Wäre wohl keiner so schnell dran erstickt. daher kann ich die Reduzierung der Rettungswegbreiten nachvollziehen. Die Frage ist lediglich : Wieso wurden MEHR Menschen in einen Bereich gelassen als dieser aufnehmen kann. Eine zusätzliche Tür hätte hier nichts genutzt. Die tragischen Minuten ereigneten sich in einem ganz kleinen Teil des Geländes. Hier bedarf es der Lenkung von Besucherströmen und nicht zusätzlicher Wege, die im Gedränge eh keiner gesehen hätte.

04.08.2010
22:22
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von eikmeier | #39

@GegenDasVergessen

Es gibt keine Sammelklagen in Deutschland. Ich würde diese Fotos für meine Mandanten auch gut brauchen können. Von daher wäre ich für einen Hinweis dankbar.

04.08.2010
15:25
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von GegenDasVergessen | #38

Diese besagten Fotos mit Zeitangabe werden nicht weiter im Netz auftauchen. Diese werden beim Anwalt der Sammelklage landen. Ich weiß, Herr Wiebold ist einer der wenigen Reporter die offen Fragen stellen und trotzdem ist es besser diese an die richtige Stelle zu senden.

04.08.2010
08:10
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von Nichtsvertuschen | #37

@ Alle Kommentatoren hier

Ganz ehrlich? Ich bin begeistert. Ich habe mir alle Posts durchgelesen und bin begeistert, dass es hier möglich ist seine Meinung zu ändern, sachlich zu diskutieren und dies ohne billigen Populismus. Das liest man hier selten und ich wünschte mir mehr davon. Es gibt doch nicht nur Idioten.

@ GegenDasVergessen Die Bilder sind alle verschwunden? Ist nicht zu fassen. Wenn Sie nicht wissen wohin schicken Sie diese an Herrn Wieboldt (blaulichtreporter.de). Man kann zu ihm stehen wie man will, er lässt die Sache auf keinen Fall ruhen und hat Kontakte denen die Fotos sicherlich weiterhelfen können.

04.08.2010
01:56
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von eikmeier | #36

Wo gibt es denn diese Fotos? Insbesondere die mit der Zeitangabe.

04.08.2010
01:31
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von GegenDasVergessen | #35

Zur Überschrift
Natürlich war die kleine Rampe aus. Ich verweise auf
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Trampelten-Loveparade-Besucher-Sperren-nieder-id3294301.html
Bitte mal lesen,auch die Kommentare.Die Fotos(mit Zeitangabe), die aus dem Netz verschwunden sind......egal warum auch immer....habe ich auf dem Rechner. Zusätzlich habe ich diese woanders sichern können. Man weiß ja nie. Auch am unteren Ende dieser kleinen Rampe ist ein Teil mit Gittern und Folie abgesperrt.Selbstverständlich gebe ich die Fotos bei einer Sammelklage den zuständigen Rechtsanwälten.Auch ich stand auf dieser Rampe.

04.08.2010
00:56
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von eikmeier | #34

Ach ja: die angedachte Verteilung der Menschen durch die Floats ist graue Theorie. Man kann Menschenmassen nicht einfach so verteilen. Die wandern nicht stur hinter einem LKW hinterher.

Die Floats so eng an der Rampe vorbeifahren zu lassen, hat die Rampe eher verstopft als geöffnet. Auch dieser Umstand macht die Rampe als Eingang ungeeignet. Mir ist schleierhaft, dass dies niemand der Verantwortlichen erkannt haben will.

04.08.2010
00:50
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von eikmeier | #33

Zur Teilung der Besucherströme war der Tunnel viel zu eng.

Der Tunnel hätte allenfalls als Ausgang genutzt werden dürfen. Es gab weder Notausgänge noch Rettungswege. Und selbst dann hätte man durch eine entsprechende Abschrankung auf dem Veranstaltunsgelände dafür sorgen müssen, dass die erlaubte Personenzahl nicht überschritten wird.

In Dortmund wurde beispielsweise abgezäunt, um Konkurrenten beim Getränkeverkauf daran zu hindern, an die Besucher der Veranstaltung zu verkaufen.

04.08.2010
00:32
Nebenrampe bei Loveparade-Panik wohl geöffnet
von Nachdenker238238382 | #32

@eikmeier
Das Sicherheitskonzept war offensichtlich schon deshalb fehlerhaft...

Ja. Das ist eine der Ursachen für die Panik. Das Nachdrängen in den Tunnel einer der Auslöser.

Was für mich vollkommen unverständlich ist: Obwohl die Tunnel von Anfang an für Zu- und Abgang geplant waren gibt es im Tunnel keine Kanalisierung (sprich Sperren die diese Ströme auseinanderhalten).

Auch die Fahrtrichtung der Floats ist ein Auslöser des Staus im Eingangsbereich. Wenn man sich die Bilder ansieht dann ist die Brüstung der Rampe auf der rechten Seite länger, d.h. der Weg zum Mitziehen der Menschen durch die Floats ist enger als auf der gegenüberliegenden Seite. Vielleicht ist das einer der Gründe wieso die Verteilung der Menschen nicht geklappt hat.

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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