Nahverkehr: Via-Krisengipfel endet mit Einigung der Oberbürgermeister

Womöglich war es mitunter auch die Schelte der Regierungspräsidentin, die den OB’s der Städte Duisburg, Essen und Mülheim Druck gemacht hatte. Wie berichtet hatte Anne Lütkes den verschuldeten Revier-Kommunen vorgeworfen, das Potenzial beim gemeinsamen Verkehrsverbund Via nicht auszuschöpfen. Via stand sogar auf der Kippe, doch gestern gab es nach einem Krisengipfel eine überraschende Kehrtwende: Die drei Stadtspitzen sowie jeweils die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU haben sich auf eine Weiterentwicklung von Via verständigt.

Man sei sich einig, dass ein „neuerliches Bekenntnis“ zu Gründungsbeschlüssen der Städte aus dem Jahre 2009 „notwendig“ sei, hieß es gestern Abend in einer gemeinsamen Erklärung. Dabei soll der Gründungsgedanke soll wieder „klarer in den Fokus“ gerückt werden. Als Ziele waren vor sechs Jahren formuliert: die Realisierung wirtschaftlicher Verbesserungspotentiale, die städteübergreifenden Optimierung der Verkehrsleistungen insgesamt sowie der Auf- und Ausbau interkommunaler Strukturen. Wie es gestern hieß, sei damals auch die „Perspektive einer vollständigen Fusion“ genannt worden - genau das Thema, an dem sich zuletzt die Geister schieden.

„Leider ist dieses Ziel ein wenig aus dem Blick geraten“, erklärten nun die OB’s Dagmar Mühlenfeld (Mülheim), Reinhard Paß (Essen) und Sören Link (Duisburg) nahezu reumütig: „Eine Vielzahl von Akteuren in drei Städten“ hätten „mit teilweise unterschiedlichen Interessen vielleicht nicht zu jeder Zeit an dem gleichen Bild gezeichnet.“ Jetzt soll es eine unabhängige Expertise von externen Beratern und Moderatoren retten. Die drei Stadtspitzen verwehren sich aber des Eindrucks, dass es „um die Erstellung eines weiteren Gutachtens für den Schrank“ gehe. Sie haben die Via-Zukunft jetzt jedenfalls zur Chefsache erklärt. Der Prozess soll zudem von einem politischen Lenkungskreis aus den Fraktionsvorsitzenden der drei Städte begleitet werden.