Nachvermittlung bringt Duisburger Azubis in Arbeit

Bevor Jugendliche sich auf eine Ausbildungsstelle bewerben, sollten sie mit Berufsberatern klären, wo ihre Fähigkeiten genau liegen.
Bevor Jugendliche sich auf eine Ausbildungsstelle bewerben, sollten sie mit Berufsberatern klären, wo ihre Fähigkeiten genau liegen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Knapp die Hälfte der Jugendlichen, die Ende Oktober noch auf der Suche nach einer Lehrstelle waren, wurde vermittelt oder bekam eine Alternative.

Duisburg.. Als sich Ende Oktober Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer und Jobcenter zur regionalen Ausbildungskonferenz trafen, waren noch 75 junge Menschen in Duisburg offiziell auf der Suche nach einer Lehrstelle. Um dies zu ändern, initiierten die Beteiligten bis Ende Januar eine Nachvermittlungsaktion. Durchaus mit Erfolg: „Wir konnten jedem Jugendlichen ein Angebot machen“, sagt Dominik Blechschmidt, Leiter der Berufsbildung bei der Duisburger Arbeitsagentur.

Mit Ergebnis zufrieden

Allerdings bedeutet das nicht, dass jeder als ausbildungssuchend Gemeldete auch eine Lehrstelle bekommen hat. Immerhin konnte aber knapp die Hälfte der Bewerber mit einem Ausbildungsplatz oder einer Alternative dazu versorgt werden.

„15 von ihnen haben eine Lehrstelle angetreten, 14 Jugendliche wurden in eine qualifizierende Maßnahme gebracht. Dazu haben drei ein Studium begonnen oder sind auf eine weiterführende Schule gewechselt, einer macht ein Jahr den Bundesfreiwilligendienst“, erläutert Blechschmidt. Und: „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden.“

Bei den anderen Jugendlichen gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder seien sie zweimal nicht der Einladung zu einem Termin bei der Arbeitsagentur gefolgt – oder sie hätten kein Interesse mehr an einer Vermittlung. Das ist für Blechschmidt auch in Ordnung, denn: „Die jungen Menschen kommen freiwillig zu unserer Beratung.“ Zudem sei es möglich, dass unversorgte Bewerbern im kommenden Ausbildungsjahr wieder zum Gespräch erschienen. Blechschmidt: „Bei uns kriegt jeder nicht nur eine zweite, sondern auch eine fünfte Chance.“

Alternativen zum Traumberuf

Bei der Beratung wird jedem Jugendlichen – nicht nur bei der Nachvermittlung – ein 60-minütiges Gespräch angeboten. Danach gibt es 45-minütige Folgegespräche. Dabei sondieren die Berufsberater die Neigungen und Qualifikation der Bewerber und bieten auch Alternativen zum Traumberuf an, sollten hier keine Stellen frei sein. Wichtig sei, dass Bewerber etwas Flexibilität zeigten. „Zum Beispiel die Bereitschaft, auch in einer benachbarten Stadt eine Lehrstelle anzutreten“, sagt Blechschmidt. Dafür habe die Arbeitsagentur Zugriff auf das einheitliche EDV-System, das alle unbesetzten Ausbildungsplätze in Deutschland zeige.

Jugendlichen eine Chance geben

Doch auch Unternehmen sollten Jugendlichen eine Chance geben, die vielleicht nicht die besten Qualifikationen hätten. Blechschmidt: „Wir bieten auch kostenlose, ausbildungsbegleitende Hilfen an. Diese finden außerhalb der Arbeitszeiten der Jugendlichen statt, die Lehrer kommen auch in den Betrieb.“

Weitere Infos zur Berufsbildung erteilt die Arbeitsagentur unter der Telefonnummer 0800/455 55 00.