Das aktuelle Wetter Duisburg 15°C
Binnenschifffahrt

Nachbarstädte machen Hafen Duisburg Konkurrenz

14.09.2012 | 10:00 Uhr
Nachbarstädte machen Hafen Duisburg Konkurrenz
Der Duisburger Hafen gilt als größter Binnenhafen Europas. Die Häfen Düsseldorf, Neuss und Köln formieren sich jetzt im Wettbewerb.Foto: Archiv/Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg. Der Duisburger Hafen ist eine Macht am Rhein, aber es formiert sich Konkurrenz. Rheincargo heißt ein vor wenigen Tagen gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Häfen von Köln, Düsseldorf und Neuss.

Zuvor hatte bereits das Bundeskartellamt grünes Licht für den Zusammenschluss erteilt, gegen den sich die Duisburger Hafengesellschaft vehement gewehrt hatte. Die Bonner Wettbewerbshüter hatten festgestellt, dass durch die Fusion der Kölner Hafenbetreiber mit den nördlichen Nachbarn Düsseldorf und Neuss, die Jahre zuvor bereits zusammengerückt waren, allenfalls eine Verengung der Marktstruktur zu erwarten sei, nicht aber eine Marktbeherrschung. Marktführer bleibe nämlich nach wie vor der Duisburger Hafen.

Rheincargo wird seinen Sitz in Neuss haben. Das Güteraufkommen des Hafen-Trios wird mit 42,5 Mio Tonnen pro Jahr angegeben. In Duisburg waren es 2011 in den öffentlichen Häfen 64 Mio Tonnen und unter Einschluss der Werkshäfen sogar 126 Mio Tonnen. Beim Container-Umschlag liegen die drei Häfen fast auf dem Niveau von Duisburg, wo 1,3 Mio TEU erreicht wurden (die Maßeinheit für 20-Fuß-Standard-Container).

In den Rathäusern der weiter rheinauf gelegenen Hafenstädte geht man von steigendem Verkehr auf dem Rhein aus, vor allem von und nach den Hafenstädten an der belgischen und niederländischen Nordseeküste. Gerade im Rheinland sei wegen der geografischen Lage in der Mitte Europas und der hohen Bevölkerungsdichte mit einem „Verkehrskollaps“ zu rechnen.

Keine Gefahr, sondern Wettbewerb

Dem Zusammenschluss entgegengestellt hatten sich in einem Fusionskontrollverfahren der Duisburger Hafen, aber auch der Ruhrorter Logistikriese Imperial. Dennoch wird die Fusion, die letztlich nicht zu verhindern war, in Duisburg nicht als Gefahr für den größten Binnenhafen der Welt gesehen. „Gefahr nicht, aber Wettbewerb – und den gab es früher auch schon“, zeigt sich Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der IHK , gelassen: „Die bündeln ihre Kräfte, das ist aber nichts Schlimmes.“ Die Wettbewerber würden dadurch größer und in der Logistikbranche erkennbarer, aber Duisburgs Hafen sei deutlich internationaler.

Binnenschifffahrt
"Ruhrcargo"-Kanal-Shuttle gegen Autobahn-Stau im Ruhrgebiet

Die Binnenschifffahrt bereitet sich auf den Verkehrskollaps an Land vor. „Ruhrcargo“ heißt ein Projekt, das Güter künftig verstärkt auf den Kanälen im Ruhrgebiet transportieren will, per Shuttle zwischen dem größten Binnenhafen der Welt in Duisburg und dem größten Kanalhafen Europas in Dortmund.

Gleichwohl sieht Dietzfelbinger einen „Zug der Zeit“ zu größeren Einheiten bei den Häfen. Dabei lenkt der Kammer-Chef allerdings der Blick nicht nach Süden, sondern rheinab. Dort habe sich im Lippe-Mündungsraum auch ein Hafenbündnis gebildet mit dem Namen Delta-Port, bisher ein Hafenareal mit unterdurchschnittlicher Nutzung. Dietzfelbinger: „Die Frage nach einem Kooperationspartner wird sich stellen.“

Zumal beiderseitiger Gewinn zu erwarten wäre. „Der Duisburger Hafen ist sehr erfolgreich, hat aber keine Flächen mehr“, sagt Dietzfelbinger. „Die aber gibt es da – und zwar reichlich.“

Auch im Fall eines niederrheinischen Hafen-Bündnisses müssten natürlich erst die Kartellwächter prüfen – und vielleicht kommt das Störfeuer dann aus dem Süden.

Willi Mohrs



Kommentare
14.09.2012
21:26
Nachbarstädte machen Hafen Duisburg Konkurrenz
von Hugo60 | #1

Das Störfeuer auf Duisburg ist schon immer aus dem Süden gekommen.
Und das wird sich auch nicht àndern!

Aus dem Ressort
Ein großes Fest für alle Kleinen im Duisburger Innenhafen
Weltkindertag
Am heutigen Sonntag steigt wieder im Innenhafen das Familienfest zum Weltkindertag. Auf die Besucher warten jede Menge Programm und viele Mitmach- und Spielaktionen. Am Freitag feierten bereits etliche Kindergartenkinder vor dem Rathaus die UN-Kinderrechtskonvention.
Duisburgs CDU nimmt "christliche Verantwortung" aus Satzung
Partei-Satzung
Die Duisburger CDU hat ihre Satzung umgestaltet und wollte diese an die von Landes- und Bundesverband anpassen. Doch einige Änderungen sorgen für Verwunderung: Unter anderem fällt ein Hinweis auf die "christliche Verantwortung" weg - der jedoch ist Teil der Landes- und Bundessatzung.
Starkregen verursachte Schaden an Loveparade-Gedenkstätte
Gedenkstätte
Der Schaden an der Loveparade-Gedenkstätte ist durch Starkregen verursacht worden. Das teilt die "BI Gegen das Vergessen LoPa 2010" auf Facebook mit. Zuerst war man von Randalierern ausgegangen, die die Gedenkstätte verwüstet hätten.
Betrunkener pinkelte einfach in die Duisburger U-Bahn
Prozess
Wer viel trinkt hat meist auch bald ein dringendes menschliches Bedürfnis. Dumm, wenn dann gerade keine Toilette in der Nähe ist, zum Beispiel in einer Straßenbahn.
Kritik an den neuen Plänen zur Mercatorstraße in Duisburg
Bahnhofsplatte
Die Beteiligung war gering. Kritik gab es trotzdem an den neuen Plänen der Stadt Duisburg für die Mercatorstraße im Zuge der Neugestaltung der Bahnhofsplatte. Die Eckbebauung der Platte halten die meisten Teilnehmer für überflüssig. Für einige müssen auch immer noch zu viele Bäume gefällt werden.
Umfrage
In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

 
Fotos und Videos
A59-Baustelle von oben
Bildgalerie
Großbaustelle
I-Dötzchen aus Duisburg
Bildgalerie
Einschulung
Blitzmarathon in Duisburg
Bildgalerie
Blitzmarathon