Nachbarn ärgern sich über Gebag

Die Nachbarn ärgern sich nicht nur über das heruntergekommene Haus, sondern auch, weil die Gebag nicht auf ihre Beschwerden reagiert.
Die Nachbarn ärgern sich nicht nur über das heruntergekommene Haus, sondern auch, weil die Gebag nicht auf ihre Beschwerden reagiert.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg-Neudorf.. Leerstehende Wohnungen und fehlende Sanierungen: Nachdem erst kürzlich Manfred Sander im Duisburger Süden die städtische Gemeinnützige Baugesellschaft (Gebag) kritisiert hat, legt nun Barbara Kemmer aus Neudorf nach. Mit ihrem Mann lebt sie seit 25 Jahren in einer Eigentumswohnung an der Gneisenaustraße. Das Gebag-Haus in direkter Nachbarschaft an der Geibelstraße 44 ist den beiden ein Dorn im Auge.

„Seit mindestens zehn Jahren verkommt dieses Haus. Die Fassade sieht verdreckt und ungepflegt aus – genauso wie die Rollladen an den Fenstern“, sagt die Neudorferin. „Es ist eigentlich eine schöne Wohngegend, aber dieser Zustand ist unerträglich – zumal durch dieses Haus auch unser Eigentum an Wert verliert.“ Wer sich vor Ort umschaut, kann ihren Eindruck insgesamt bestätigen.

Vereinzelte Handwerker gesichtet

Was Barbara Kemmer auch ärgert: Immer wieder habe sie in den vergangenen Jahren die Gebag kontaktiert. Erst telefonisch, dann schriftlich. Nie habe es eine Antwort gegeben, dafür nach einem Brief im Februar 2007 einige notdürftige, farbliche Aufhübschungen an der Fassade – mehr aber nicht. Auch ein weiterer Brief sei nicht beantwortet worden.

Bis vor kurzem sei dann offenbar in einzelnen Wohnungen gearbeitet worden. Wieder denkt die Neudorferin, dass dies nun der Startschuss für umfangreiche Sanierungsarbeiten auch an der Fassade sein könnten. Doch davon ist bisher nichts zu sehen.

Fokus liegt auf Studentenwohnungen

Adriana Bongard-Fuchs, Pressesprecherin der Gebag, bestätigt, dass das kritisierte Haus 2003/2004 im Gegensatz zu den Häusern an der Geibelstraße 38-42 bei umfangreichen Modernisierungen mit Gesamtkosten von 1,65 Millionen Euro nicht zum Zuge gekommen ist. Unterschiedliche Umbaukonzepte hätten dabei damals auch eine Rolle gespielt. 2011 habe man sich, so Bongard-Fuchs, für Studentenwohnungen im Haus an Geibelstraße 44 entschieden. Die 15 Wohnungen seien mit einem Gesamtbudget von 85.000 Euro saniert worden – unter anderem mit Einbau einer neuen Heizungsanlage und Erneuerung der Bäder.

Die Gebag führe derzeit noch Gespräche mit dem Studentenwerk, sei aber zuversichtlich, die momentan leer stehenden Wohnungen zu vermieten. Das Semester beginne ja erst im Oktober.

Ob in diesem Zusammenhang dann auch die arg ramponierte Hausfassade saniert wird, kann die Gebag-Pressesprecherin derzeit allerdings nicht sagen. Das hänge auch davon ab, ob das Konzept Studentenwohnen tatsächlich greife.

Barbara Kemmer und ihr Mann müssen diesbezüglich also weiter warten.