Winter in der Stadt
Nach dem Schnee hagelt es jetzt Kritik
08.01.2009 | 17:31 Uhr 2009-01-08T17:31:00+0100
Warum sind vier Tage nach dem Wintereinbruch noch immer nicht die Nebenstraßen geräumt, fragen Leser und Bürger.
Nach dem Schneefall vom Wochenanfang jetzt der Hagel der Kritik: Alleine im Internet-Forum „Der Westen” haben sich weit über hundert Leser und Bürger zu Wort gemeldet, die beklagen, dass ihre Wohn- oder Nebenstraße vom Winterdienst ihrer Stadt entweder viel zu spät oder bis heute immer noch nicht geräumt wurde.
Auch in Duisburg streut man bei den zuständigen Wirtschaftsbetrieben (WBD) nicht nur Feuchtsalz auf die Straßen, sondern auch Asche auf das Haupt: „Es stimmt”, bekennt WBD-Sprecherin Silke Kersken, „die 96 Mitarbeiter der Stadtreinigung haben von Montag bis Mittwoch nur die Hauptstraßen, also die Straßen der Dringlichkeitsstufe 1 geräumt und gestreut.” Der Grund: Bevor sich der städtische Winterdienst den 250 Kilometern Nebenstraßen und den 105 Kilometern Wohnstraßen zuwenden könne, müssten erst die 930 Kilometer Hauptstraßen der Stadt vollständig geräumt und abgestreut sein. Und das habe in diesem Fall drei komplette Tage gedauert.
Und allein dafür habe die Stadt 1600 Tonnen Streusalz verbraucht, mit Hilfe von 20 Großstreuern, 28 Kleinkehrmaschinen und 26 Kolonnenfahrzeugen.
Das, so Kersken, sei mehr Salz als im gesamten Winter 2007/08 eingesetzt wurde. „So was dauert und deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir erst seit Donnerstag Nebenstraßen räumen.” Dort stecken Mülltonnen ((graue, gelbe, blaue und abgelegte Weihnachtsbäume nicht zu vergessen) tief im Pulverschnee und warten ... und warten auf Abfuhr.
Zum Ärger vieler Anwohner, die natürlich am Montag ab 7 Uhr den Gehweg vor ihrem Haus freiräumen mussten. Die Tonnen harren der Leerung bzw. die Bäume auf Entsorgung. Doch der Schnee, den die WBD in den Wohngebieten nicht geräumt hatte, hält jetzt die Mülltrupps der Wirtschaftsbetriebe auf: „Wir liegen um einen Tag im Zeitplan zurück”, so die WBD-Sprecherin. Morgen, Samstag werde - wie nach einem Feiertag - weiter Müll abgeholt.
Unterdessen hat Hermann Scheelen, Obermeister der Innung Sanitär, Heizung, Klima eine Vorahnung von der Zeit nach dem Dauerfrost: „Dann wird es für uns hektisch. Denn erst wenn es taut, werden viele Rohrbrüche sichtbar.” Schon jetzt hätten ungefähr 100 frostbedingte Störungen und Rohrbrüche die Klempner auf Trab gehalten. „Oft haben die Leute selber Schuld”, sagt Scheelen, „die Leitungen müssen geschützt, Kellerfenster geschlossen sein, sonst friert es ein.”
Die Bürger sind dann wohl dankbar, dass sie nicht mehr schippen müssen. Denn im Gegensatz zur Stadt gibt es für Gehwege keine Dringlichkeitsstufen: Hier muss von 7 bis 20 Uhr geräumt werden. „Eigentlich sind die Gemeinden zuständig”, so Peter Hess vom Miederschutzbund, aber diese hätten ihre Pflichten per Satzung auf die Eigentümer abgewälzt und diese per Mietvertrag auf die Mieter.
Und wer muss nun räumen?
Früher galt laut Hess gemeinhin: „Die Mieter im Erdgeschoss haben weniger Miete gezahlt und mussten dafür räumen.” Das wurde vor etwa zehn Jahren geändert – aus Gerechtigkeitsgründen. Nun wird die Räumpflicht gemeinhin verteilt. Hess rät dabei zur „Schneekarten”-Lösung. Heißt: Beim ersten Schneefall räumt ein Mieter und gibt die Schneekarte an den nächsten Mieter weiter, der beim nächsten Wintereinbruch zum Besen greifen muss. „Das ist fairer, als wenn ein Mieter im Dezember dran ist und ein anderer im März.”
Ist die Räumpflicht im Mietvertrag enthalten aber keine Regelung festgelegt, bedeute das nicht, dass sich die Mieter aus der Pflicht sind. Wenn dann jemand auf dem ungeräumten Gehweg falle, hafte nicht automatisch der Eigentümer, so Hess: „Dann gibt es ein Haftungsproblem.”
Wer alt, krank oder beschäftigt ist, muss jemanden finden, der das Räumen übernimmt. Allerdings: Sind die Bürgersteige so vereist, dass mit konventionellen Mitteln nichts mehr zu machen ist, gelte das als „höhere Gewalt”. Dann, so Hess, hat derjenige, der fällt, „Pech gehabt.” (sten/aha).
Sind sie mit dem Winterdienst in ihrer Wohnstraße zufrieden? Schreiben Sie einen Kommentar!

23:25
es wird ja bald frühling, dann sind duisburgs straßen ja wieder frei....
23:24
frühling, oh frühling, mach uns die straßen frei :-)
21:16
Manchen kann man es wohl nie Recht machen..Ich selber habe im 4 Stunden Takt in Beekerwerth immer ein Streuwagen gesehen.Und ich finde das die Jungs von der WBD sehr gute Arbeit geleistei haben.Alle Hauptverkehrsstraßen in meinem Umkreis waren schon am 2Tag sehr gut befahrbarDie Zufahrten am St. Joseph Krankenhaus wurden immer mehrmals gefahren.Dazu kommt noch das diese Straßen in Nähe vom Rhein liegen,wo es eh immer noch kälter und sie in der Regel noch schneller zufrieren.
Also kompliment an den Jungs mit den Streufarzeugen.
12:39
Man sollte vorweg nicht vergessen, dass dieser Schneefall so heftig war wie seit bestimmt zwanzig Jahren nicht mehr. Ich kann mich jedenfalls nicht mehr an solche Schneemassen im Ruhrgebiet erinnern. Die Duisburger Verhältnisse, dass viele Straßen nicht vollständig geräumt waren, hatte man in allen Ruhrgebietsstädten. Ich fahre täglich von Dortmund nach Duisburg und komme dabei auch abseits der Autobahnen entlang. Erst Donnerstag habe ich erste schneefreie Hauptstraßen gesehen, auch in Duisburg. Da sollte man also nicht speziell über die Wirtschaftsbetriebe meckern. Freie Straßen gibt es aus technischen Gründen nur dort wo dauerhaft viele Autos langfahren. Die Autobahnen waren schon Dienstag Abend frei. Bei so einem Wetter sollte man lieber nicht auf andere meckern, sondern selbst überlegen wie man mit den Straßenverhältnissen umgeht (z.B. Winterreifen, nur nötige Wege fahren, mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr, ÖPNV, die Schaufel auch mal selbst in die Hand nehmen, ordentliches Schuhwerk). Sicher kann man den Räumdienst ausweiten, mehr Maschinen und Personal dafür bereithalten. Dann werden die Gebühren dafür aber auch steigen. Auf der anderen Seite steht dann das Räumgerät 11 Monate ungenutzt auf dem Hof. Von den zehn Strecken, die ich zwischen Montag und Freitag zwischen Dortmund Duisburg gependelt bin, habe ich jedenfalls nur zweimal wesentlich länger gebraucht als normal. Aus meiner Sicht also nicht ärgerlich. Manche sollten hier mal die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten. Für diese in unserer Region extremen Schneemengen lief alles ziemlich gut ab. Es gab immerhin keine Verkehrstoten und bis auf Montag waren alle bei uns pünktlich auf der Arbeit. Ich habe mich mehr über die Idioten mit Sommerreifen und die verängstigten Autofahrer, die mit 40 über eine freigefahrene Autobahn geschlecht sind geärgert als über im Dauereinsatz befindliche Räumdienste. Und dass auf Supermarktparkplätzen ziemlich früh geräumt wurde, liegt wohl daran, dass die Supermärkte private Räumdienste engagiert haben. Von denen fuhren nämlich diese Woche im Ruhrgebiet viele rum.
10:59
Ich weiß nicht was die ganze Aufregung soll. Der Schnee gehört zum Winter wie der zum Jahr, genauso wie der Frühling, der Sommer wie auch der Herbst. Endlich wieder Winter, wie habe ich das vermißt. Gerne hätte ich wieder einen Winter mit Schnee wie 78/79. Da sehen wir wieder das der Mensch auch nur zur Natur gehört und nicht die Krone der Schöffung ist und nicht die Erde Untertan mahen kann.
08:32
Heute ist Samstag und noch immer wurden in Wehofen keine Nebenstraße vom Schnee geräumt.
Das einzige, was mit Salz ge(be)streut war, waren die Frühstückseier der Arbeiter und Wege, die die Bewohner selber vom Schnee befreit hatten. Oh, jetzt hätte ich fast gelogen. Ich sah doch einen Streuwagen. Vor einem Kiosk, wo ich die Herren ihr Frühstück einverleibten. Über eine halbe Stunde.
18:19
qw3
was soll denn dieser quatsch? ich möchte mal anmerken, in duisburg gibt es eine menge leute, die zu fuss oder per fahrrad ihren dienst tun müssen. eine vielzahl der strassen sind morgen schon am 6. tag ungeräumt und und ungestreut geblieben. laufen ist dort gefährlich, fahrradfahren unmöglich. holt euch doch eure zeitung in der zentrale selbst ab!
14:37
ich bin nun wahrlich den Duisburger Wirtschaftsbetrieben kritisch gegenüber, aber hier wird sehr viel übertrieben darsgestelt. Der Beitrag meines Vorredners ist das beste Beispiel. Die Linie 901 fährt seit Dienstag wieder in Duisburg, und auf der Strasse rumrutschen werden nur Fahrzeuge mit mangelnder Bereifung und/ oder überforderten Autofahrern. Selbstverständlich sind für einen durchschnittlichen Autofahrer schneebedeckte Strassen viel ungefährlicher als spiegelglatte Fahrbahnen. Viele der Autoren hier ,die wohl Probleme mit dem Autofahren bei diesen Strassenverhältnissen haben, sollten mal ein ADAC-Sicherheitstraining besuchen. Weil ihr eure Fahrzeuge nicht beherrscht sollen die Gebühren drastisch erhöht werden? Kann ja wohl nicht sein:
14:23
tja so ist das heute--alle sind ja so in eile das Sie keine zeit haben auch nur 5 min früher loszufahren.
Und wie ich in einnem anderem komentar schon sagte--einige der sogenannten autofahrer sind ja auch noch mit sommerreifen unterwegs--deswegen muß die strasse geräumt sein.winterreifen für die ein fremdwort--und winter erst recht.
und wie brm schon schrieb--auf einer festgefahrener schneedecke kann man besser fahren als auf diesem matsch.
und an r.
die 901 fuhr nicht weil ab zoo die gleise vollkommen vereist waren so das diese eis was in den schienen war steinhart wurde
und solltest du/sie die 903 meinen??hast du/sie an die brücke über hochfeld deacht???
stellt mal euren pc nachts bei der kälte auf den balkon---das ergebnis werdet ihr anderntags feststellen--der pc spielt sofern er angeht ersteinmal verrückt.
nein man ist heute nicht mehr tolerant im zeichen der modernen technik.
es kann ja nichts kaputtgehen.komisch warum rauschen dann plötzlich pc-laufwerke ab--ohne vorherige warnung.
meckert ihr dann auch so über den hersteller????
wir haben in duisburg gute 2000km strasse--wo bitte soll denn angefangen werden???
am besten bei euch vor der tür???
die mitarbeiter der wbd mußten ja auch erstmal zum dienst kommen--oder nicht???
wenn diese schon nicht von zu hause wegkamen--nicht jeder wohnt in duisburg--wie bitte soll dann eine normale schicht eingeteilt und abgearbeitet werden.die ja schon im dienst waren sind ja schon die nacht durch gefahren und haben versucht ihre arbeit so gut es geht zu tun.aber irgendwann ist mal schluß mit lustig.ich möchte in solchen situationen nicht mit denen tauschen.
13:37
Hallo
ich bin TOTAL unzufrieden mit dem Streudienst der Wirtschaftsbetriebe hier in Wanheim-Angerhausen ist noch keine einzige nebenstrasse seit dem Schnee von Montag geräumt worden noch nichtmals gestreut... daraufhin habe ich bei den WBD angerufen man sagte mir man ist auf soetwas nicht eingestellt so schlimm war es seit 20 Jahre nicht mehr aber so etwas kann immer passieren sie haben ja noch nichtmals Räumfahrzeuge wurde mir von den WBD bestätigt Müllwagen seien umfunktioniert worden ich hoffe mal das man für den nächsten Schnee besser vorbereitet ist das man nicht auf der Strasse rutschen muss das man mal Fahrzeuge anschafft aber die Stadt hat ja kein Geld :-( viele Bahnen und Busse sind ja sogar durch den Schneefall ausgefallen die 901 fuhr bis gestern nicht und warum? Die WBD kommen nicht nach naja ich hoffe jetzt auch erstmal das bald alle Strassen geräumt wurden.