Das aktuelle Wetter Duisburg 20°C
Küppersmühle

Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter

07.07.2009 | 20:29 Uhr

Duisburg. Einen Tag nach dem Brand im Silo neben dem Museum Küppersmühle schließt die Polizei einen Blitzeinschlag als Ursache aus. Der Museumsbetrieb geht normal weiter. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt. Mit Handy-Video vom Brand.

Es ist 19.28 Uhr, als am Montag der Notruf bei der Feuerwehr eingeht: „Die Küppersmühle brennt.” Die schwarze Wolke, die über dem Innenhafen schwebt, ist weithin zu sehen. Nur Stadtsprecher Frank Kopatschek mag es nicht so recht glauben, als er informiert wird „Was sind denn das für Tage: Am Freitag geht die Welt unter und dann so was.” Von seiner Joggingrunde ging's direkt in den Innenhafen. Auch der Oberbürgermeister ist herbeigeeilt. „Immer, wenn der Beigeordnete Rabe anruft, und kurz danach Frank Kopatschek, weiß ich schon - es kokelt irgendwo.” So war es denn auch. Aber nicht das Museum an sich, zum Glück, sondern die angrenzenden Silos sind in Brand geraten.

Alarmstufe vier

Flammen schlagen aus dem Gebäude. Abgebrannte Teerpappe fällt auf die Gehwege. Es ist Alarmstufe vier. Die Feuerwehr ist schnell zur Stelle. Fährt die großen Leitern aus. Allerdings: Die sind nur 30 Meter lang, das Gebäude misst 32 Meter. Auf Verdacht spritzen die Einsatzkräfte das Wasser auf das Dach – und treffen die richtigen Stellen. Inzwischen bröckelt die Außenschicht der Silos ab. Fällt zu Boden. Es sieht gespenstisch aus. Entgeistert starren Gebag-Vorstände, die herbeigeeilt sind und als Bauträger für die Erweiterung der Küppersmühle auftreten, auf das Szenario.

Foto : Stephan Eickershoff

„Das hört ja gar nicht auf”, sagt Marianne Wolf-Kröger entsetzt. Der Polizei-Einsatzleiter Norbert Kopka betont allerdings, dass zu keiner Zeit Gefahr für Passanten und Nachbarn bestanden habe. Die Mitarbeiter des angrenzenden Architektur-Büros, die noch spät abends an ihrem Schreibtisch saßen, wurden zeitweise evakuiert.

Derweil ärgern sich zahlreiche Passanten, die ihren Wagen auf den Parkplätzen gegenüber des Silos abgestellt haben. Sie können so lange nicht wegfahren, bis die Polizei die Sperrung aufhebt. Ungeduldig schauen sie den Arbeiten zu. Der Oberbürgermeister sieht sich indes im Museum selbst um, ob Kunst in Mitleidenschaft geraten ist. „Dort ist Gott sei Dank nichts passiert. Es hat nur ein bisschen gemüffelt”, erklärt er.

Usache unklar

Einen Tag später ist noch unklar, warum es gebrannt hat. Die Polizei schließt aber nach ersten Ermittlungen einen Blitzeinschlag aus. Vielmehr deute alles darauf hin, dass der Brand durch die Arbeiten im Silo hervorgerufen wurden. Schweißarbeiten könnten Schuld sein. Polizei, Sachverständige und die Versicherung ermitteln noch. „Man kann noch nicht viel zu dem Vorgang sagen. Auch nicht, ob durch den Brand die Arbeiten verzögert werden”, erklärt Gebag-Chef Dietmar Cremer. Die Schadenshöhe konnte noch nicht ermittelt werden. Gegen Vorkomnisse dieser Art sei man versichert.

Der Museumsbetrieb nebenan geht ganz normal weiter. Und auch die Büro-Angestellten durften wieder an ihren Platz zurück.

Erster Schreck saß tief

Walter Smerling ist erleichtert, dass der Brand für das Museum glimpflich verlaufen ist. „Erst haben wir gedacht, dass das Museum selbst betroffen ist, bis sich herausgestellt hat, dass es nur die Silos waren”, erklärt der Leiter des Museums Küppersmühle. Die Kunstwerke waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Neben den Einsatzkräften waren ebenso schnell die Restauratoren der Stiftung für Kunst und Kultur vor Ort, um sicherzustellen, dass sich weder Rauch noch Wärme entwickelt haben. Rauch ist nicht in die Museumsräume gelangt, die Rauchmelder haben nicht angeschlagen.

Dies gilt für die Sammlungsbestände ebenso wie für die aktuelle Ausstellung mit Gemälden von Gerhard Richter. Nach ersten Proben in den Museumsräumen und Untersuchungen an den Kunstwerken, konnte keinerlei Beeinträchtigung der Sicherheit und Gefährdung der Werke und Räumlichkeiten festgestellt werden. Oberbürgermeister Sauerland stand mit Museumsdirektor Smerling in ständigem Kontakt. „Wir sind im Endeffekt nur Nachbarn und Gott sei Dank nicht direkt beteiligt”, so Smerling.

Video: Leser theo420 aus Oberhausen

Fabienne Piepiora

Facebook
Kommentare
08.07.2009
09:05
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.07.2009
00:54
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von kurt111 | #8

an duisserner, Deine doofen, unsachlichlichen Kommentare auch von früher bleiben nicht vergessen.Hasst Du auch was zum Thema zu sagen.

08.07.2009
00:44
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von P.Bettermann | #7

@duisserner
In einer Stadt, deren soziale Probleme langsam überborden, kann man eine Kritik hinsichtlich der Folgekosten dieses Schuhkartons nicht einfach als Dummheit abtun.
Das zeugt von Arroganz und Menschenverachtung, Rechtschreibung inbegriffen.

07.07.2009
22:31
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von duisserner | #6

manchmal glaube ich, dass aus duisburg die pisastudie als paradebeispiel hervorgegangen ist.

bei diesen kommentaren kann man sich nur an den kopf fassen.

dazu fällt mir ein passendes zitat von albert einstein ein: ( falls den hier jemand kennt ! )

zwei dinge sind unendlich, das weltall und die dummheit der menschen ! beim weltall bin ich mir aber nicht sicher !

mehr ist dazu nicht nicht zu sagen.

07.07.2009
20:57
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von wirklich bedauerlich | #5

dann gehe ich Karneval halt mit angekokeltem Schuhkarton auf dem Kopf

07.07.2009
20:46
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von Max aus DU | #4

Die wahrscheinlich beste Gelegenheit, aus diesem Kosetnwahnsinn auszusteigen!!!!
Die Gebag Mieter müssen einmal mehr für den Geltungswahn der Politik herhalten und die wahren Kosten werden doch eh wie üblich verschleiert.... so konstruiert man Sachzwänge .... und irgendwann geht die Gesellschaft dann in die Insolvenz - ist ja schick in diesen Zeiten!!!!

07.07.2009
19:18
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von makem99 | #3

Was für einen Schreibstil hat dieser Artikel. Urlaubsvetretung? Oder haben wir den nächsten Schritt zur Bildzeitungierung unternommen???

07.07.2009
18:58
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von Timm Tüttebell | #2

#1 von gegen den Karton
Dem kann ich nur beipflichten

07.07.2009
18:37
Nach dem Brand geht der Museumsbetrieb weiter
von gegen den Karton | #1

Der Schrott hätte richtig abbrennen müssen damit der scheiß da nicht gebaut wird!

Fotos und Videos
Leser besuchen das Landesarchiv
Bildgalerie
WAZ-Serie
Chronik einer Katastrophe
Bildgalerie
Loveparade
Modernisierung nach 21 Jahren
Bildgalerie
Hochofen
Aus dem Ressort
Problemhaus-Bewohner in Duisburg-Rheinhausen ziehen aus
Zuwanderung
Das als Problemhaus bekannt gewordene Haus In den Peschen ist so gut wie leer. Mittlerweile lebten nur noch 44 Menschen in dem Hochhaus, das bis Ende des Monats geräumt sein muss. Die Stadt Duisburg hofft darauf, dass auch die übrigen Bewohner das für unbewohnbar erklärte Haus freiwillig verlassen.
Ein Abend als VIP in der MSV-Arena
WAZ-Aktion
Drei begeisterte WAZ-Leserinnen durften am Montagabend in Begleitung das Fußball-Benefizspiel zwischen dem MSV Duisburg und Bayern München in der König-Pilsener-VIP-Loge der MSV-Arena schauen. DIe WAZ hatte die Karten gemeinsam mit der Duisburger Brauerei verlost und begleitete die Gewinnerinnen.
Duisburger Pro-NRW-Mann Malonn attackiert und verletzt
Fahndung
Mario Malonn, Duisburger Fraktionsvorsitzender der rechtspopulistischen Partei Pro NRW im Rat der Stadt, ist am Montagabend von zwei bislang unbekannten Tätern attackiert und verletzt worden. Laut Polizei stand Malonn (49) an der Bushaltestelle „Alter Markt“, als ihn gegen 20 Uhr zwei Männer...
Schon wieder Unfall an der Pelles-Kurve in Rheinhausen
Unfall
Drei Menschen wurden leicht verletzt, als eine 19-Jährige Autofahrerin am Montag gegen 17.50 Uhr auf regennasser Fahrbahn in der umstrittenen Pelles-Kurve die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor und in den Gegenverkehr prallte. Unfallkommission befasst sich am Freitag mit der Problematik.
Illegales Baden am Haubachsee wird geahndet
Gewässer
Es werden mindestens 35 Euro Strafe fällig. Schwimmen ist in drei Seen der Stadt - im Wolfssee, Großenbaumer See und Kruppsee - erlaubt. Gute Wasserqualität