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Myanmar-Projekt geht weiter

22.01.2013 | 11:49 Uhr
Tim Isfort war mit dem Myanmar-Projekt 2012 in Moers.Foto: Ulla Michels

Duisburg. Das Projekt „Myanmar meets Europe“ , das der Duisburger Bassist Tim Isfort als Leiter des Traumzeit-Festivals ins Leben gerufen hat, soll „nicht einschlafen und offen bleiben“. Er ist zurück von seiner inzwischen fünften Reise in das Land, dessen Demokratisierung gerade begonnen hat.

Angefangen hatte der Aufenthalt am 27. Dezember im Goethe-Institut, das sich in diesem Jahr in Yangon neu gründet. Dort haben Isfort, der italienische Gitarrist Francesco Diodati, die französische Schlagzeugerin Anne Paceo und der neu zum Begegnungsprojekt hinzugestoßenen Saxofonisten Jan Klare („The Dorf“) mit den einheimischen Musikern für ihren Auftritt beim Shwedagon-Pagodenfestival am 2. Januar geprobt.

Spontanes Hofkonzert

„Am 1. Januar haben wir beschlossen, ein Hofkonzert für die Nachbarschaft zu geben“, sagt Isfort. Und es kamen nicht nur die wohlhabenderen, sondern auch die Nachbarn aus dem Armenviertel gegenüber dem Institut. „Und auch der Blockwart war da und hat für Ordnung gesorgt“, so Isfort. Denn nach wie vor sei die lange Zeit der Diktatur im ehemaligen Birma deutlich spürbar. Das Konzert habe so lange gedauert, bis die Trommeln der birmanischen Musiker begannen, sich aufzulösen. Bei 32 bis 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit sind eben nicht nur die europäischen Musiker manchmal „stehend k.o.“.

Myanmar
Schnelle Öffnung

Die Öffnung des Landes nach 50 Jahren Abgeschlossenheit gehe sehr schnell, vielleicht zu schnell, sagt Tim Isfort. So seien es im Jahr 2000 noch 70 000 Touristen gewesen, 2012 waren es über 1 Million, für die es wenig Infrastruktur gebe, „von wegen Traumhotel...“

Nach wie vor habe das Land große Probleme etwa bei der Bildung, im Straßenbau oder auch bei der Müllbeseitigung.

Viel diplomatisches Geschick habe Projektband-Mitglied U Kyaw Tint als Leiter des Pagodenfestivals gebraucht, die Verantwortlichen von einem Auftritt der Europäer beim eigentlich buddhistischen Festival zu überzeugen. Schließlich trat die Band auf – vor 1500 Besuchern mit Blick auf die golden glänzende Pagode ein überwältigendes Erlebnis. „Der Klang, die Blicke, das Fest mit den Garküchen überall, der höfliche Applaus...“. Denn eigentlich applaudiere man nicht, sagt Isfort. Dafür werden den Musikern Geldscheine angeheftet, was die Europäer wiederum merkwürdig finden.

Private Reise nach Myanmar

Schließlich ist Isfort noch privat in Myanmar gereist, hat Musiker besucht und Studenten Bass-Unterricht gegeben.

Nachdem das Land NRW und das Goethe-Institut eine weitere Förderung für das Projekt „Myanmar meets Europe“ bewilligt haben, will Isfort es möglichst auch in Duisburg fortsetzen; er könne das trennen vom Streit um die „Traumzeit“. Schließlich sei das Projekt hier entstanden und gebe es mit den Philharmonikern heimische Partner für eine Zusammenarbeit, an der sich auch der Künstler Blixa Bargeld beteiligen will.

Traumzeit 2011

 

Anne Horstmeier



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