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Musik war in die Wiege gelegt

06.08.2010 | 16:21 Uhr
Musik war in die Wiege gelegt

Duisburg.Sein Debüt an der Deutschen Oper am Rhein gab Adrian Sâmpetrean in Donizettis „Lucia di Lammermoor“ noch in den letzten Wochen der Intendanz von Tobias Richter. Da hatte ihn dessen Nachfolger Christoph Meyer schon engagiert.

Seit einem Jahr singt Sâmpetrean nun in Duisburg und Düsseldorf und kann auf viele spannende Vorstellungen zurückblicken.

Die Musik ist dem 27-jährigen Bassisten aus Rumänien geradezu in die Wiege gelegt worden, sind beide Eltern doch Opernsänger. Vater Mircea Sâmpetrean war in den 80er und 90er Jahren in Bonn, Bremen und Frankfurt engagiert. Seinen Vater, bei dem er an der Hochschule von Cluj-Napoca studiert hat, bezeichnet Adrian als sein „Vorbild, Lehrer, Mentor“.

Dabei entschied sich Adrian Sâmpetrean erst sehr spät für den Gesang. Seinen ersten Unterricht nahm er, natürlich beim Vater, erst mit 18 Jahren, ein halbes Jahr vor der Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule. Während der ersten beiden Semester studierte er sogar parallel Jura: „Wenn ich keine Stimme gehabt hätte, würde ich heute als Richter oder Anwalt arbeiten.“

Nach dem Studium ging Sâmpetrean für ein Jahr in das Studio der Bayerischen Staatsoper München. Dort sang er den Tod in Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ und den Kaiserlichen Kommissar in „Madama Butterfly“. Die Münchener Zeit wertet er als „große Erfahrung“, weil er hier von den berühmten Kollegen, mit denen er auf der Bühne stand, lernen und an seinem Repertoire arbeiten konnte.

Seit einem Jahr gehört der Bassist nun zum Ensemble der Rheinoper, und im Rückblick nennt er spontan einige Duisburger Produktionen des Hauses als besondere Höhepunkte: „In der Norma mit Edita Gruberova durfte ich ihren Vater, den Druiden Oroveso singen“, sagt er über den Auftritt mit dem Weltstar. Auch die DRK-Gala im November, in der er die Register-Arie des Leporello interpretierte, gehört zu seiner persönlichen Hitliste.

Im „Rigoletto“ hatte Sâmpetrean als Graf Monterone zwar nur einen kleinen, aber starken Auftritt: „Ich muss schließlich die Titelfigur verfluchen.“ Als „große Herausforderung“ sah er die Arbeit mit Choreographin Arila Siegert in der Barockoper„Les Paladins“: „Ich mag es, wenn ich mehr machen muss, als man von einem Sänger eigentlich erwartet.“

In der nächsten Saison warten auf den jungen Sänger eine Reihe spannender Aufgaben: So wird er den Colline in „La Bohéme“ singen und erneut den Raimondo in „Lucia di Lammermoor“ gestalten, eine Partie, mit der er auch an der Hamburgischen Staatsoper gastieren wird. Nur in Düsseldorf ist Sâmpetrean in „Titus“, „Falstaff“ und einem Ballettabend zu „Ein Deutsches Requiem“ von Brahms zu hören.

Am Rheinland und am Ruhrgebiet schätzt Sâmpetrean das große kulturelle Angebot: „Hier hat ja fast jede Stadt ihr eigenes Opernhaus.“ Als starkes Erlebnis ist ihm das Abschiedskonzert von Semyon Bychkov in der Kölner Philharmonie in Erinnerung, wo der zweite Akt von Wagners „Tristan und Isolde“ erklang.

Als seine Heimat betrachtet der Sänger aber Rumänien: „Ich bin leider viel zu selten zu Hause. Zu Weihnachten und Ostern versuche ich aber immer, dort zu sein. Auch einen Teil meiner Sommerferien verbringe ich immer bei meiner Familie.“

Rudolf Hermes

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