Murray gibt den alten Kauz mit weichem Herz

So langsam geht US-Schauspieler Bill Murray aufs Rentenalter zu. Das schützt jedoch nicht vor Erfolgen: Sein letzter Film, „Grand Budapest Hotel“, war ein Riesenerfolg. Nun spielt er einen mürrischen Sonderling in „St. Vincent“.

Der Kauz und der Schuljunge

Beliebt ist Vincent (Bill Murray) wahrlich nicht. Die meisten machen einen Bogen um den Kauz, der Whisky in sich reinkippt und sein Geld bei Pferderennen verzockt. Nur Stangentänzerin Daka (Naomi Watts) vertraut ihm und gewährt ihm Kredit. Als Vincents alleinerziehende Nachbarin Maggie (Melissa McCarthy) einen Aufpasser für ihren zwölfjährigen Sohn Oliver braucht, nimm Vincent den Job an – gegen entsprechende Bezahlung. Und so gewinnt das Kind Erfahrungen auf der Rennbahn, im Dollhouse und beim Mähen eines nicht vorhandenen Rasens. Theodore Melfi erzählt in „St. Vincent“ mit zynischem Humor die Geschichte eines verbitterten Mannes, der auf einen netten jüdischen Jungen trifft. Im Filmforum: Do.-Sa. 21 Uhr, So.-Mi. 18.30 Uhr und Sa. 16 Uhr, So. 15.30 Uhr.

Der Architekt und die Söhne

„Die Böhms – Architektur einer Familie“ zeichnet die Geschichte einer echten Architekturdynastie, an deren Spitze heute noch der 95-jährige Gottfried Böhm steht, der auch im hohen Alter seine Finger nicht von Skizzenpapier und Bleistift lassen kann. Das berühmteste Werk des Architekten ist die Wallfahrtskirche in Neviges. Der Dokumentarfilmer Maurizius Staerkle-Drux stellt nicht nur Gottfried Böhm vor. Er beginnt bei Gottfrieds Vater (natürlich einem Architekten) und schließt mit Gottfrieds Söhnen Stephan, Peter und Paul, die allesamt dem Meister nacheiferten. Besonders berührend: Böhms Ehefrau Elisabeth starb während der Dreharbeiten. Der starken Frau der Familie ist ebenfalls ein Kapitel der Doku gewidmet. Im Filmforum: Do.,So. und Di. 18 Uhr.

Altaras und die Vergangenheit

Die kroatische Regisseurin Adriana Altaras hat sich zu einer Reise durch die Vergangenheit aufgemacht. Regina Schilling hat sich für den Dokumentarfilm „Titos Brille“ an ihre Fersen geheftet. Gemeinsam forschen die beiden in der Geschichte von Altaras Vater Jakub, einem Partisanen, Arzt und Frauenhelden, und ihrer Mutter, einer jüdischen Architektin. Im Filmforum: Fr., Sa., Mo., Mi. 18 Uhr.