Mützen und Schals bleiben Ladenhüter

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Im Januar ist der Winter auch in Duisburg angekommen. Temperaturen um den Gefrierpunkt gab es im November und Dezember nur vereinzelt. Das hat auch der Handel zu spüren bekommen. Mützen, Schals und dicke Mäntel blieben bei den milden Temperaturen Ladenhüter.

Jochen Keller, Filialgeschäftsführer des Karstadt Warenhauses Duisburg, sieht beim Blick auf das Wintergeschäft erschreckende Parallelen zum Vorjahr. „Analog zum letzten Winter ist es auch dieses Jahr bislang zu warm. Das spüren wir deutlich am Absatz. Im Jahr 2013 mussten wir im Geschäft mit Wintertextilien im Vergleich zu den Vorjahren einen Verlust von zehn Prozent registrieren. Ich denke, dass wir in diesem Jahr ungefähr im gleichen Bereich liegen werden“, prophezeit Keller. Deshalb hat Karstadt früher als geplant mit dem Ausverkauf der Winterware begonnen. Das Wintergeschäft rettet nach Ansicht des Filialgeschäftsführers auch ein kalter Januar nicht mehr. „Natürlich werden dann noch ein paar warme Pullover verkauft. Aber auf gefütterten Schuhen oder dicken Steppjacken bleiben wir wohl sitzen.“

In das Klagelied stimmt auch Michael Stauber von der Galeria Kaufhof mit ein. „Bezogen auf den Textilbereich, hätte uns deutlich kälteres Wetter sicherlich geholfen. Da haben uns die warmen Wochen vor Weihnachten einen Strich durch die Rechnung gemacht“, unterstreicht der Filialgeschäftsführer, der seine ganzen Hoffnungen auf den Schlussverkauf setzt: „Natürlich arbeiten wir gerade in diesem Jahr mit Rabatten. Vielleicht kurbelt die kalte Witterung das Geschäft jetzt noch mal zusätzlich an.“ Die Angebote dienen dazu, die Lager zu räumen. Nach Karneval plant man bei der Galeria Kaufhof auf Frühlingsware umzustellen. „Hoffentlich werden wir dann nicht noch einmal vom Wetter enttäuscht“, sagt Stauber.

„Das Wintergeschäft wurde wirklich vom Winde verweht. Am 1. November hatten wir 20 Grad, auch im Dezember herrschten zweistellige Plusgrade. Der Umsatz im Textilgeschäft ist sehr wetterfühlig und das merken die Händler derzeit“, fasst Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, zusammen. Am kommenden Montag startet der klassische Winterschlussverkauf. Dort rechnet Bommann mit einem heftigen Preissturz – und sieht eine Situation, von der die Händler und Verbraucher in den kommenden Wochen profitieren könnten. „In den Lagern liegen zahlreiche Wintertextilien. Die Händler werden mit vielen Angeboten den Abverkauf vorantreiben. Aber auch die Verbraucher werden bei den derzeit niedrigen Temperaturen noch einmal bei Bekleidung zuschlagen. Das sind für beide Seiten optimale Voraussetzungen.“