Das aktuelle Wetter Duisburg 10°C
Müllgebühren

Müll kommt Mieter teuer zu stehen

02.02.2012 | 18:38 Uhr
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
Zwei gleich große Tonnen: Während ein Dreifamilienhaus mit 5 Personen für die 120-Liter-Tonne rund 463 Euro bezahlen muss, zahlt der Eigenheimbesitzer mit 5 Personen im Haushalt nur 369 Euro - allerdings alleine, während sich die Mieter die Gebühren teilen.Foto: Udo Milbret

Duisburg.Viele Mieter in Mehrfamilienhäusern müssen in diesem Jahr mit höheren Müllgebühren rechnen . Die Wirtschaftsbetriebe haben in den vergangenen Wochen die Gebührenbescheide an die Hausbesitzer verschickt. Erstmals werden die Müllgebühren aufgeteilt in eine Jahresgebühr pro Haushalt und Müllvolumen pro Person.

Dies führt zu kuriosen Unterschieden, wie WAZ-Leser Jürgen Krause ausgerechnet hat: „Ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohnungen und fünf Personen soll nun rund 25 Prozent mehr für eine 120-Liter-Tonne zahlen als ein Einfamilienhaus, in dem ebenfalls fünf Personen leben. Das ist ungerecht!“

In einem anderen Fall müssen Mieter in einem Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen und zehn Personen über 250 Euro im Jahr mehr an Müllgebühren bezahlen als noch im letzten Jahr. Trotzdem weisen die Wirtschaftsbetriebe den Vorwurf einer „versteckten Gebührenerhöhung“ von sich. Sprecher Volker Lange: „Für andere wird es schließlich billiger.“

Wirtschaftsbetriebe beharren auf ihrem Standpunkt

Gebühren-Beispiel
Jedes Jahr teurer

In dem Dreifamilienhaus von Jürgen Krause leben fünf Personen. 2010 zahlten alle gemeinsam 370 Euro für die 120-Liter-Tonne, 2011 bereits 403 Euro und ab Januar 2012 nun über 460 Euro. Nach den Berechnungen der Wirtschaftsbetriebe braucht das Haus eigentlich nur eine 100-Liter Tonne (20 Liter mal 5 Personen). Die gibt es aber nicht. Eine 120 Liter-Tonne kostet 322,92 Euro im Jahr. Zusammen mit der Grundgebühr (3 x 46,92 Euro) macht dies 463,68 Euro.

Hausverwalter Dieter Efkemann aus Buchholz hat Einspruch gegen zwei Bescheide der von ihm betreuten Häuser in Neudorf und Meiderich eingelegt. Darin schreibt er: „Es kann nicht sein, dass im gleichen Haus eine Wohnung mit 130 Quadratmetern und mit fünf Personen belegt, die gleiche Grundgebühr von 46,92 Euro zu tragen hat wie eine Kleinwohnung von 39 Quadratmetern, die von einer Person gemietet wird.“

Doch genau damit argumentieren die Wirtschaftsbetriebe, denn die „Grundgebühr“ sei aus den Fixkosten wie Betrieb der Recyclinghöfe, Fahrzeugpark, Tonnen-Bereitstellung, Personalkosten und Weihnachtsbaumabfuhr usw. errechnet, wie Volker Lange erklärt. Und die entstünden für jeden Haushalt gleich. Hinzu käme jeweils das errechnete Müllvolumen, das die Wirtschaftsbetriebe mit 20 Litern pro Person berechnen. Wie viele Personen in einem Haushalt leben, mussten die Hausbesitzer den Wirtschaftsbetrieben im Frühjahr 2011 bereits mitteilen.

Kleinere Tonnen sparen

Doch auch hier gibt es ein Problem: Ändert sich die Personenzahl zum Beispiel durch Auszug der erwachsenen Kinder, muss der Vermieter umgehend die Neuberechnung der Müllgebühren bei den Wirtschaftsbetrieben beantragen. Gleiches gilt auch bei Leerstand.

Zieht wieder jemand ein, muss eine neue Meldung an die Wirtschaftsbetriebe erfolgen. Um ein paar Euro zu sparen, können Vermieter bzw. Hausbesitzer aber auch kleinere Tonnen beantragen, zum Beispiel wenn die Möglichkeit besteht, Bio-Müll zu kompostieren . Oder man bestellt – falls noch nicht geschehen – den Vollservice ab und stellt die Tonne selbst raus.

Alfons Winterseel

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
05.02.2012
18:47
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
von Braami | #8

Mein Gebührenbescheid kam dieses Jahr gleich doppelt.Da könnte man auch schon Gebühren sparen!

04.02.2012
16:40
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
von Hotte44 | #7

Kommt dann im Jahr 2013 die Tonnenmiete? Die Rentner haben 0,99% mehr Rente erhalten. Der Strom, der Müll, DVG, alles teurer. Nicht mehr lange bis dass Fass überläuft und die Bürger sich eine preiswertere Stadt suchen. Der Einwohnerschwund reicht offenbar noch nicht.

03.02.2012
20:32
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
von Bart_Simson | #6

Worüber regen wir uns auf?

Die letzte Landesregierung hat die Möglichkeit des Widerspruchs abgeschafft, so dass nun direkt vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden muss. Wehe dem der Böses dabei dachte!

Nun erhöhen die Wirtschaftsbetriebe Duisburg die Müllgebühren, z.B: bei einem Sechsfamilienhaus und einer 120 Liter - Tonne von 403 Euro auf 604 Euro, über den Daumen 50% .

Allerdings muss es in Duisburg viele wohlhabende Menschen geben, solche, die in einem Einfamilienhaus leben, wie wahrscheinlich den Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe, denn die zahlen ja nun weniger!

Und wieder gilt, wehe dem der Böses dabei denkt oder "gewulfft" wird überall.

03.02.2012
18:56
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
von eagle | #5

Es muss viel bezahlt werden. Abfindungen, Gutachten, juristischer Beistand etc.

03.02.2012
14:53
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
von RalphDU | #4

Das ist ja Mal wirklich reine abzocker und ver....ung
bei einer Mülltonne ob jetzt 20 oder 120L die betribskosten bleiben ja gleich, die fahren ja nicht für jeden Mieter extra zur Mülltonne und das Volomen der Tonne wird ja eh extra abgerechnet....
Allso ist das ja mal ei fadenscheiniges und besonders dummes Argumennt hoffe aller Vermiter legen einspruch ein ...

03.02.2012
13:46
Wie war das noch mal
von DU-Kersten | #3

Sollten nicht die anderen "Städtischen Töchter" irgendwie den Verlust der Gebag ausgleichen.
Das bedeutet, wir alle zahlen für die Fehlentscheidungen (Küppersmühle etc.)

03.02.2012
12:49
Müll kommt Mieter teuer zu stehen
von rp50745 | #2

Eine faire Berechnung der Grundgebühr wäre gegeben, wenn sie je Tonne und nicht pro Haushalt/Familie berechnet würde. Das Argument von Herrn Lange: „Für andere wird es schließlich billiger.“ ist in diesem Zusammenhang ein Schlag ins Gesicht der Gebührenzahler. So kann sich nur ein Monopolist gebärden.

03.02.2012
12:38
Alles Müll
von Kravattenmuffel | #1

Da können die Wirtschaftsbetriebe erzählen was sie wollen, hier wird nur Kasse gemacht.
Ja, es wird alles teurer, gar keine Frage. Aber die Preiserhöhungen sollten sich schon im Rahmen halten. In „unserem“ Haus zahlen wir zukünftig 11% mehr. Es fällt nicht ein kg Müll mehr an, es wird nicht einmal mehr die Sperrgutabholung geordert oder der Wertstoffhof besucht. Die Argumentationen des Amtes sind reine Verar…ung. Müll fällt nicht nach Wohnungen sondern nach Personen an. Das Durcheinander möchte ich sehen, was los ist, wenn für jeden Monat Wohnungsleerstand die Tonne gewechselt oder die Anzahl der Bewohner geändert werden muss. Nach der Rechnung müssten sich auch die Grundgebühren täglich ändern, die städt. Bevölkerungszahl ändert sich auch.
Nach der veröffentlichten Milchmädchenrechnung "es wird ja auch was billiger..." kann das nur bei den armen Einfamilenhauseignern sein. Wenn man bei der Sperrmüllentsorgung sieht wo die großten Berge liegen, wer den meisten Gartenmüll produziert... ja dann stimmt da was nicht...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6310166/create

Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest in Großenbaum
Bildgalerie
Schützenfest
Kanu Worldcup
Bildgalerie
Wassersport
Aus dem Ressort
SPD attackiert Lensdorf - „Faule Eier“ als Wahlgeschenk
Politik
„Mit faulen Eiern“ als Geschenk ziehen zur Zeit die CDU und deren Bürgermeister Lensdorf nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Herbert Mettler durch die Stadt. Grund für diesen Vorwurf: die CDU verspreche die Rücknahme von Sparvorschlägen, ohne zu sagen, woher das Geld kommen soll.
Toter Bandido - Keine Spur nach Duisburg
Rockerbanden
Im Fall des in Bottrop am Dienstag erschossenen Mitglieds der Rocker-Gruppe Bandidos gibt es nach Auskunft der Polizei keinen Hinweis auf eine Verbindung nach Duisburg. Das erklärte Polizeisprecher Stefan Hausch auf Anfrage.