Moschee in Walsum: Auch der Rat sagt Nein
28.04.2008 | 16:10 Uhr 2008-04-28T16:10:00+0200STADTRAT. Große Mehrheit für Ablehnung des VIKZ-Neubaus. Der Bauantrag ist aber rechtens.
Der Stadtrat hat sich gestern hinter den einstimmigen Beschluss der Walsumer Bezirksvertretung gestellt und den Neubau eines islamischen Kulturzentrums mit Läden und Wohnungen in Walsum abgelehnt. Auch diese Ablehnung ist aber, so erklärte OB Sauerland, rechtswidrig, weil der Bauantrag vom Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) genehmigungsfähig ist. Die BV hätte frühzeitig einen Bebauungsplan gegen das Projekt aufstellen müssen.
Der Stadtrat sagte ohne Diskussion in geheimer Abstimmung Nein (66 Nein-, sechs Ja-Stimmen). Die geheime Abstimmung war zuvor unter den Fraktionen vereinbart worden. OB Sauerland erklärte dazu, dass er jetzt diese rechtswidrige Entscheidung dem Regierungspräsidenten mitteilen müsse, Bei einem anderen Thema gab es ein Hauruck-Verfahren. Und der Stadtrat konnte nicht viel mehr machen, als die Neubesetzung des Geschäftsführer-Postens bei der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB) abzunicken. Die GfB, die arbeitsfähige Sozialhilfe-Empfänger qualifiziert und in Arbeit bringt, wird ab 1. August von Ingo Schachta geleitet. Schachta ist bislang bei der Stadt-Tochter Wirtschaftsbetriebe Bereichsleiter. (ama)

00:47
liebe frieda engels,
das recht des einen endet, wo das recht des anderen aufhört...das ist das wesen unseres grundgesetzes. und es gibt eine güterabwägung...
unser kulturkreis wurde jahrhundertelang durch die christliche religion geprägt. andersdenkende halten das für nicht mehr zeitgemäss. wir müssen uns öffnen, aber bitte nicht einseitig für eine bestimmte glaubensrichtung. muslime haben garantierte rechte und das ist gut so. wenn sie eine ganze stadt umgestalten wollen und die bewohner wollen das nicht, ist das ebenso gut und wird vom grundgesetz geschützt. das hat nichts mit intoleranz zu tun, das sind normale regeln für ein geordnetes miteinander. würde in meiner nachbarschaft ein einkaufszentrum mit kirche oder moschee gebaut, würde ich das auch nicht wollen und wenn ich es nicht verhindren kann, mir eine neue bleibe suchen.
ich wehre mich dagegen, dass mittlerweile absolut alles als muslimfeindlich ausgelegt wird und wünsche mir etwas mehr objektivität aller beteiligten, auch von ihnen, frieda engels.
00:31
Frieda Engels: Diskutieren Sie im Forum mit über dieses Thema...
23:33
1949 haben unsere Gründungsvaeter eine Verfassung aus der Taufe gehoben, die Menschenrechte und bestimmte unveraeusserliche Grundrechte allen zugesteht. Sie haben diese wunderbare Verfassung mit der Erfahrung von Diktatur und Krieg gemacht. Muss es wieder Leid geben in diesem Land, damit wir uns wieder eines besseren belehren. Über 50 Jahre gibt es schon Moscheen in Deutschland. Kein Mensch hat sich daran angestossen. Auch nicht Muslime von konkurrierenden Fraktionen!!! Ich finde, das ist gelebte Gemeinsamkeit und demokratisches Selbstverstaendnis. Dies werde ich immer wieder betonen. Nicht Angstmacherei und Ausgrenzung, sondern persönliches Engagement für das Gemeinwohl wird unsere Werte und unsere Demokratie schützen.
15:35
@Frieda Engels
Ich bin Muslim und ich fühle mich von der Entscheidung der BV und des Rates ganz gut vertreten.
So einen konservativen Einkaufzentrumverein mit Mega-Moscheebau ist wirklich zu viel des Guten, wenn man bedenkt, dass nicht weit weg in Marxloh auch schon eine große Moschee steht, die zumal sehr schön ist. Ich behaupte mal, die reiche ganz gut zumindest für den Norden aus.
Auch unsere konservativen muslimischen Freunde sollten nicht gleich nach der ganzen Hand reißen, wenn ihnen eine akzeptierende und freundliche Hand angeboten wird. Damit meine ich die Hand aller moderaten Menschen in Duisburg, die nicht konservativ religiös oder überhaupt nicht religiös eingestellt sind.
12:06
Liebe Frieda Engels, Sie haben vergessen Ihre Uhr etwas vorzustellen. Holen Sie es nach und Sie wissen was hier passiert.
11:52
was passiert hier eigentlich. Sind die die lebenden aber in der Bv nicht vertretenen Muslime keine Bürger. Gilt Recht nicht Muslime? Wieso tun sich die Parteien so schwer Migranten mit religiösem Hintergrund aufzunehmen?
Fireda Engels
21:14
Es wäre schön, würde der Vertreter der Bürger, in diesem Fall der OB Sauerland sich einmal um die Belange und wünsche der Bürger kümmern. Wann haben Sie sich zuletzt unter das Volk gemischt um dessen Lebensumstände kennzulernen, oder sind sie so weit der Realität entrückt. Ich unterstütze das Abstimmungsergebnis des Stadtrates.