Moschee-Gemeinde in Duisburg-Beeck beantragt Minarett

Ein Bürger betrachtet die Homepage der Ditib-Gemeinde in Duisburg-Beeck.
Ein Bürger betrachtet die Homepage der Ditib-Gemeinde in Duisburg-Beeck.
Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Neubau Ecke Lange Kamp/Bruckhauser Straße in Duisburg-Beeck entsteht eine Moschee. Nachträglich wurde der Bauantrag für ein Minarett eingereicht.

Duisburg.. Die Beecker Ditib-Moschee-Gemeinde möchte ihr Gotteshaus um ein Minarett erweitern. Das bestätigte Köksal Cankaya, Vorsitzender des Moschee-Vereins, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. „Ob tatsächlich gebaut wird, ist aber noch gar nicht klar“, ergänzte er. Auf der Homepage der Gemeinde indes ist gleich auf der Startseite ein Entwurf inklusive Minarett zu sehen.

Ursprünglich hätte die 150 Mitglieder starke Gemeinde nicht geplant, ein Minarett zu bauen. Man habe die Kosten gescheut, so Cankaya. Allein fürs Grundstück an der Ecke Lange Kamp/Bruckhauser Straße (ehemaliger Getränkemarkt) mussten nach unseren Informationen 500 000 Euro berappt werden, etwa das Doppelte, also eine Millionen Euro, soll das Moschee-Gebäude mit angeschlossener Vorbeter-Wohnung kosten. Jetzt, da der Rohbau nahezu abgeschlossen ist, sei aber doch der Wunsch nach einem Minarett als typischem Zeichen eines islamischen Gebetshauses aufgekommen, sagt Cankaya.

Kritik im Stadtteil Beeck wird laut

Zu Details äußerte er sich nicht – die Pläne lägen beim Architekten. So machte er auch zur Höhe des Turms keine Angaben. Die Stadt Duisburg indes mag sich nicht äußern, ob ein Bauantrag eingegangen ist: „Aus Datenschutzgründen“, so Stadtsprecher Falko Firlus. Cankaya dagegen bestätigt: Der Antrag sei im März gestellt worden.

Inzwischen wird im Ortsteil über den Bauantrag diskutiert, Kritik wird laut. Cankaya: In Marxloh gebe es doch auch ein Minarett, was also spreche gegen eines in Beeck? Anfang Dezember vergangenen Jahres, als die Baumaßnahme vorgestellt wurde, hieß es, dort sei ein architektonisch zurückhaltender, zweigeschossiger Sakral-Bau ohne Minarette geplant. Im Ortsteil wundert man sich, dass nun doch eines beantragt worden ist, und fragt sich, ob darüber nicht öffentlich diskutiert werden müsse – und vor allem: ob die Bezirksvertretung kein Mitspracherecht habe.

Gläubige fühlen sich hier wohl

Cankaya legte im Gespräch mit unserer Redaktion Wert darauf festzuhalten, dass sich seine Glaubenbrüder- und schwestern in Duisburg zu Hause und „hier wohl fühlen“. Ansonsten hätte man sich nicht für den Bau einer Moschee entschieden.

Auf Kritik stößt auch die Baumkappung auf dem Moschee-Gelände. Marlene Mumot vom Umweltforum Duisburg hat Beschwerde bei der Stadt eingereicht.