Möbelriese Ostermann hat keine Angst vor der Krieger-Konkurrenz in Duisburg
15.02.2011 | 18:45 Uhr 2011-02-15T18:45:00+0100
Duisburg.Möbelunternehmer Rolf Ostermann will in Duisburg-Meiderich für 100 Millionen Euro einen riesigen Möbelmarkt bauen. Zum Weihnachtsgeschäft 2013 soll das Haus fertig sein und der Stadt 300 Vollzeitarbeitsplätze und 30 Ausbildungsstellen bringen.
Kurt Krieger will’s alleine machen oder gar nicht. Rolf Ostermann will’s auf jeden Fall machen: die Ansiedlung eines riesigen Möbelmarkts in Duisburg.
„Wir kommen nicht wegen Krieger, aber wir kommen auch nicht wegen Krieger nicht“, stellte der Chef der Einrichtungskette Ostermann am Dienstag gegenüber der WAZ-Mediengruppe klar. Er sei fest entschlossen, in Meiderich an der A 59 eine Möbelzentrum zu errichten mit rund 50 000 Quadratmeter Fläche. Für den Standort sprächen unter anderem die gute Erreichbarkeit durch die Autobahnanbindung und die Nähe zu weiteren Autobahnen. Zusammen mit dem Nachbarn Ikea könne man auf dem alten Zeus-Gelände einen „Kompetenzstandort“ für Möbel bilden: „Das ergänzt sich eher als es sich kannibalisiert“, so Ostermanns Sicht auf einen Einrichtungsballungsraum Meiderich. Das werde ein „wesentlicher Beitrag zur Strukturverbesserung im Norden Duisburgs“. Und verwirkliche Krieger zusätzlich noch sein Vorhaben am Hauptbahnhof, könne Duisburg gar zum „Einrichtungs-Mekka für die gesamte Region“ werden. Ostermann: „Wettbewerb belebt das Geschäft!“
100 Mio Euro will er in sein Duisburger Vorhaben stecken, zum Weihnachtsgeschäft 2013 die Türen des Möbelhauses öffnen. 300 Vollzeitarbeitsplätze und 30 Ausbildungsstellen seien damit verbunden, maximal ein Drittel der Belegschaft arbeite in Teilzeit.
Beim Erwerb des Geländes „keine Rückgabeklausel vereinbart“
Eine Fläche von 12,5 Hektar hat Ostermann gekauft, 8 Hektar werden für das Möbelvorhaben gebraucht, etwa 4 Hektar könne man für eine Nutzung durch Handwerk oder Kleinindustrie nutzen, erläuterte der Chef des Wittener Familienunternehmens. Und man habe beim Erwerb des Geländes „keine Rückgabeklausel vereinbart“, wies er Bedenken zurück, er könne sich möglicherweise nur für Duisburg interessieren, um Kriegers Expansion zu verhindern.
Ostermann sei bereits seit mehr als einem Jahrzehnt auf der Suche nach einem Standort in Duisburg, ein Vorhaben in Kaßlerfeld habe sich wegen unklarer Altlastenfragen zerschlagen. Auch das Gelände des früheren Güterbahnhofs, das jetzt größtenteils von Krieger erworben wurde, habe man ins Auge gefasst, als dort noch das Einkaufszentrum „Multi Casa“ geplant war.
Nun gehe man „mit voller Kraft“ an die Umsetzung der Pläne für Meiderich. Bei Bedarf werde Ostermann eine Brücke über die A 59 verbreitern, um Verkehrskonflikte zu vermeiden. Was Altlasten angeht, gebe es klare Vereinbarungen schon zwischen Stadt und Vorbesitzern, an die man sich zu halten habe. Das Grundstück selbst wolle man an die vorhandenen Grünverbindungen anschließen, die Parkplätze „parkähnlich“ anlegen und die Zusammenarbeit mit dem nahen Landschaftspark suchen.
Einer der 20 größten Möbelhändler in Deutschland
Konkurrenz für das eigene Haus in Bottrop befürchtet Ostermann nicht. Kunden aus Duisburg seien dort eher selten. Das Meidericher Möbelzentrum soll vor allem Kunden ansprechen in Mülheim, Oberhausen, Dinslaken, Wesel sowie im linksrheinischen Raum.
Ostermann gehört nach eigenen Angaben zu den 20 größten Möbelhändlern in Deutschland und ist die Nummer 1 im Ruhrgebiet. Es betreibt vier große Einrichtungszentren mit insgesamt 1500 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Witten, Haan, Bottrop und Recklinghausen. Auf einer Gesamtverkaufsfläche der Geschäftsbereiche Ostermann und Trends (Mitnahmemarkt) erwirtschaftet das 1949 gegründete Unternehmen 300 Mio Euro Jahresumsatz. An der Spitze stehen die Brüder Manfred und Rolf Ostermann.

15:45
Gut das da Bewegung ist und in zwei Jahren das Möbelhaus steht. Krieger wird nachziehen allein schon wegen seinem Eitelkeit.
Der OB mit seinen Planern hat das gut gemacht.
Duisburg wird das wohl später danken.
10:53
Duisburg als Möbelzentrum für die Region?
Hört sich gut an, wenn es nicht schon in unseren Nachbarstädte ebenfalls große Möbelhäuser gäbe.
Was ist mit den Möbel- und Küchenhäuser die noch in Duisburg bestehen?
Die sind gegen so große Häuser konkurenzlos und werden sicherlich dann schließen.
Vergessen ist wohl die Zeit als auch Duisburg einige Möbelhäuser mehr beheimatete, z. B. das Möbelhaus auf dem jetzigen Kauflandgelände in Hamborn an der Duisburger Straße, die Möbelhäuser in der Stadtmitte oder die Möbelhäuser Kleier im duisburger Süden.
Ich halte die Haltung der Politik an mehreren neuen Möbelhäuser als eine Gefahr für die noch vorhandenen sowohl auch für die neuen Möbelhäuser, denn Kaufkraft ist endlich.
Zum Gelände am Bahnhof sage ich nur: die Stadt hat lange genug gepennt. Und das ein Investor dann so ein Grundstück für seine Bedürfnisse erwirbt ist normal im Immobiliengeschäft ob es einem passt oder nicht.
Ich bin der Meinung, Krieger hat seine Hausaufgaben gut gemacht.
20:51
@ #10
Sorry, aber zu diesem inhalts- und ahnungslosem posting fällt mir nur ein Schild-Smiley ein:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die F..... (den Mund) halten!
Bzw. die Finger von der Tastatur.
Die aktuelle Kriegerplanung (Ende 12.2010) hat echte Ähnlichkeiten mit Fosters Duisburger Freiheit!
Grün, Seen, begrünte Möbelhäuser, (Büro)Häuser im Grünen.
Und, nein, keine Luftblasen, sondern bereits in der Bebauungsplanphase!
Gibt es für den Standort nicht noch Pläne in Richtung Wohnbebauung, Stadentwicklung, Urbanität?
Ja, eben!!! Genau das!!!
Allerdings hatte Foster an diesem Standort mehr Büro- denn Wohnbebauung geplant.
Schade, dass hier nicht zwischen Wissen und NICHTwissen diferenziert wird!
12:44
Ich finde einen Möbelmarkt in Meiderich - auch dort gibt es jede Menge Brachgelände, besser als in der zentraleren Innenstadtlage.
Was aus dem alten Bahngelände wird???? Hoffentlich mehr als ein zubetonierter großer Parkplatz mit ein paar erhöhten Plattenbauten, die sich dann Einrichtungscenter nennen. So was macht man nicht mit nem Filetstück, das verbrät man nicht so einfach! Gibt es für den Standort nicht noch Pläne in Richtung Wohnbebauung, Stadentwicklung, Urbanität?
Auch wenn das noch länger dauern sollte, die nachkommenden Generationen werden es einem eher danken als übel nehmen.
23:42
Ostermann kommt - egal wie -, Krieger ziert sich wie eine Jungfrau. Konkurrenz in Sicht - oh Mann! Jetzt wirds interessant. Wer hat mehr Mumm? Ostermann oder Krieger?
18:12
Und wer soll das Wäldchen bezahlen?
Zumindest hört man endlich was von Ostermann. Die Pläne klingen nicht schlecht.
Gleichwohl bleibt ein fader Beigeschmack, denn die Parallelen zum Multi Casa-Debakel vor sechs Jahren sind frappierend: Damals wie heute gab es schon längst einen Investor für das Bahnhofsgelände, der Millionen investiert und die Schüppe schon in der Hand hatte. Damals wie heute zog die Stadt dann plötzlich einen anderen Investor aus der Tasche. Damals wie heute wird das Bahnhofsgelände wieder Jahre vor sich hingammeln. Bis dann in 6 oder mehr Jahren ein noch mieserer Investor auf den Plan treten wird. Ich tippe auf den Penny-Markt, an den Krieger dann sein Gelände verschärbelt. Damals wie heute wird´s dann auch in 6 Jahren wieder Proteste dagegen geben, das sog. Filetstück derart unter Wert zu vermarkten. Auch der Penny Markt wird sich dann frustriert zurückziehen.
Und noch in 30 Jahren wird die Brache so unansehnlich aussehen wie heute und so auch weiter Antiwerbung für die Stadt Duisburg betreiben.
13:53
@6 kikimurks
Na dann lieber Wäldchen als Krieger ;-)
13:20
Mir scheint es eher so, als habe Krieger Angst vor Konkurenz. Wenn Ostermann diese nicht hat, hat er entweder ein gutes Selbstbewusstsein oder den Standort gut geplant (oder vielleicht beides).
Was die Wackeldackel anbelangt. Deren Aufgabe ist es nicht den Markt für einen Investor zu schützen. Wenn sich ein zweiter Investor in der selben Branche ansiedeln will, ein Gutachten bestätigt, dass der Markt das hergibt und auch sonst, außer der Konkurrenzangst des ersten Investors, nichts dagegen spricht, ist die Ansiedlung zu genehmigen. Ansonsten könnte man sich schon einmal ganz schnell auf eine Klage beim Verwaltungsgericht und Schadensersatzforderungen einstellen.
Aber Krieger hat ja noch die Möglichkeit auf den Bau zu verzichten, wenn er Angst vor Ostermann hat. Dann wird halt wieder ein Wäldchen aus dem Gelände und Duisburg hat seine grüne Lunge.
11:40
@GutesGewissen
als ein Unternehmen, das auf kaltem Wege hier einen Konkurrenten ausschalten will. Auch wenn dieses auf Deuvel komm raus geleugnet wird.
Auf welchen Grundlagen beruht diese Behauptung?
11:37
@3
Wackeldackel - der ist gut! :-)
Aber dass Ostermann in der Lage ist, Krieger auszuschalten - nunja, das halte ich für wirtschaftlich äusserst fragwürdig. Krieger ist die No. 2 direkt hinter IKEA, knapp 2 Mrd. Euro Jahresumsatz. Eher wirft das ein klärendes Licht auf sein Geschäftsmodell, das anscheinend nur ohne Konkurrenz funktioniert. Aber das hatten wir hier an anderer Stelle schon einmal…