Mitarbeiter gehören zum Inventar

Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv

Wanheimerort..  „Die beiden gehören quasi zum Inventar“, sagt Heidi Reich und lächelt ihre beiden Mitarbeiterinen an. Die drei Damen stehen zwischen zwei Regalwänden in ihrem kleinen Reich. Ein schmaler, langer Raum an dessen Seiten die Regale von oben bis unten mit allen möglichen Deko-Artikeln und Geschenkideen vollstehen. In „Ulla’s Lädchen“ auf der Fischerstraße gibt es Kerzen, Bilderrahmen, Frühstückbrettchen, Porzellanfiguren, Kuscheltiere und Blumengestecke für jeden Anlass. Heidi Reich verändert ihr Angebot je nach Jahreszeit und Nachfrage ständig. „Wir haben alles für das Kleinkind bis zur 90-jährigen Oma“, sagt Reich.

Marlies Kiesler ist Mitarbeiterin der ersten Stunde. 1984 wurde „Ulla’s Lädchen“ eröffnet. Ein Jahr später fing Kiesler als Verkäuferin an und hielt dem Laden bis heute die Treue. „Der erste Laden öffnete damals am Lutherplatz“, erzählt sie. „Seit knapp 28 Jahren sind wir jetzt in Wanheimerort.“ Damals betrieben Wolfgang Simon und die Namensgeberin des Ladens, Ursula Hofrath, das Geschäft. Oder besser: die Geschäfte. Bis 1990 zählte der Shop zu einer kleinen Kette, mit Standorten in Oberhausen, Essen oder Meiderich.

Auch Josefin Kamp „gehört zum Inventar“. Ein Jahr nach Kiesler stand sie erstmalig hinter der Verkaufstheke. Sie erinnert sich vor allem an eine Modeerscheinung der späten 1990er Jahre. „Es gab einen riesen Run auf Diddl-Artikel“, erzählt Kamp. Plüsch-Mäuse und Papierblöcke waren bei Kindern heiß begehrt. „Die haben uns die Sachen vom Lkw weggekauft“, blickt sie lachend zurück.

Am 14. Februar 1987 wurden die Ladentüren erstmalig auf der Fischerstraße aufgeschlossen. „Es war kalt“, erinnert sich Kiesler, „und der Chef glaubte, es wird eine Pleite, weil bei dem Wetter kaum jemand auf der Straße zu sehen war.“ Am Ende sei es ein großer Erfolg geworden. „Beim Dekorieren kauften die Leute schon die Sachen aus dem Schaufenster heraus.“ Doch nach und nach schloss ein Laden nach dem anderen. 2001 der letzte auf der Oststraße.

Übrig blieb einzig der Standort auf der Fischerstraße, den Heidi Reich 2005 übernahm. Die heutige Besitzerin war zwei Jahre zuvor als Verkäuferin in den Laden gekommen. Die Vorgänger wollten sich altersbedingt aus dem Geschäft zurückziehen. „Die Entscheidung ihn zu kaufen, fiel nicht schwer“, sagt sie, „sonst wäre geschlossen worden.“ Für Reich und ihre Kollegin keine Alternative. „Wir sind bekannt im Stadtteil. Die viele älteren Leute kommen oft nicht mehr bis in die Innenstadt und kommen zu uns.“ Egal, ob zum Einkaufen oder für ein Schwätzchen. Für die Stammkundschaft wollen die drei Damen noch lange weiter machen. „Solange es gesundheitlich geht, bleibe ich hier“, sagt Marlies Kiesler. So wie seit fast 30 Jahren.