Loveparade-Drama
Mitarbeiter der Stadt Duisburg werden angefeindet
29.07.2010 | 19:53 Uhr 2010-07-29T19:53:00+0200
Duisburg.Die Gewerkschaft Verdi fordert OB Sauerland auf, seine Amtsgeschäfte ruhen zu lassen. Die Stadtspitze stelle sich nicht vor die Belegschaft, die Anfeindungen ausgesetzt sei. Sauerland selbst hat einen Brief an die Mitarbeiter geschrieben.
Die Gewerkschaft Verdi fordert OB Adolf Sauerland auf, seine Amtsgeschäfte ruhen zu lassen. Der Anlass: Zunehmend würden Stadt-Bedienstete beschimpft und bedroht und für die Loveparade-Tragödie verantwortlich gemacht, doch die Stadtspitze sei abgetaucht und stelle sich nicht schützend vor die Belegschaft. Selbst Morddrohungen habe es gegeben. So wurden Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe auf dem Recyclinghof in Hochfeld für die schrecklichen und unter die Haut gehenden Geschehnisse am Samstag verantwortlich gemacht. Mitarbeiter im Callcenter der Stadt Duisburg wurden telefonisch mit dem Tod bedroht.
„Hier werden Beschäftigte, die selber traumatisiert sind, auf das Übelste von Bürgern beschimpft“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. Die stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin Britta Munkler: „Das ist ein unerträglicher Zustand, dass die Beschäftigten beschimpft werden, nur weil die Stadtspitze sich seit Tagen um ihre politische und moralische Verantwortung drückt und diese nun auch noch delegieren will.“
Verdi geht davon au, dass der Weg für eine lückenlose Aufklärung frei wäre, wenn Adolf Sauerland seine Amtsgeschäfte ruhen ließe. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter der Verwaltung verantwortlich gemacht werden „für das desaströse Management der Stadtspitze“. Verdi erinnert daran, dass die Kollegen selbst tief betroffenen seien und viele von ihnen in 24-Stunden-Schichten eingesetzt waren, um Straßen von Unmengen an Glas zu reinigen, damit die Rettungswagen ungehinderten Zugang hatten. Gleiches gelte für den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der städtischen Feuerwehr.
Sauerland schreibt Brief an Mitarbeiter
Oberbürgermeister Sauerland selbst hat sich inzwischen in einem Schreiben an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gewandt. In dem Brief, der der Reaktion vorliegt, geht er auch darauf ein, dass die „gegen mich geschürte Wut auch Sie massiv trifft.“ Weiter heißt es: „Ausdrücklich möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen für die missverständlichen Äußerungen, die die Medien heute veröffentlicht haben. Keinesfalls wollte ich mich von Ihnen distanzieren, sondern habe offensichtlich missverständlich unser Verwaltungshandeln zu erklären versucht. Ich habe Vertrauen in Ihre Arbeit und verantworte diese auch.“
Mit der Weigerung, zum jetzigen Zeitpunkt zurückzutreten, wolle er vermeiden, dass es dadurch zu einer Vorverurteilung der Verwaltung komme, „die sich bei der Vorbereitung Loveparade hochengagiert eingebracht hat.“
Ferner heißt es in dem Schreiben, dass Oberbürgermeister Sauerland bereit sei, „zur gegebenen Zeit die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“ Diese Situation erfordere von allen eine unglaubliche Kraftanstrengung. „Bitte beteiligen Sie sich nicht an Vorverurteilungen. Behalten Sie bitte Ihre Solidarität gegenüber unserer Stadt.“

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20:18
Merkwürdig - überall spricht man von Kollektivhaftung. Das unsägliche 3.Reich, beim Umweltschutz, bei der Krankenversicherung etc.
Aber bei der Stadtverwaltung von Duisburg im Rathaus soll es eine Ausnahme geben, nur einer soll die gesamte Schuld auf sich laden und verschwinden.
Aber was ist mit dem gesamten Gefolgsamspack in der Stadtverwaltung? Alle haben sie munter drauflos geplant, davon gewusst das es nicht so rund ablaufen kann oder es geahnt, aber keiner hat den Mumm gehabt zu sagen: Nein - mit mir nicht.
Nur so konnte die Stadtverwaltung dem offenbaren Gröfaz der Stadt Duisburg nicht widersprechen und hat kräftig mitgeholfen dem Kommerz eines Muckibudenbesitzers zu folgen und hat blindlinks Genehmigungsstempel und ihren Friedrich-Wilhelm unter jegliches Papier gesetzt. Es wird schon gutgehen.
Bedenken nach einem Tanz auf dem Drahtseil waren da, wurden aber überspielt. Und dann riss das Drahtseil eben und das Unglück war da. Und alle Verantwortlichen tauchten unter und jammern jetzt sie haben Angst in ihren Verwaltungsbunker mit Namen Rathaus zu gelangen. Polizeischutz muss her. Sie fürchten sogar um ihr Leben.
Wer nichts zu verbergen hat kann sich auch jeder Kritik stellen und muss nicht sich in einer Ecke vor dem Volk verstecken.
17:51
#2 r.kant
Die Verwaltungsmitarbeiter müssen sich nicht bei der Presse bedanken, sondern bei ihrem Chef. Der lässt sie völlig im Regen stehen, weil er null Charakter hat.
Es gibt eine moralische und eine politische Vernunft, und beide haben es geboten, dass er zurücktritt. Das hat nichts mit Unschuld oder Schuld zu tun, sondern mit Anstand.
Abgesehen von Herrn Sauerland haben sich jedoch nach der Katastrophe alle Verantwortlichen disqualifiziert, indem sie entweder im Urlaub waren - unvorstellbar!!!!!! - oder abtauchten. Duisburg braucht solche Nullen nicht. Sie brauchen Menschen, die qualifiziert arbeiten, bereit sind, die Verantwortung, für die sie teuer bezahlt werden, zu übernehmen, und die auch dann zu ihrer Stadt stehen, wenn etwas Fürchterliches passiert ist, für das sie möglicherweise sogar mitverantwortlich sind. Das CDU-Parteibuch ermöglicht leider viel Unvorstellbares, aber nicht alles.
Wenn Sie einmal Ihre parteipoltische Brille abnehmen könnten, müssten Sie derartig unqualifizierte Beiträge nicht schreiben.
02:20
Schauen Sie sich einmal noch jetzt ( früher Morgen des 31.7.2010) auf Herrn Pleitgens Seite ruhr2010 die ZWEI Lagepläne an Wegstrecke bzw. Gelände). Nicht nur, dass bei dem Trauergerede es auch der Ruhr2010 wichtig ist wir haben sie nicht verantwortlich zu vertreten, sondern auch zwei SELBSTWIDERSPRÜCHLICHE Lagepläne. Von der Karl-Lehr-Straße zwei scheinbare - scheinbar getrennte - Zugänge. Bei dem einen links und rechts JEWEILS Zu- und Abgang, und zwar so, dass sich der Personenstrom nirgends kreuzen soll.Bei dem anderen links NUR Ausgang, rechts NUR Eingang. Bei dieser Variante KREUZEN sich geplant zwei Personenströme.(Weggänge von links nach rechts, Zugänge von links nach rechts-hinein. Ich habe mir das vorsorglich soeben ausgedruckt, bevor durch ein ja immer denkbares Versehen so etwas auf einmal verschwinden könnte. Selbst bei dem Plan, bei dem sich nichts kreuzt, müsste man schon adrette Menschen wie bei einer Fronleichnamsprozession unterstellen, die sich brav an abgezirkelte Wege halten, um das als realistisch anzunehmen. Hat da eigentlich eine Planung vorgelegen, bei der die Präzision graphisch darstellbarer Wegeführungen eher eine Frage der phantasiebezogenen graphischen Schönheit und Beliebigkeit war ? Phantasie hat ja jedenfalls bei der Bekanntgabe von erwarteten Teilnehmerzahlen eine durchschlagende Rolle gespielt. Mich interessiert immer mehr der ergleich zum kirchlichen Weltjugendtag. Einerseits, ob da auch bei den Zahlen geschwindelt worden ist. Andererseits - selbst wenn man davon ausgeht, dass das Publikum doch etwas anders orientiert gewesen sein dürfte, Massenpanik kann es auch da geben. Gab es aber nicht. Gibt es eigentlich polizeiliche und ordnungsbehördliche Einschätzungen, wie das Schlachtfeld nach dem Weltjugendtag in Köln aussah ? Ob alles auch breitflächig dermaßen vermüllt und verdreckt war , wie nach der Dortmunder Loveparade ? Könnte es sein, dass man von kirchlichen, wegen der weltweiten Erfahrungen auch vatikanischen Instanzen für die Organisation von Großveranstaltungen doch einiges lernen könnte ? Die in der Menschheitsgeschichte zahlenmäßig größte Versammlung von Menschen zu einer Gelegenheit soll bei einer Hl. Messe des Papstes in Manila gewesen sein. ( laut wikipedia 4 Millionen Menschen).
22:57
@#136 Reiner52, Sie sprechen mir aus der Seele.
21:18
Ernsthaft: Adolf S. ist sicherlich eine skurile Type. Er verhält sich (oder wird verhalten) im Moment wie ein Tollpatsch. Aber kann man von ihm wirklich verlangen, daß er auf seine gesamten Pensionsansprüche verzichtet? Wahrscheinlich nicht. Gut, er hat möglicherweise den Tod von 21 Menschen moralisch zu vertreten. Aber ein jeder weiß doch: Wenn auf einer Party jemand stirbt, wird der Sarg hochkant gestellt und die Leute tanzen weiter. Das denkt sich sicher auch Adolf S. Außerdem: Der Mann hat Schulmeister ge-(verlernt). Damit ist er quasi beratungsressitent.
20:21
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19:31
Mitarbeiter der Stadt werden angefeindet
Mitarbeiter der Wirschaftsbetriebe werden angepöbelt
OB erhält Morddrohungen, Familie in Sicherheit gebracht
Auf die Einsatzkräfte der Polizei wird gemeckert
etc,. etc.
Liebe Bürger in NRW,
sind wir ein Hottentottenland?
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Bei allem Verständnis für Wut, Zorn, Enttäuschung, Trauer, aber das ist ja wohl das aller Letzte.
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Wo leben wir, was sind das für Menschen, die so reagieren.
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Die Bürger Duisburgs,schämen sich Duisburger zu sein, war hier und da zu lesen. Wenn ich nun ds oben zitierte lesen muss, höre, schäme ich mich Deutscher und Westfale, Bürger NRW`s zu sein.
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Nochmal, bei allem Schmerz, aller Wut, sollten wird doch ein stückweit noch soviel Niveau besitzen, uns nciht zu solchen , ich nenn es mal hirnrissigen Taten, hinreissen zu lassen.
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Grade las ich in der WAZ, auf der Demo gestern,wurde ein gebastelter Galgen geschwenkt.
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HAlloooooooooooooooooooooooooooooooooooo
leben wir in der alten Wildwest Zeit oder leben wir in einer Zeit in der wir uns auch gesittet und mit anständigen Worten auszudrücken vermögen.
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Noch eine Anmerkung zu einem Kommentar hier.
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Ich las, die PResse habe ja aufheizend ihren Teil dazu beigetragen.
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Darf ich mit Verlaub jene fragen, wenn Euch jemand befiehlt sprint vom Hochhaus, tut IHR das dann auch?.
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Meine Bitte als Mensch und Bürger dieses Landes bitte, an jene die Ihre Zunge nicht beherrschen können, unterlasst bitte derartig widerliche Entgleisungen - Danke !!!
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Mein Dank an dieser Stelle gilt abschliessend allen Polizisten, allen medizinischen Kräften, allen Helfern und all jenen nicht genannten, die während und nach dem furchtbaren Ereignis, den Menschen die Hand zur Hilfe gereicht haben und dies heute noch tun.
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Und Ihr, die Ihr angefeindet werdet, ich entschuldige mich bei Euch für das eckelhafte Verhalten einiger meiner Mitbürger.
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An jene die letzlich die Verantwortung zu tragen haben, sei es moralisch oder politisch, richte ich die Bitte, zeigt Grösse und stellt Euch der Verantwortung.
19:23
Wer hier anzweifelt, dass tatsächlich städtische Mitarbeiter/innen und auch die Mitarbeiter/innen der sogenannten Tochtergesellschaften WBD etc. sich massiven Anfeindungen durch Bürger ausgesetzt sehen, der sollte bitte mit offenen Augen durch die Welt gehen. Vergessen Sie alle bitte nie, dass diese Mitarbeiter/innen bis über ihre körperlichen und geistigen Grenzen hinaus gegangen sind, um nach diesem tragischen Unglück den Menschen zu helfen. Und dies ist eine Tatsache und keine Propaganda oder hohle Phrase. Ob diese Mitarbeiter/innen das Verhalten ihres obersten Chefs gutheißen, oder nicht, sei mal dahingestellt.