Mit Umweltschutz einen Profit machen

In nicht wenigen Fällen stehen Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen im Gegensatz zueinander. Nicht so beim Projekt „Ökoprofit Duisburg“, das in die dritte Runde geht: Bisher haben sich 25 Firmen aus der Stadt an dem vom NRW-Umweltministerium geförderten Programm beteiligt und konnten oft mit geringen oder keinen Investitionen ihren Energieverbrauch mindern. Der Lohn: Eingespartes Geld und ein Beitrag zum Klimaschutz.

Zum Teil Tausende Euro eingespart

Bei „Ökoprofit“ handelt es sich um ein einjähriges Projekt, das von der Umwelt-Beratungsfirma „B.A.U.M“ aus Hamm begleitet wird. Kooperationspartner sind die Stadt Duisburg, die Handwerkerschaft, der Unternehmerverband, die Stadtwerke, die Wirtschaftsförderung, die Wirtschaftsbetriebe und die Effizienz-Agentur NRW. „Bei Ökoprofit gehen wir in die Unternehmen, beraten sie und organisieren acht halbtägige Workshops“, erläutert Dorothee Meier von B.A.U.M.

Im Laufe des Projektes nehmen die Mitarbeiter viel unter die Lupe – etwa technische Geräte, die Beleuchtung oder die Abfalltrennung. Anschließend machen sie Verbesserungsvorschläge, die zum Teil verblüffend einfach sind. Wie bei Cremerius-Transport-Service, wo ein Heizkessel im Sommer in Betrieb war. Die Lösung: Der Kessel wird in dieser Zeit ausgeschaltet. Die Investitionen betrugen null Euro, die Einsparung liegt bei 6160 Euro und gut 70 000 kWh Energie jedes Jahr.

Auch simpel: Bei der DHL in Rheinhausen wurde die Warmwassertemperatur in Boilern etwa fürs Händewaschen von 65 auf 35 Grad reduziert – macht 440 Euro weniger. Es gibt auch investitionsstärkere Maßnahmen wie die Umstellung der Heizwärmeversorgung von eigenen Heizkesseln auf Fernwärme bei der Technologiefirma Brabender (Investition 37 400 Euro, Einsparung 6100 Euro jährlich).

Oder die Installation von Präsenzmeldern in Fahrzeughallen und im Keller der Wirtschaftsbetriebe. „Dort machte keiner das Licht aus, es brannte auch in der Nacht“, sagt Patrick Storm von den Wirtschaftsbetrieben. Nun ist dort nachts dunkel, investiert wurden 11 000 Euro, die jährliche Ersparnis beträgt 17 000 Euro. Doch warum sehen Mitarbeiter oder Chefs so etwas nicht? „Oft liegt eine Betriebsblindheit vor“, sagt Storm. Da sei es gut, bei Ökoprofit mitzumachen.

Alle beteiligten Firmen werden auch von der Stadt ausgezeichnet. In diesem Jahr können wieder „zehn bis 15 Unternehmen an Ökoprofit teilnehmen“, sagt Karl-Heinz Frings, Klimaschutzbeauftragter der Stadt. Und diese kämen wohl im Laufe des Sommers zusammen.