Mit Theater gegen die Isolation

Foto: Lars Heidrich

Wanheimerort..  Sie sollen ihrem Alltag entfliehen und gleichzeitig anderen Menschen davon erzählen: Der Kreisverband der Falken hat ein Theaterprojekt angestoßen, bei dem geflüchtete Menschen in Kontakt zu anderen Duisburgern kommen sollen, um die Welt um ihre Unterkünfte herum kennen zu lernen. Nun werden noch Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesucht, die die Gruppe bei der Arbeit an einem Stück begleiten wollen.

Seit Jahren schon beschäftigen die Falken den Theaterpädagogen Sami Osman, der Projekte durchführt. „Eines hieß zum Beispiel ,Zwischen Gestern und Morgen’, in dem es um das Erleben von Migration ging“, berichtet Frank Witzke vom Kinder- und Jugendverband. „Menschen, die aus Bulgarien hergezogen sind, waren hier noch nicht angekommen, dort aber auch noch nicht richtig weg. Auf dieser Grundlage haben wir jetzt ein bisschen rumgesponnen und uns überlegt, was wir als nächstes machen können.“

Im Flüchtlingsrat und in ihrem Umfeld suchten die Falken nach Interessierten, die sich am Theaterprojekt beteiligen wollen. Eine von ihnen ist Jana Baumeister. „Ich finde es wichtig, dass die Menschen, die in den Unterkünften wohnen, auch raus kommen“, erklärt die 19-Jährige. „Sie sitzen den ganzen Tag dort und wissen nicht, was sie machen sollen. Man muss sie an die Hand nehmen und ihnen Projekte bieten, die sie interessieren.“

Das soll nun auf Initiative der Falken hin gelingen. Zwar lautet der Titel der bisherige Arbeitstitel des Theaterprojekts „Flüchtlinge spielen für Flüchtlinge“, doch sind auch alle anderen Menschen aufgerufen, sich in das Stück einzubringen. Wer sich mit den Themen Verfolgung, Vertreibung, Flucht und Asyl auseinandersetzen möchte, ist im Projekt willkommen. Menschen, die schon länger in Duisburg leben, können für die Geflüchteten ein wichtiger Kontakt zur Stadtgesellschaft werden, „auch wenn es nur zwei Stunden pro Woche sind, die man zusammen hat“, sagt Witzke. Dadurch würde die Isolation aufgebrochen.

„Wir werden kein moralisches Lehrstück produzieren. Es soll Spaß machen, sich das anzugucken“, betont Witzke außerdem. Geplant ist, dass in sich geschlossene kurze Szenen entstehen, die dann an einem Abend aufgeführt werden können. Am Mittwoch, 4. Februar um 19 Uhr findet in den Räumen der Falken an der Düsseldorfer Straße 399 ein erstes Treffen statt, bei dem das Projekt Interessierten vorgestellt werden soll.