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Mit Robotern durch die künstliche Naturkatastrophe

27.05.2014 | 18:40 Uhr
Mit Robotern durch die künstliche Naturkatastrophe
Mit selbst gebauten und programmierten Robotern musste bei den Robot-Games binnen zweieinhalb Minuten ein Parcours bewältigt werden.Foto: MILBRET, Udo

Duisburg.   Die Szenerie: eine Naturkatastrophe. Das Material: Lego. Die Aufgabe: Mit selbst gebauten und programmierten Gefährten über den Parcours kommen und kleine Männchen retten. Ein Besuch beim regionalen Vorentscheid der Robot Games in Duisburg.

Retten sie jetzt erst die Menschen, den Hund, die Katze? Schicken sie das Rettungsflugzeug los? Bringen sie Nahrung und Medikamente zu den Opfern oder lösen sie erst mal den Tsunami aus? Beim regionalen Vorentscheid des „Robot Games “ im Technologiezentrum Tectrum bot ein billardtischgroßer Spielplan Platz, um mit selbst programmierten Robotern Lego-Männchen zu retten. Unter dem Motto Naturgewalten stand dieses Jahr der Wettbewerb des Zentrums Du-Mint (zdi), einer Initiative von Uni und Wirtschaftsförderung. Schüler zwischen 10 und 16 Jahren haben dafür in AG’s oder im Informatik-Unterricht, in den Ferien und am Wochenende ihre Gefährte entwickelt.

Schule guckt per Livestream zu

Die Realschule Hamborn II ist als einzige ihrer Art da. Die Mint-Schule hat eine eigene Roboter-AG und zwei Lehrerinnen, die sich dafür besser nicht ergänzen könnten: Judith Heimbach unterrichtet Technik und Wiebke Köhler Informatik. Sie wissen die ganze Schule hinter sich, die per Livestream zugucken durfte. Für die beiden Lehrerinnen ist die Vorbereitung zum Wettbewerb eine Herausforderung: „Das schwierigste ist das Durchhaltevermögen“, sagt Heimbach, „auch wenn es zum 200. Mal nicht klappt, weitermachen.“ Besonders stolz sind die Lehrerinnen, dass die Schüler auf Augenhöhe arbeiten, obwohl sie so unterschiedlich alt sind. Insgesamt drei Tage schulfrei hatten Jasmin (13), Melina (14) und Chantal (13) für den Wettbewerb. „Aber stressig ist es hier schon.“

Manche kämpften mit Akku-Problemen

Mit nervösen Handbewegungen setzt das Team „Theater“ seinen Roboter millimetergenau auf das Spielfeld. In nur 2,5 Minuten wollen die Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule aus Rheinhausen so viele Aufgaben wie möglich schaffen, dafür muss das vierrädrige Gefährt präzise über das Spielfeld manövriert werden. Stolz ist Theater-Teamchef Dirk Steinhäuser auf seinen Informatik-Kurs. Von den Elftklässlern durften nur die jüngsten mit, weil die anderen die Altersgrenze des Wettbewerbs überschritten hätten. Ihr Engagement sei zu würdigen: „Die Kinder haben 37 Stunden Unterricht, wir haben Klausurphase, die hängen ganz schön durch“, sagt der Mathe-, Physik- und Informatiklehrer. Er rechne es seinen Schülern hoch an, dass sie sich nach so langen Schultagen noch engagieren. Das hat sich gelohnt. Sein Team „Theater“ hat den Regionalentscheid gewonnen und steht am 28. Juni im Finale in Wuppertal.

Ein bisschen knatschig darüber ist das zweitplatzierte Team des Max-Planck-Gymnasiums, denn die Sieger traten als einzige mit dem neuesten zugelassenen Robotermodell EV3 an, während die anderen mit älteren Modellen den Parcours bewältigten. Dadurch hatte manches Team mit Akku-Problemen zu kämpfen. Neben Programmierkünsten, klugen Strategien und Basteltalent ist am Ende eben auch das Material entscheidend.

Weitere Infos zum Wettbewerb gibt es unter www.zdi-portal.de

Annette Kalscheur

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2014-05-27 18:40
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