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Kriminalität

Mit den Armutsflüchtlingen kommt die Bandenkriminalität nach Duisburg-Hochfeld

31.08.2012 | 19:10 Uhr
Mit den Armutsflüchtlingen kommt die Bandenkriminalität nach Duisburg-Hochfeld
Die Stadt nahm zuletzt insgesamt sechs Kinder aus dem sogenannten "Problemhaus" in den Peschen in Duisburg-Rheinhausen in Obhut, da keine Erziehungsberechtigten anzutreffen waren. Die Kinder sind inzwischen wieder zurückgekehrt.

Duisburg.   Die Polizei-Meldungen häufen sich: Taschendieb ertappt, Metalldiebe gefasst, Trickdiebe festgenommen, Wohnungseinbrecher geschnappt. Allesamt südosteuropäischer Herkunft und wohnhaft in Duisburg, meist in Hochfeld, Marxloh oder Beeck.

Mit den vielen Tausend Armutsflüchtlingen aus Bulgarien und Rumänien kommt auch die Kriminalität. Das LKA beobachtet eine steigende Brutalität, Polizisten sprechen von „knallharter, organisierter Kriminalität.“

Regelrechte Banden haben sich angesiedelt und starten von Duisburg aus ihre Diebestouren vor Ort und quer durch die Republik. Ein Tag Taschendiebstahl in Köln, ein Tag Wohnungseinbrüche in Wesel. Geschlafen wird in Schrottimmobilien, skrupellose Vermieter kassieren pro Matratze ab. Zustände, wie sie erbärmlicher nicht sein können, glaubt man. Aber in den Heimatländern ist es meist noch erbärmlicher.

Erst Ende Juli durchsuchten Polizei und Ordnungsamt ein Haus in Bergheim, weil dort Trickdiebinnen gewohnt haben sollen. Die Anwohner hatten sich monatelang über Müll und Lärm beschwert. Das kennen auch viele Hochfelder. Hier hat die Polizei seit April 2011 ihre Präsenz verstärkt. 12.000 Personenstunden wurden von April bis Dezember zusätzlich in dem Problemstadtteil gefahren, das entspricht acht Polizeibeamten, die nur in Hochfeld unterwegs sind.

„Wir können an der einen oder anderen Stellschraube drehen, aber das Problem lösen können wir nicht“, erklärt Polizeisprecher Ramon van der Maat. Allerdings produziert das Drehen an der einen oder anderen Stellschraube eine beeindruckende Zahl von Polizeimaßnahmen.

47 Personen festgenommen

Zuwanderung
Polizei registriert mehr Delikte zugewanderter Osteuropäer

Armutsflüchtlinge aus Rumänien und Bulgarien bereiten der Polizei zunehmend Probleme: In Duisburg werden immer mehr Osteuropäer festgenommen, zunehmend Täter ohne festen Wohnsitz. Die Strafverfolgung ist schwierig. Das zeigt ein aktueller Fall junger, wohnsitzloser Ladendiebe.

In den acht Monaten des letzten Jahres wurden 47 Personen festgenommen, 160 Strafanzeigen geschrieben, dazu kamen noch einmal 110 Strafanzeigen mit Verkehrsbezug, denn die meisten Autos der Rumänen und Bulgaren sind nicht TÜV-tauglich.

Das erklärt auch die 917 sogenannten Ordnungswidrigkeiten , die mit Autos zu tun haben. Aber auch 202 ganz allgemeine Ordnungswidrigkeiten verzeichneten die Beamten im letzten Jahr. Dazu wurden 3577 Verwarngelder erhoben.

Auch im ersten Halbjahr 2012 konnte sich die Polizei über mangelnden Arbeitsaufwand in Hochfeld nicht beschweren, die Präsenz wurde noch einmal auf 14.000 Personenstunden erhöht. 98 Personen wurden festgenommen, 347 Platzverweise, meist wegen Ruhestörung, ausgesprochen.

Es gab 208 Strafanzeigen allgemeiner Natur und 187, die an Autofahrer gingen. Dazu kamen 284 Ordnungswidrigkeiten, die mit Autos zu tun hatten, und 68 allgemeine Ordnungswidrigkeiten. „Wir versuchen die negativen Auswirkungen einzudämmen“, sagt Ramon van der Maat. Aber komplett verschwinden lassen können die Polizeibeamten sie nicht.

Svenja Aufderheide

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