Mit dem Alter der Mutter steigt auch das Risiko für das Kind

Die Bitte der WAZ-Redaktion um eine Bewertung aus medizinischer Sicht des Falles der 65-Jährigen Berlinerin, die mit Vierlingen schwanger ist nach einer künstlichen Befruchtung, stieß bei zwei der drei weiteren Duisburger Kliniken mit Geburtshilfe auf Zurückhaltung. „Wir möchten uns dazu nicht äußern“, ließen die Chefärzte sowohl des Bethesda-Krankenhauses, als auch des St. Anna-Krankenhauses ausrichten über ihre Öffentlichkeitsarbeit. Das Hochfelder Bethesda steht in evangelischer, das Huckinger Malteser-Haus in katholischer Trägerschaft.

„Mit der Menopause hält der Körper sozusagen eine natürliche Altersgrenze für die Schwangerschaft vor. Sie liegt ungefähr bei 50 Jahren“, erklärt Dr. Katrin Maschner, Chefärztin der Geburtshilfe an der Helios St.Johannes-Klinik in Hamborn. Damit stelle eine Schwangerschaft im höheren Lebensalter aus medizinischer Sicht automatisch ein höheres Risiko für Mutter und Kind dar. Maschner: „Die jeweiligen gesundheitlichen Gefahren für eine ältere Schwangere – wie etwa Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes oder eine Herzmuskel-Erkrankung müssten individuell untersucht werden.“

Eine Schwangere jenseits eines Lebensalters von 50 Jahren müsse deshalb mit „erheblichen Beeinträchtigungen rechnen“, warnt die Chefärztin. Große Bedeutung habe bei solch späten Schwangerschaften die enge interdisziplinäre Überwachung durch Fachärzte für vorgeburtliche Diagnostik, spezielle Geburtsmedizin, der Neonatologie und Hebammen.

Letztlich, so Dr. Katrin Maschner, steige mit dem Alter der Mutter auch das Risiko für die Babys, insbesondere bei Mehrlingsgeburten. „Hier kommen die Kinder stets zu früh zur Welt, mit allen damit verbundenen Risiken.“