Mini-Bauwerke erzählen Heimatgeschichte(n)

Carolin Höbing hat den Stadtwerke-Turm  aus Kunstharz gefertigt.
Carolin Höbing hat den Stadtwerke-Turm aus Kunstharz gefertigt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Carolin Höbing hat von der Rhein-Ruhr-Halle, der alten Schifferbörse, dem Wedaustadion und dem Stadtwerke-Turm Mini-Skulpturen gefertigt.

Duisburg.. Für Carolin Höbing definiert sich Heimat über einprägsame Gebäude. Vor sieben Jahren zog die Holzbildhauerin nach Duisburg und entdeckte geschichtsträchtige Bauwerke. Nun hat sie das alte Wedaustadion, die frühere Schifferbörse, die Rhein-Ruhr-Halle und den Stadtwerketurm als Mini-Skulptur gefertigt. Dabei geht es der 30-Jährigen nur vordergründig um die Architektur. Vielmehr interessieren sie die Geschichten und Erlebnisse, die die Menschen mit den Orten verbinden. Die Kunstwerke sind in einer Auflage von 50 Exemplaren erschienen und können zum Start der „Akzente“ von Kunst- und Heimatliebhabern erworben werden.

Einmal, als sie noch neu in Duisburg war, versuchte sie sich am Stadtwerketurm zu orientieren. „Ich kam aus der Kneipe und war ein bisschen betrunken. Später habe ich dann gemerkt, dass der Turm von allen Seiten gleich aussieht.“ Für die „Akzente“ hat sie sich auf die Suche nach weiteren einprägsamen Bauten gemacht. Als Wahl-Ruhrorterin fiel ihr schnell die Schifferbörse auf. Dann stieß sie auf die Rhein-Ruhr-Halle. „Wenn man sich das heute anschaut, kann man sich gar nicht vorstellen, dass früher einmal ,Wetten, dass...’ gezeigt wurde – und Michael Jackson dort seinen Earth-Song performt hat.“

Duisburg wirkte anfangs "rau"

Sie selbst verbindet keine Erlebnisse mit den Gebäuden. „Ich habe meine Ausbildung in Bayern gemacht. Duisburg habe ich mir damals ausgesucht, weil die Mieten hier günstig waren.“ Auf einem alten Stadtplan, den sie bei ihrem Vater entdeckte, suchte sie sich intuitiv Ruhrort aus – und zog auch dort hin. Anfangs, nach einer Zeit in München, kam ihr die Stadt rau vor. Inzwischen bezeichnet sie die Stadt an Rhein und Ruhr als Wahl-Heimat. „Duisburg ist ein Steh-Auf-Männchen, aber das aufstehen fällt momentan etwas schwerer.“ Sie begleitet den Wandel, stellenweise den Verfall. „Ich hab einen eher sachlichen Bezug zu Gebäuden. Meiner Meinung nach könnte man das eine oder andere ruhig abreißen, etwa das alte C&A-Gebäude in der Altstadt.“ Der Freiraum würde Duisburg gut tun.

Die kleinen Skulpturen hat Carolin Höbing aus Epoxid-Harz gegossen und passend eingefärbt. Bevor sie allerdings die Form herstellen konnte, um mit der Produktion in Serie zu gehen, goss sie zunächst jedes Bauwerk – um dann ein Negativ aus Silikon zu fertigen. Die Bauwerke entstehen nun in einer Fünffach-Form. 36 Stunden dauert es, bis der Harz getrocknet ist. Das Kunstprojekt stemmt sie neben ihrer Arbeit als Krankenschwester. „Zum Glück unterstützt mich mein Freund und passt ab und zu auf unsere Tochter auf.“

15 Euro werden die Skulpturen kosten und werden am 7. März abends im Uni-Polster-Kaufhaus an der Beekstraße verkauft.

Carolin Höbing und unsere Zeitung verlosen jeweils ein Exemplar der Mini-Bauwerke.

Wer Interesse hat, sollte eine E-Mail mit dem Namen des Bauwerks und einer kurzen Begründung, was Sie mit dem Gebäude verbindet, an gewinnen.duisburg@waz.de schicken. Oder per Post: WAZ-Redaktion, Harry-Epstein-Platz 2, 47051 Duisburg.