Mias Maximäuse auf Kita-Tour

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Neudorf..  Was macht man, wenn man nicht die passende Gruppe für die musikalische Früherziehung für die Kleinen findet? Man gründet einfach seine eigene. Das hat zumindest Julia Bork-Taut (34), Mutter eines dreijährigen Sohnes, so gemacht.

Vor etwa zwei Jahren begann die Sozialwissenschaftlerin mit ihren Freunden Matthias Henning (25) und Alexander Volodko (29) gemeinsam Musik zu machen. Im Verlauf der Zeit wurde aus dem Trio irgendwann das Kinderliederprojekt „Mia und die Maximäuse“. Stets mit Mausohren auf dem Kopf, haben es sich die Drei zur Aufgabe gemacht, Kinder im Alter von drei bis acht Jahren spielerisch an Musik und Instrumente heranzuführen.

Julia Bork-Taut ist bereits erfahren im Umgang mit Kindern. Seit vielen Jahren arbeitet sie in unterschiedlichen Kindergärten in Duisburg und Umgebung als Sprachförderkraft. Auch die Musik hat sie dabei stets begleitet: „In Kindergärten heißt mein Projekt ,Mia und die Minimäuse’. Ich bringe Instrumente für die Kleinen mit und wir singen, spielen und tanzen dann miteinander“, sagt Bork-Taut über ihre Arbeit.

Für ihre beiden Bandkollegen war das Arbeiten mit Kindern ­zunächst Neuland. Ihre Tagesjobs als Softwareentwickler und ­Anästhesie- und Intensivpfleger gehen in eine komplett andere ­Richtung und dennoch bereitet ihnen das Kinderliederprojekt viel Spaß.

Wenn die Truppe einmal wöchentlich im Kleingartenverein „Op de Heid“ in Neudorf zwischen Blumen und Hecken unter freiem Himmel probt, steht das Programm eigentlich recht schnell, dennoch müssen sie im Ernstfall manchmal improvisieren. „Kinder sind sehr ehrlich. Wenn sie gelangweilt sind, zeigen sie es auch. Deswegen haben wir uns entschlossen, nicht für die Kinder, sondern mit ihnen Musik zu machen“, verrät Volodko über die Mentalität der Kleinen.

Das haben sie bei ihrem ersten Auftritt in der Lutherkirche vor vier Wochen auch direkt umgesetzt. Bei dem Mitmachkonzert wurde nicht nur der Kanon „Bruder Jakob“, den Henning für die kulturelle Vielfalt extra auf türkisch lernte, gesungen, sondern auch viele eigene Lieder. Diese werden dann einmal leise, mal laut, klatschend oder auch trampelnd gesungen – ganz zur Freude der Kleinsten. Am Ende durften die Kleinen sogar selbst einmal auf Trommeln klopfen, in die Saiten hauen und in Flöten pusten. Bork-Taut freut sich über die Begeisterung der kleinen Zuschauer: „Wenn ihnen das Programm gefällt, bin ich glücklich. Wenn sie sich am Ende entschließen, ein Instrument lernen zu wollen, ist das noch besser“.

Nach dem tollen Feedback von Klein und Groß steht für das Trio eins fest: Weitere Auftritte werden auf jeden Fall folgen.