Metallindustrie steht auch in Duisburg vor Warnstreiks

5,5 % mehr Lohn sollten es auch schon vor zwei Jahren sein, als die Siemens-Beschäftigten auf die Straße gingen.
5,5 % mehr Lohn sollten es auch schon vor zwei Jahren sein, als die Siemens-Beschäftigten auf die Straße gingen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Friedenspflicht endet am 28. Januar. Die IG Metall kündigt Aktionen für Anfang Februar an. In Duisburg betroffen sind auch Siemens und Grillo.

Duisburg.. Einige Tausend Mitarbeiter von Unternehmen der heimischen Metall- und Elektroindustrie können sich wohl auf Warnstreiks in den ersten Februar-Wochen vorbereiten. Die IG Metall plant bereits entsprechende Aktionen.

Der Tarifvertrag für die Metaller wurde schon zum Jahresende 2014 gekündigt, aber es wurde zwischen Unternehmern und Gewerkschaft eine darüber hinaus gehenden Friedenspflicht bis zum 28. Januar vereinbart. „Vorher passiert auch nichts“, versicherte gestern Thomas Kennel, 2. Bevollmächtigter der Duisburger IG Metall.

Gewohnt fantasievoll will die Gewerkschaft ab Februar für ihre Forderungen werben: „Wir planen bereits die eine oder andere folkloristische Veranstaltung“, kündigte Kennel gestern an.

Erste offizielle Verhandlungsrunde

Zu den tarifgebundenen Duisburger Unternehmen, die von der Tarifauseinandersetzung betroffen wären, gehört Siemens in Hochfeld mit 2800 Beschäftigten, Grillo-Werke in Marxloh mit 400 Beschäftigten, Espera in Duissern (100), Sona in Wanheim (280) und auch einige Werften im Hafengebiet.

Sondierungsgespräche zwischen den Tarifparteien habe es bereits gegeben, berichtete Kennel. Für heute sei die erste offizielle Verhandlungsrunde terminiert.

5,5 Prozent mehr Lohn gefordert

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie (die in Duisburg gewichtigere Stahlindustrie ist nicht betroffen) 5,5 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung mit einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten.

Außer der finanziellen Komponente gehören zwei weitere Themen zu den Kernforderungen der Arbeitnehmerseite. Altersteilzeit soll im neuen Tarifvertrag „gesichert und verbessert“ werden. Vor allem Beschäftigten der unteren Lohngruppen soll sie erleichtert werden.

Sicherlich nicht nach den Vorstellungen der Arbeitgeber ist die Forderung nach befristeten Freistellungen zum Erwerb von Bildungsabschlüssen, mitfinanziert von den Unternehmen.