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Kriminalität

Metalldiebe verwüsten über 100 Gräber auf Duisburger Friedhof

25.10.2012 | 18:12 Uhr
Metalldiebe verwüsten über 100 Gräber auf Duisburger Friedhof
Friedhofsmitarbeiter Karl Wree behebt die Schäden auf den Gräbern.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Die Skrupellosigkeit der Metalldiebe kannte keine Grenzen. Sie verwüsteten über 100 Gräber auf dem Friedhof und stahlen und zerstörten die Grabsteine und -lichter, um an das wertvolle Metall zu gelangen. Geschädigte können sich in eine Liste eintragen, die beim Friedhofsgärtner ausliegt.

Metalldiebe haben auf dem Friedhof an der Bügelstraße in Obermeiderich förmlich gewütet. Über 100 Gräber wurden bestohlen und teilweise erheblich demoliert.

Die Täter müssen wohl in der Nacht von Sonntag auf Montag zugeschlagen haben. Bei der Polizei ging nachts gegen 3 Uhr auch ein Anruf eines Anwohners ein. Doch als die Streife vor Ort war, waren die Täter verschwunden. Erst am nächsten Tag zeigte sich dann das Ausmaß der Schäden. An über 100 Gräbern zersägten und zerschlugen die Diebe alles, war irgendwie nach verwertbarem Metall aussah. Den Rest ließen sie achtlos liegen und zerwarfen Leuchten und Grabschmuck. Selbst metallene Buchstaben von den Grabsteinen brachen die Ganoven ab.

Blumenschale jetzt im Kofferraum

Jeden Tag gegen 17 Uhr geht Hannelore Ganswindt (72) zum Grab ihres vor einem Jahr verstorbenen Mannes. Sie wohnt nur 500 Meter entfernt. Sie ist ebenso entsetzt wie ihre Tochter Marion Königs. „Das ist unfassbar. An jeder Ecke standen Angehörigen mit einem Taschentuch. Das war ein Bild der Verwüstung“, meint die 43-Jährige. Die teure Grablampe ist weg, die noch wertvollere Blumenschale hat Marion Königs jetzt im Kofferraum verstaut.

Edelmetall
Metalldiebe haben es nun auf Katalysatoren abgesehen

Die Diebe von Edelmetallen haben ein neues Objekt der Begierde. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben Kriminelle in Duisburg die Auspuffanlagen von Lieferwagen abgebaut und gestohlen. Dieses Mal traf es den Paketdienst DHL an der Kommandantenstraße.

Die 43-Jährige hat beim Friedhofsgärtner eine Liste ausgelegt, in der sich betroffene Opfer eintragen können. Sie ist lang. Und Marion Königs und andere Angehörige wollen die Grabschändungen nicht so einfach hinnehmen: „Da muss man doch was tun. Den Friedhof absperren oder Kontrollgänge machen“, meint sie.

Beispiellose Zerstörung

Friedhofsgärtner Klaus Schimmel hat solche Verwüstungen auch noch nicht erlebt. Seit 1922 pflegt das Geschäft Gräber, seit 35 Jahren steht der Friedhofsgärtner selbst im Laden und an den Grabstätten. „So schlimm war es noch nie“, berichtet er. Ja, mal eine Grableuchte, die gestohlen wurden, oder Halbstarke, die Blödsinn machen. Aber so etwas? „Da wurden kaputte Lampen einfach auf die Wege geschmissen. Und das gerade jetzt vor Allerheiligen, wo die Angehörigen die Gräber hergerichtet haben“, ist er entsetzt und erklärte sich sofort bereit, die Unterschriftenliste in seinem Geschäft auszulegen.

„Das ist in der Größenordnung schon extrem“, bestätigt Volker Lange von den Wirtschaftsbetrieben. Überall in der Stadt kommt es immer wieder zu Metalldiebstählen , jetzt aktuell auch an 25 Gräbern auf dem Ehinger Friedhof. Die Anlagen nachts abzusperren, helfe nicht, meint Lange: „Die Täter kommen auch so rüber“. Auf Schäden und Kosten bleiben die Angehörigen sitzen. Immerhin muss nicht jeder zur Polizei: Die Friedhofsmitarbeiter leiten Anzeigen weiter.

Oliver Schmeer


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