Mehr Übergriffe auf Duisburger Polizeibeamte

Die Zahl der Widerstandshandlungen gegen Duisburger Polizisten ist im vergangenen Jahr spürbar gestiegen: Wurden in 2013 noch 247 Fälle registriert, waren es in den abgelaufenen zwölf Monaten 319 – das entspricht einem Plus von rund 35 Prozent. Diese Zahlen nannte Duisburgs Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels im Interview mit der WAZ.

Drei Polizeibeamte erlitten laut Bartels bei den Attacken schwere Verletzungen. 14 wurden verletzt und waren danach dienstunfähig. Und bei 77 verletzten Beamten war es so, dass sie nach dem jeweiligen Übergriff im Dienst bleiben konnten. „In immer größeren Teilen der Bevölkerung sinkt der Respekt vor Polizisten, aber auch anderen Uniformträgern“, weiß Bartels. Warum das respektvolle Miteinander immer mehr abnimmt und im Alltag immer weniger Wertschätzung für den Anderen zu beobachten ist, kann sie sich selbst nicht erklären. „Es ist ein gesellschaftliches Problem. Immer mehr Menschen missbrauchen die Polizei als Blitzableiter für aufgestaute Aggressionen“, so Bartels. Mit diesen Erfahrungen steht die Polizei nicht allein da: Auch die Mitarbeiter von der Feuerwehr und den Rettungsdiensten werden bei ihren Einsätzen immer häufiger Opfer von körperlichen Übergriffen.

Es gibt aber auch Polizeibeamte, die im Dienst selbst gewalttätig werden: In 2013 gab es laut Polizeisprecher Ramon van der Maat sieben Strafverfahren gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt, in 2014 waren es acht (Stand: Mitte Dezember).

Im Jahr 2014 hat die Duisburger Polizei, so Bartels, einige wichtige Erfolge erzielt – etwa im Kampf gegen die Rockerkriminalität. Sie selbst ist nun schon seit über vier Jahren im Amt. Die Routine habe sich aber noch nicht eingeschlichen. „Das ist das Tolle an unserem Beruf: Kein Tag ist wie der andere.“