Mehr hilfsbereite Ärzte gesucht

„Die Menschen nehmen die Impfstunde an, wenn sie sich einmal überwunden und den Schritt hierhin geschafft haben. Danach kommen sie stets ganz zuverlässig“, schildert Anne Rauhut ihre Erfahrungen von der Gesundheitssprechstunde. In dieser kümmert sich die Ärztin aus Essen an jedem Donnerstag im Petershof gemeinsam mit anderen hilfsbereiten Medizinern ehrenamtlich um nicht- krankenversicherte Zuwanderer. Bis zu 70 Hilfesuchende erscheinen pro Woche. Der Patientenstamm liege bei 600, so Rauhut. „Wir bräuchten einen Stamm von 20 Ärzten, um die Situation hier zu stemmen“, sagt die Medizinerin.

Hilfe meist nur gegen Barzahlung

Auch mit Blick auf das neue Impfangebot hatte OB Link im Vorfeld alle niedergelassenen Ärzte in Duisburg angeschrieben und um Hilfe gebeten. Bislang haben acht ihre Bereitschaft signalisiert. Pro Termin werden ein bis zwei von ihnen die Impfungen vornehmen. „Es wäre wunderbar, wenn sich weitere Ärzte fänden“, so Link. In punkto allgemeine medizinische Versorgung stehen die Zuwanderer oft rat- und hilflos da. In Krankenhäusern und Arztpraxen gibt es ohne Versicherung meistens nur gegen Barzahlung Hilfe. „Rumänen und Bulgaren können in ihren Heimatländern zumindest eine europäische Krankenversicherungskarte für die Kinder beantragen“, sagte Dr. Georg Vogt, der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes. Das würden aber fast alle Zuwanderer versäumen.