Mehr Feinstaub in Duisburg als die EU erlaubt – Industrie ist das Problem
30.08.2012 | 12:04 Uhr 2012-08-30T12:04:00+0200
Duisburg. An 35 Tagen jährlich darf der zulässige Feinstaub-Grenzwert nach der EU-Richtlinie überschritten werden. Messgeräte in Oberhausen, Herne, Gelsenkirchen und Duisburg sind darüber längst hinaus. In Duisburg sind es aber nicht die alten Autos, die Sorgen machen.
Fast acht Monate ist die große Umweltzone Ruhrgebiet jetzt alt. Seit einigen Wochen sind auch alle Schilder aufgestellt, auf denen die Ampelfarben darauf hinweisen, dass man bloß die richtige Plakette am Auto kleben haben sollte. Das Ziel des Ganzen, die Feinstaubbelastung zu senken, wird dieser Tage jedoch einmal mehr in Frage gestellt. Landauf, landab erklären (Unions-)Politiker in dieser Woche die Umweltzone für gescheitert .
Denn es sind die Tage, an denen die ersten Messgeräte an Rhein und Ruhr Alarm schlagen. An 35 Tagen, so sagt es die EU-Richtlinie, darf der zulässige Grenzwert überschritten werden. Pro Jahr. Messgeräte in Oberhausen, Herne und Gelsenkirchen sind darüber längst hinaus. Schon jetzt, im August. Auch in Duisburg, an der Kaiser-Wilhelm-Straße in Bruckhausen, wurde bereits die 36. Überschreitung gemessen.
Ein Novum ist das nicht. In den Vorjahren kam es in Bruckhausen wie auch an anderen Messstellen auf Duisburger Grund immer wieder zu diesen Überschreitungen. Allerdings endete vor gut einem Jahr eine Ausnahmeregelung, die Duisburg dies erlaubte. Seitdem muss man nachweisen, dass man zumindest alles in der Kommune Mögliche dafür tut, die Feinstaubbelastung so gering wie möglich zu halten. Im schlimmsten Fall drohen sonst empfindliche Geldstrafen von der EU. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte diese Bemühungen in Duisburg bereits im Mai (BUND) angezweifelt und mit einer Klage gedroht.
Straßenverkehr nicht außer Acht lassen
Allerdings sei man alles andere als untätig, sagt Peter Heise vom Duisburger Umweltamt. Eine „Vielzahl verschiedener Maßnahmen“ sei dabei realisiert zu werden. Es bleibe aber nach wie vor das Problem der „Hintergrundbelastung“, also „dass Duisburg aufgrund des hohen Anteils von Industrie besonders belastet ist“. Von Seiten der Unternehmen seien ebenfalls schon viele Schritte unternommen worden, Umbauten, Modernisierungen. Allerdings ginge es dabei oft um langfristig ausgelegte Maßnahmen. „Einiges wird sich erst ab 2014 auswirken“, sagt Heise.
Obwohl verkehrsbedingte Maßnahmen bislang nur wenig Effekt zeigen, hält Peter Heise nichts davon, sie komplett außer Acht zu lassen. In Duisburg prüfe man derzeit, wo man noch zu einer „Verstetigung des Verkehrs“ kommen könnte. „Abbremsen und Beschleunigen wirkt sich besonders auf die Feinstaubbelastung aus“, erklärt Peter Heise. „Natürlich leisten diese Maßnahmen nur einen relativ geringen Beitrag, aber immerhin leisten sie einen.“

16:29
zu 2 Wo aber bleiben die kritischen Journalisten, die nicht nur auf billigen Alarmismus machen, sondern die ganze Feinstaubproblematik zu hinterfragen bereit sind?
Leider nicht in Duisburg und der WAZ. Man verdirbt es sich doch nicht mit den Großen.
07:54
...ein Wohnverbot in Duisburg. Umzug auf Kosten der EU, Umsiedlerbeihilfen bei Hausbau, Wohnungswahl und Arbeitssuche (quasi Zucker fürs Popöchen) usw.
Also Brüssel, macht bei den Griechen mal ne Pause, hier sind die akuten Notfälle!!!
16:48
Aha, die Industrie ist das Problem. Und ich Depp dachte, es seien ein paar alte Autos, denen mittels Umweltzonen den Garaus zu machen sei … Im Ernst: Selbst wenn das Verkehrsaufkommen um etwa zwei Drittel reduziert wird (an den Wochenenden) und ein Lkw-Fahrverbot besteht (an den Sonntagen), sinkt die Feinstaubbelastung nur wenig. Das ist nicht Propaganda, sondern sind die Fakten, was jeder selbst anhand der gemessenen Feinstaubwerte überprüfen kann. Dieser Rückgang hat zudem hauptsächlich andere Ursachen. Was kann da wohl von einer Umweltzone – von mir aus europaweit – erwartet werden? Dass Politiker das nicht verstehen, kann man nachsehen. Auch für Amtsstellen mitsamt der EU gelten mildernde Umstände, es geht ja letztlich um den Erhalt oder den Ausbau ihres Besitzstandes, natürlich zum Wohle des Volkes. Wo aber bleiben die kritischen Journalisten, die nicht nur auf billigen Alarmismus machen, sondern die ganze Feinstaubproblematik zu hinterfragen bereit sind?
14:37
muss ein Fahrverbot her. ...zum Schutz unser aller Gesundheit!
Genau. Die Bürger lassen alle Autos am besten 365 Tage im Jahr stehen, damit Thyssen NOCH mehr Dreck in die Umgebung pusten kann. Als nächstes stellen wir dann die Heizungen ab ... schließlich muß ja die Industrie weiter und vermehrt die Umwelt verpesten dürfen - was zählen schon die Bedürfnisse der Bürger...?