Mehr Entertainment für das Duisburger Musical-Theater

Plüschig schön: Das Theater am Marientor
Plüschig schön: Das Theater am Marientor
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Das Duisburger Theater am Marientor ist an ein Düsseldorfer Unternehmen verkauft. Das verspricht was es im Firmennamen trägt: Mehr Entertainment.

Duisburg.. „Vorhang auf“ für das Theater am Marientor unter der Führung der Düsseldorfer Musical-Betreiber „Mehr Entertainment“: Am Dienstag wurde der Kaufvertrag unterschrieben. Noch dieses Jahr sollen erste Gastspiele zu sehen sein.

Im zweiten Anlauf nach der kurzfristigen Verschiebung des Notariatstermins Ende 2014 unterschrieben „Mehr-Entertainment“-Chef Günter Irmler und die Geschäftsführer der städtischen DBV gestern die Verträge, die auch sicherstellen, dass die Philharmoniker bis zu ihrer voraussichtlichen Rückkehr in die Mercatorhalle 2016 im TaM weiter Konzerte geben können. Als Kaufsumme wurden schon vor Wochen 2,5 Mio Euro genannt, die das Düsseldorfer Unternehmen in drei Raten zahlt und die sich weitgehend aus den Mieteinnahmen für die Philharmoniker gegenfinanzieren. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit ,Mehr Entertainment’ einen exzellenten Partner gefunden haben und sind davon überzeugt, dass das Theater am Marientor mit hochwertigen Live-Entertainment bespielt wird“, so die DBV-Geschäftsführer Udo Steinke und Bernd Wortmeyer. Noch tags zuvor hatte es einen einstimmigen Aufsichtsratsbeschluss für den Verkauf an das Düsseldorfer Unternehmen gegeben, nachdem es ein Konkurrenzangebot von Musical-Macher Wolfgang DeMarco gegeben hatte. Ausschlaggebend für den Zuschlag nach Düsseldorf war die Erfahrung und Vielfalt der Produktionen von Irmlers Firma.

Schwerpunkt liegt auf internationalen Musicals

Denn die ist ein führender Anbieter von Live-Entertainment. Der Schwerpunkt liegt auf der Produktion international renommierter Musicals und großer Tourneen. Derzeit betreibt die Gruppe sechs Spielstätten in Deutschland, u.a. das Capitol Theater Düsseldorf, den Musical Dome in Köln und das Starlight Express-Theater in Bochum. Gleichzeitig im Bau ist ein Theater am Großmarkt Hamburg.

Für Irmler ist das TaM eine bekannte Spielstätte: Mit der damaligen Stella AG bespielte er es bis zur Insolvenz von 1996 bis 1999 mit dem Musical „Les Misérables“. „Das Theater ist wunderschön. Die Größe ist phantastisch“, so Irmler gestern zu WAZ. Noch in diesem Jahr soll es erste Konzerte, Auftritte und Gastspiele geben, vielleicht mit der Eigenproduktion von „Dirty Dancing“. Irmler: „Die Philharmoniker stören uns nicht, es gibt genug Zeitfenster für unsere Veranstaltungen.“ Parallel soll das TaM in der Branche wieder bekannt gemacht werden. Auch einen Theaterleiter vor Ort hat Irmler schon ernannt. Zugleich laufen die Planungen für 2016 an. Irmler: „Wir werden für hochkarätiges Entertainment im Kulturleben der Stadt sorgen.“

Kommentar von Oliver Schmeer: Applaus, Applaus - Ovationen später

Man kann dem Theater am Marientor für künftige Musical-Produktionen, Konzerte und Gastspiele von „Mehr Entertainment“ nur stehende Ovationen und gut gefüllte Sitzreihen wünschen. Der Applaus zum jetzt endlich vollzogenen Verkauf muss dagegen noch etwas verhaltener ausfallen, zu sehr belastet ist die Vorgeschichte des 1996 mit hohen Erwartungen eröffneten Musicalhauses am Rande der Innenstadt. Jahrelang war das TaM dann Sorgenkind und teurer Klotz am Bein für die Stadt.

Mit den Düsseldorfer „Mehr Entertainment“-Leuten hat sich die DBV für den sichereren und professionelleren Käufer und Veranstalter entschieden, der mit einer großen Palette von Produktionen und Konzert-Prominenz aufwarten kann. Dass in dem mehr oder weniger aus den Philharmoniker- Mieteinnahmen finanzierten Kaufpreis das Risiko für den jahrelangen Ladenhüter TaM eingepreist ist, war wohl unausweichlich.

Andererseits: In der Revier-Großstadt und Niederrhein-Metropole Duisburg müsste doch Platz sein für wirklich „mehr Entertainment“ im TaM. Freuen wir uns drauf.