Mehr Einsätze für die Duisburger Polizei in 2014

Der Aufmarsch der NPD und die zahlreichen Gegendemonstrationen (im Bild) am 1. Mai 2014 zählten zu den Großeinsätzen, die zahlreiche Polizeibeamte der Duisburger Einsatzhundertschaft absolvieren mussten.
Der Aufmarsch der NPD und die zahlreichen Gegendemonstrationen (im Bild) am 1. Mai 2014 zählten zu den Großeinsätzen, die zahlreiche Polizeibeamte der Duisburger Einsatzhundertschaft absolvieren mussten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Polizei zieht im Einsatzbericht 2014 eine positive Bilanz. Streifenwagen brauchten nur fünf Minuten für die Anfahrt, wenn der Täter noch vor Ort war.

Duisburg..  Die Polizei Duisburg musste in 2014 zu 173 724 Einsätzen ausrücken. Das sind knapp 11 000 mehr als im Jahr zuvor. Trotz dieser Mehrbelastung waren die Streifenwagen deutlich schneller am Brennpunkt – vor allem dann, wenn die Leitstelle über Funk gemeldet hatte, dass die Täter noch vor Ort seien. Nur rund fünf Minuten benötigten die Beamten dann im Durchschnitt für die Anfahrt. Das war in etwa eine Minute weniger als in 2013 und liegt auch unter dem statistischen Mittelwert aller Polizeibehörden in NRW. Der betrug 5:41 Minuten. Bei Verkehrsunfällen mit Verletzten waren die Streifenwagen im Schnitt in weniger als neun Minuten vor Ort. Diese Zahlen gehen aus dem Einsatzbericht 2014 hervor, den die Polizei Duisburg gestern veröffentlichte.

Auffällig ist der erneute Anstieg der Zahlen bei häuslicher Gewalt. 1281 Mal rückten die Beamten deswegen aus. In über 95 Prozent der Fälle waren es Frauen, die von ihrem Partner attackiert und dabei oft auch geschlagen und verletzt wurden. „Der gewalttätige Lebensgefährte oder Ehemann erhält dann ein zehntägiges Rückkehrverbot in die eigene Wohnung“, erklärt Polizeisprecher Ramon van der Maat. In dieser Zeit könnte die Betroffene dann zur Ruhe kommen und planen, ob sie diese Beziehung trotz des Vorfalls noch fortsetzen mag. Im Jahr zuvor wurden 1178 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Den neuerlichen Anstieg erklärt van der Maat auch damit, dass es sich inzwischen immer mehr Frauen zutrauen, die Polizei zu rufen und den eigenen Mann anzuzeigen.

252 000 Anrufe führten zu über 173 000 Einsätzen

Zurück zur Statistik: 252 000 Anrufe bei der Leitstelle führten zu besagten 173 724 Einsätzen. 48 Prozent betrafen die Polizeiinspektion (PI) Nord – also alle Stadtteile nördlich der Ruhr plus Homberg und Baerl. 52 Prozent betrafen die PI Süd (alles südlich der Ruhr plus Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen). Diese leichte Differenz kommt zustande, weil die Innenstadt zur PI Süd gehört und dort stets die meisten Einsätze gefahren werden.

Die Polizistinnen und Polizisten des Wachdienstes haben 32 435 Anzeigen aufgenommen, beim Zentralen Anzeigendienst im Polizeipräsidium kamen weitere 5500 hinzu. Im Polizeigewahrsam landeten 2813 Personen, die dort ihren Rausch ausschlafen mussten oder vorher eine Straftat begangen hatten. Auch das bedeutet einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2252). 37 der Tatverdächtigen wurden von den Diensthundeführern und ihren vierbeinigen Kollegen gestellt.

1235 Mal rückte die Polizei aus, um vermisste Personen zu suchen (76 mehr als in 2013). Und es gab 23 700 Einsätze zu Schutz- und Aufklärungsmaßnahmen. „Beim Objektschutz haben wir tagtäglich die Asylbewerberheime oder die Synagoge im Blick“, so van der Maat. In Duisburg gibt es 65 dieser so genannten Schutzobjekte.

Die in Neudorf kasernierte Einsatzhundertschaft der Polizei absolvierte wegen Großeinsätzen wie Demos, Rocker-Razzien, Prozessabsicherungen oder Fußballspielen in Duisburg und anderen Städten zehntausende Einsatzstunden.