Mehr als ein Fahrrad-Parkhaus

Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv

Die Radstation im Schatten des Hauptbahnhofes ist Duisburgs größtes Fahrrad-Parkhaus. Doch das Zweirad-Zentrum ist auch weit mehr als ein Abstellplatz für Räder. Es ist gleichermaßen Reparaturwerkstatt, Vermietstation und Ausbildungsplatz.

Reifen an Reifen reihen sich die Fahrräder in der großen Halle der Radstation auf platzsparenden „Doppelparkern“, Radständern mit zwei Etagen, aneinander. Derzeit stehen über 300 Zweiräder im Parkhaus. Platz wäre gar für 450 „Drahtesel“. Nutzer sind Pendler, die mit dem Rad zum Bahnhof fahren und von dort aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter zu ihrer Arbeitsstelle düsen. Die ersten von ihnen geben ihr Rad bereits schon um 5.30 Uhr ab. Während die letzten es erst gegen 22.30 Uhr wieder einsammeln. Die Radstation ist 17 Stunden am Tag geöffnet. „Es hat sich gezeigt, dass das der Zeitrahmen ist, in dem die Pendler die Station nutzen“, erklärt der Leiter Jörg Mentel.

Das Einstellen ist dabei sehr kostengünstig: Das Tagesticket gibt es bereits für 70 Cent. Langzeitkunden können über ein elektronisches Chipsystem jederzeit und selbstständig in das Parkhaus gelangen. Der Service kostet monatlich 7 Euro und für das ganze Jahr 70 Euro. „Mancher lagert sein Fahrrad auch über den Winter bei uns ein. Auch einige Anwohner nutzen die Radstation anstatt ihres Kellers“, berichtet Mentel. Ein großer Erfolg sind zudem die Revierräder, die bei der Radstation gemietet werden können. Auch dort lässt sich der generelle Trend zum Pedelec erkennen. „Das zeichnet sich seit Jahren ab. Leute leihen sich die Pedelecs vor allem für größere Touren“, erzählt der Marxloher. Bis zu 40 Mieträder stehen am Hauptbahnhof zur Verfügung.

In einem angegliederten Servicegebäude gibt es ein kleines Ladenlokal für Beratung und Information sowie eine kleine Fahrradwerkstatt für Wartung und Serviceleistungen. Dort steht Nathalie Hird und schraubt an einem schwarzen Damenrad. Ein Reifenwechsel steht an. Hird macht bei der Radstation ihre Ausbildung zur Zweiradmechanikerin. „Sie ist sehr engagiert. Kann hier selbstständig arbeiten und viel ausprobieren“, lobt Zweiradmechanikmeister Mentel. Das Team komplettiert ein EQJler (Ein junger Mensch unter 25 im Einstiegsqualifizierungsjahr). „Unser Auftrag ist es seit Jahren auch, Jugendliche an den Job heranzuführen“, unterstreicht Mentel. Träger der Radstation, die seit 2007 am Hauptbahnhof existiert, ist die Paritätische Initiative für Arbeit.