Matineen fragen nach Wissen und Glaube

Gerade erst am 5. März hat die Mercator-Gesellschaft den 503. Geburtstag von Gerhard Mercator gefeiert – in Kostümen von Ulrike Altegoer.
Gerade erst am 5. März hat die Mercator-Gesellschaft den 503. Geburtstag von Gerhard Mercator gefeiert – in Kostümen von Ulrike Altegoer.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Veranstaltungsreihe im Zeichen Gerhard Mercators wirft innerhalb und außerhalb Duisburgs Wellen. Thema ist 2015 „Das Wissen und der Glaube“.

Duisburg.. Die zum 500. Geburtstag von Gerhard Mercator 2012 ins Leben gerufene Reihe der Mercator-Matineen „wirft langsam Wellen“, sagt ihr geistiger Vater Wilfried Schaus-Sahm. Weil die Mercator-Stiftung als Förderer eingestiegen ist, gibt es 2015 neun Veranstaltungen (bisher acht) mit hochkarätigen Referenten. WDR 5 hat sich mit seinem „Philosophischen Radio“ für den 18. Oktober angesagt, wenn der Theologe Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf über „Mord aus Glaubensauftrag“ spricht und dabei den Ursachen religiös motivierter Gewalt nachgeht.

Ganz wichtig ist den Veranstaltern dieser „geistig inspirierenden“ Matineen die Verwurzelung in Duisburg, wie Dr. Susanne Sommer, Leiterin des gastgebenden Stadtmuseums sagt. Pfarrer Martin Winterkorn von der benachbarten Salvator-Gemeinde greift den Impuls auf und bezieht sich in zwei Sonntagspredigten auf Matinee-Themen des gleichen Tages: Am 28. Juni spricht Prof. Dr. Ulrich Kutschera über die „Alfred Russel Wallace und die Gott-lose Evolution“, am 27. September geht es um Nostradamus.

Luther ist das Auftakt-Thema

Thema des Jahres ist „Das Wissen und der Glaube“. Hat doch Duisburg seinen berühmtesten Sohn der Anklage Mercators wegen „luttherey“ durch die Inquisition zu verdanken; er hatte den Magnetpol vom Himmel auf die Erde verlegt.

Luther ist das Auftakt-Thema am Sonntag, 29. März. Prof. Dr. Heinz Schilling ordnet den Reformator, seiner Motive, sein Denken und Handeln historisch ein.

Auf die Spuren der Alchemisten

Auf die Spuren der Alchemisten begibt sich Prof. Dr. Georg Schwedt am 26. April. Er demonstriert unter dem Titel „Aus Hexenküche und Zauberlabor“ Experimente. Betrachtet der Chemiker die Alchemisten doch als die Wissenschaftler ihrer Zeit, die die Grundlagen seines Fachs gelegt haben.

Einen neuen Blick auf Hieronymus Bosch wirft Stefan Fischer am 31. Mai in seinem Vortrag „Die Vermessung der Hölle“. Hat Bosch, ein Zeitgenosse Mercators, doch besonders finstere Höllenqualen gemalt – und damit im 16. und 17. Jahrhundert auch Schmunzeln ausgelöst.

Weitere Themen sind „Kirche und Ketzer“ (Prof. Dr. Daniela Müller), „Hawkins Kosmos“ (Rüdiger Vaas) und „Alexander von Humboldt“ (Prof. Dr. Ottmar Ette).