Massive Gesundheitsprobleme im Duisburger Bordellviertel

Viele Prostituierte im Duisburger Rotlichtviertel sind nicht krankenversichert. Die Zahl der Geschlechtskrankheiten ist beträchtlich.
Viele Prostituierte im Duisburger Rotlichtviertel sind nicht krankenversichert. Die Zahl der Geschlechtskrankheiten ist beträchtlich.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
In NRWs größtem Bordellviertel wächst die Zahl von Geschlechtskrankheiten. Beratungsstelle sorgt sich um Frauen wegen fehlender Krankenversicherung.

Duisburg.. Das Sexgeschäft im Bordellviertel an der Vulkanstraße ist von massiven gesundheitlichen Problemen durch Geschlechtskrankheiten begleitet. Viele der Prostituierten sind außerdem nicht krankenversichert. Das geht aus dem Jahresbericht der Beratungsstelle „Lily“ hervor, die vor einem Jahr an der Münzstraße eingerichtet wurde.

Prostitution 500 Frauen arbeiten in Duisburg nach dem Bericht pro Tag im Sexgewerbe. Mit zehn Bordellen und 440 Zimmern ist das Sex-Areal um die Vulkanstraße größte „Puff“-Meile im NRW. Die Beratungsstelle verzeichnete im vergangenen Jahr 319 Konsultationen von Prostituierten, deutlich mehr als bei den davor angebotenen Beratungsmöglichkeiten im Ruhrorter Gesundheitsamt (2014: 237). In den beiden ersten Monaten 2016 gab es schon 134 Beratungs- und Untersuchungstermine. In 90 Fällen ergaben die Abstriche und Tests Befunde für Geschlechtskrankheiten.

Zahl der Prostituierten ohne Krankenversicherung steigt

Große Sorgen bereiten der Stadt, dass die große Mehrheit der mehrfach untersuchten Frauen aus Südost-Europa nicht krankenversichert sind: 2015 waren es 115 von 156, in diesem Jahr bisher 99 von 113. Das Gesundheitsamt spricht von „erheblichen humanitären Problemen“ für die Sexarbeiterinnen und warnt zugleich vor einer Infektionsverbreitung über die Freierszene hinaus. Viele Prostituierte griffen zudem zu Selbsttherapie, bei der Antibiotika falsch eingesetzt würden.

Schwachstelle zudem: Die Beratungsstelle „Lily“ kann keine gynäkologische Untersuchungen anbieten. Wegen der fehlenden Krankenversicherung sind aber auch Untersuchungen durch niedergelassene Frauenärzte nicht möglich. Zugleich drängt das Gesundheitsamt aber auf die Fortführung des Beratungsangebotes.