Marode Wachen - Duisburger Polizei muss sich umorganisieren

Die Duisburger Polizei steht vor einem größeren Umbau. Wesentliche Einheiten zur Kriminalitätsbekämpfung sollen im Präsidium an der Düsseldorfer Straße gebündelt werden, die bisher teils dezentral untergebracht sind.
Die Duisburger Polizei steht vor einem größeren Umbau. Wesentliche Einheiten zur Kriminalitätsbekämpfung sollen im Präsidium an der Düsseldorfer Straße gebündelt werden, die bisher teils dezentral untergebracht sind.
Foto: Oliver Kühn / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
  • Die Polizei plant eine Neustrukturierung ihrer Wachen und Liegenschaften in Duisburg
  • Die Wache in Mittelmeiderich soll aufgegeben werden zugunsten eines Neubaus in Ruhrort
  • Der erste Spatenstich ist allerfrühestens 2019 möglich

Duisburg.. Die Polizei plant eine Neustrukturierung ihrer Wachen und Liegenschaften in Duisburg. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels am Dienstag unserer Redaktion. Die Bausubstanz einiger Gebäude sei so marode, dass diese für Polizeiarbeit nicht mehr geeignet seien. Zudem will sie wesentliche Einheiten zur Kriminalitätsbekämpfung im Präsidium an der Düsseldorfer Straße bündeln, die bisher teils dezentral untergebracht sind. Zu den Gedankenspielen gehören auch Schließungen von Wachen. Ganz sicher keine Zukunft hat jene an der Lohengrinstraße in Mittelmeiderich.

Wache in Mittelmeiderich wird wohl geschlossen - Bezirksdienst bleibt

„Das ist unsere Liegenschaft mit der schlechtesten Bausubstanz“, erklärte Bartels. Untergebracht ist die Polizei in diesem Gebäude, das früher eine Weberei beherbergte, laut Sprecher Ramon van der Maat seit den 70er-Jahren. Die sanitären Einrichtungen seien eine Zumutung für die Kollegen und auch aus energetischer Sicht sei die Wache ein Desaster, so Bartels, die feststellte: „Diese Liegenschaft werden wir perspektivisch sicher aufgeben.“ Sie stellt aber auch klar, dass der Bezirksdienst dort aufrechterhalten wird.

Eine neue Wache, die für diesen Bereich zuständig ist, soll nach den Wünschen der Polizeipräsidentin in Ruhrort entstehen. Von dort aus könne man die vorgeschriebenen Einsatzreaktionszeiten erfüllen, wenn die Polizei ein Alarm aus Meiderich, Beeck oder Alt-Homberg erreicht. Ein geeignetes Baugelände in Ruhrort könnte eine Brache im Umfeld des Eisenbahnhafens sein. Gemeinsam mit den Zuständigen des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), die laut Bartels „Herr dieses Verfahrens“ sind, werden aber weitere geeignete Freiflächen gesucht.

Zukunft der Polizeiwache in Alt-Homberg noch offen

Eine Ansiedlung dort hätte auch Auswirkungen auf die Wache in Alt-Homberg. Die ist seit 2006 im ehemaligen Ladenlokal eines Mehrfamilienhauses an der Viktoriastraße untergebracht. Auch dort geht es für die Beamten sehr beengt zu. Hier sei aber noch offen, ob dort eine Wache bleibe oder nicht, sagte Bartels. „Der Bezirksdienst wird aber definitiv in Homberg bleiben.“

Nächster Blickpunkt: die Wache in Alt-Hamborn. Die Immobilie an der August-Thyssen-Straße ist denkmalgeschützt. Umbauten an solchen Gebäuden seien immer kompliziert, aufwendig und teuer, sagte Bartels. Das Problem: Der L-förmige Bau kippt aufgrund von Bergschäden langsam aber sicher ab. Zwar wurde dort erst vor wenigen Jahren jedes Fenster saniert und ein Aufzug eingebaut. „Dennoch entspricht die Wache dort nicht mehr heutigen Standards“, sagte Bartels. „Wir müssen da weg!“ Wohin? Am besten an einen Standort, der in der Nähe des jetzigen liegt – also mitten im Bezirk Hamborn. Eine Aufgabe dieses Wachstandortes sei ausgeschlossen, betonte Bartels.

In Hamborn sitzen derzeit der Staatsschutz und das Kommissariat für organisierte Kriminalität. Diese will Bartels ins Präsidium an der Düsseldorfer Straße im Dellviertel holen, „weil es sich um wesentliche Einheiten“ handelt. Dieses Vorhaben wollte sie ursprünglich bereits kurz nach ihrem Dienstantritt in Duisburg durchsetzen. Die Pläne scheiterten jedoch. Doch auch im Präsidium geht es schon jetzt sehr beengt zu. Das Gebäude ist zwar groß, aber es bietet aufgrund seiner Bauweise aus den 30er Jahren lediglich 7300 Quadratmeter Bürofläche. Und das für 565 Beschäftigte.

Anbau an die Neudorfer Wache

Die gewünschte Lösung: Teile der Verwaltung und der Wasserschutzpolizei, die derzeit im Präsidium untergebracht sind, sollen in die nur 900 Meter entfernte Polizeiwache in Neudorf umziehen. Dort ist derzeit auch die vor kurzem um einen Zug (38 Polizisten) aufgestockte Einsatzhundertschaft beheimatet. „In Neudorf planen wir einen Anbau an den bisherigen Gebäudekomplex“, so Bartels.

Mittwoch tagt erstmals eine Projektgruppe, die über diese und weitere Ideen und Planspiele beraten soll. Doch Eile ist geboten: Bis Ende November muss ein fertiges Konzept an den BLB überreicht werden. Bis aus den Ideen echte Bauwerke werden, kann es aber dauern. „Der erste Spatenstich ist allerfrühestens 2019 möglich“, sagte Bartels. „Und bis alles fertig ist, kommen einige Jahre drauf.“