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26.10.2009 | 18:27 Uhr

Die Volkshochschule feiert ihren 90. Geburtstag mit einem Lerntag

Bildung überwindet soziale Klüfte: Diese Erkenntnis ist mindestes 90 Jahre alt. Als im Februar 1919 das preußische Ministerium für Wissen, Kunst und Volksbildung den Städten ans Herz legte, Bildungsstätten für Erwachsene einzurichten, reagierte Duisburg schnell. Schon im Oktober gab es einen Ratsbeschluss, am 5. Dezember wurde in der Tonhalle die Eröffnung der Volkshochschule gefeiert.

Fast auf den Tag genau – am 4. Dezember – feiert die feiert die Volkshochschule ihren 90. Geburtstag zwar auch mit einem Festakt, vor allem aber mit einem „Lerntag” am Samstag, 31. Oktober, von 14 bis 18 Uhr an der Heinrich-König-Straße 47. Zum Beispiel mit Schnupperkursen in Arabisch (14 Uhr), Chinesisch (15 Uhr), Russisch (16 Uhr) und Griechisch (17 Uhr).

Sprachen, heute ein wesentliches Standbein, waren vor 90 Jahren nicht im Programm. Damals revolutionär auf dem Lehrplan war die politische Bildung, um die „politische Reife der niederen Klassen” zu fördern. Sie ist heute immer noch im Programm – ebenso wie Angebote für den zweiten Bildungsweg, Geschichte und Staatsbürgerkunde oder Fort- und Weiterbildung im Beruf. Vor allem an Frauen richteten sich damals Kurse in Hygiene, Ernährung und Kochen. „Das erklärt auch, warum die VHS bis heute Kochkurse anbietet; in denen geht es vor allem um Ernährungsbewusstsein”, so VHS-Chef Dr. Gerhard Jahn.

1920 wurden bereits 1800 Teilnehmer gezählt. Heute kennen 98 Prozent der Duisburger die VHS, und 35 Prozent haben ihre Angebote genutzt, so Jahn. „Damit liegt Duisburg etwas über dem Landesdurchschnitt von 31 Prozent.”

Die Weltwirtschaftskrise und das Nazi-Regime verschafften der VHS eine 15-jährige Zwangspause. 1931 wurde der Lehrbetrieb eingstellt, um nach dem Zweiten Weltkrieg auf Wunsch der britischen Besatzer wieder zu starten. Ihnen ging es vor allem darum, demokratische Grundregeln zu vermitteln.

Die Aufgabe der VHS hat sich in 90 Jahren nicht sehr gewandelt, heißt es doch im Programmheft der Eröffnungsfeier, dass „allen Einwohnern der Stadt” Gelegenheit geboten werden soll, „sich ein größeres Maß allgemeiner Bildung sowie von Kenntnissen und Fertigkeiten anzueignen”. Wie sehr sich die Inhalte verändert haben, zeigt am „Lerntag” die Ausstellung „Handel im Wandel” mit historischen Buchhaltungsbüchern aus dem Haniel-Museum, modernen EDV-Buchhaltungsprogrammen oder mit einem Blick in die Zukunft des Einkaufens, wie sie sich die Metro Group Future Store Initiative vorstellt: Die Einkaufsliste wird ins Handy eingescannt, das leitet im Geschäft zu den Waren und rechnet auch ab.

Zurück geblickt wird am Samstag auch auf alte Sportarten, die neuen Auftrieb erhalten haben wie Rhönradfahren oder auf das Bauaus, 1919 als Reformschule für Kunst und Architektur in Weimar gegründet. Abends steigt ein Fest mit Musik und Getränken der 20-er und 30-er Jahre.

Außerdem im Programm: Die Reformpädagogik, die sich 1919 anschickte, die Paukschule zu verändern. Einen Streifzug durch die Stadtgeschichte unternimmt um 16 Uhr der Film von Kai Gottlob „Duisburg 14/66”. Um 14 Uhr dreht sich eine Diskussion um die Frage, was das NS-Dokumentationszentrum leisten kann, das im „Stadtfenster” entsteht. Das Programm gibt es als Faltblatt:  0203/283 3852 oder www.vhs-duisburg.de. Am 31. startet auch ein Online-Quiz zum 90-Jährigen, das bis Ende November läuft.

Anne Horstmeier

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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