Marientor-Theater: Aufsichtsrat bekräftigt Verkaufsbeschluss

Es bleibt dabei: Das Theater am Marientor (TaM) wird für 2,5 Millionen Euro an den Musical-Betreiber „Mehr! Entertainment“ aus Düsseldorf verkauft. Diesen Beschluss hat der DBV-Aufsichtsrat nach NRZ-Informationen gestern Morgen erneut in einer Sondersitzung bekräftigt. Die Kaufverträge sollen bereits in Kürze unterzeichnet werden, den besiegelten Verkauf wollen die Gebag-Tochter und der neue Eigentümer morgen öffentlich machen.

Nicht zum Zuge kommt damit das höhere Konkurrenz-Angebot: Die Autark-Holding als Finanzierer des Konzepts von Wolfgang DeMarco, der die Musicals „Braveheart“ und „Schimanski“ auf die TaM-Bühne bringen wollte, hatte 2,8 Millionen Euro als Kaufpreis und eine weitere halbe Million Euro an Werbe- und Einnahme-Beteiligungen geboten.

„Schade“ findet es Sabine Kühn, Geschäftsführerin der Autark-Holding, dass die DBV ihr lukrativeres Angebot ausschlägt: „Sollte die Vertragsunterzeichnung erneut scheitern, finde ich vielleicht mehr Gehör“, sagte Kühn gestern der NRZ.

Doch was motiviert überhaupt eine Vermögensverwaltung zur Investition in ein Theater? „Das Konzept mit Businessplan hat uns wirtschaftlich überzeugt und wir halten Herrn DeMarco für qualifiziert, dies auch umzusetzen“, sagt Kühn. Das Kapital zum Kauf sowie die Vorkosten zur ersten Produktion habe sie Ende vergangener Woche erneut nachgewiesen, es handele sich dabei um bereits realisierte Erträge aus Kundengeldern. Und dass die Holding ihren Sitz jetzt in eine Villa nach Walsum verlegt, sieht die Duisburgerin Kühn als „klares Bekenntnis zur Region.“

Laut Geschäftsbericht weist die Autark-Beteiligung GmbH 24,4 Mio Euro an Anlagekapital aus und hat im ersten Halbjahr 2014 700.000 Euro Gewinn erwirtschaftet.

Dennoch: Der Verkauf an die Düsseldorfer Betreiber fiel gestern im Aufsichtsrat einstimmig. Man habe die Entscheidung auf Basis aller Fakten getroffen, sagte ein Aufsichtsrat der NRZ. Für „Mehr! Entertainment“ habe vor allem die Erfahrung gesprochen.

Die Düsseldorfer betreiben derzeit fünf Spielstätten, in Köln, Berlin, Bremen, Bochum und Düsseldorf, ein neues Theater eröffnet im März in Hamburg. Wann sich in Duisburg der Vorhang für ein Musical hebt, ist noch unklar: Da das TaM weit im Voraus vermarktet und bis Mitte 2016 für die Philharmoniker gesichert ist, können die neuen Betreiber nur Tournee-Musicals in den Lücken einsetzen: „Shrek“ wäre nach dem Tour-Ende ab April möglich, „Dirty Dancing“ ab August eine Option.