Mann schickte Nacktfotos der Ex an deren Chefs

Es bleibt dabei: 1800 Euro Strafe (120 Tagessätze zu je 15 Euro) muss ein 47-jähriger Hochfelder wegen Verleumdung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen zahlen. Daran änderte auch ein Berufungsprozess vor dem Landgericht nichts.

Ende Dezember 2013 hatte er aus Frust darüber, dass ihm die Geliebte den Laufpass gab, Nacktfotos der 39-jährigen Krankenschwester an deren Chefs im Krankenhaus gemailt. Er gab sich dabei als empörte Ehefrau eines Patienten aus, die angeblich zufällig im Internet über die erotischen Aufnahmen gestolpert sei. „Wunderbar, wie ihre Mitarbeiterinnen sich im Internet präsentieren“, schrieb die erfundene Beschwerdeführerin. Die Bilder hatte ihm die 39-Jährige während der voran gegangenen kurzen Beziehung auf elektronischem Wege geschickt – natürlich nur zum privaten Amüsement.

Es half dem Angeklagten wenig, dass er sich in der Berufung erneut darauf berief, er sei zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen, könne sich an Einzelheiten kaum noch erinnern. Schließlich hatte er in der Tatnacht nicht nur die E-Mail-Adressen des Krankenhauses korrekt angesteuert, sondern seiner „Ex“ auch noch eine hämische Nachricht geschickt, in der er „Viel Spaß mit der Personalabteilung“ wünschte.

Vor dem Hintergrund, dass die Arbeitgeber der Geschädigten glücklicherweise sehr sensibel mit dem Fall umgegangen seien und die Sache keine weiteren Nachteile für die 39-Jährige gehabt habe, sah die Berufungskammer das Urteil des Amtsgerichts als maßvoll an. Obwohl das Gericht zu Beginn ziemlich deutlich signalisiert hatte, dass kein anderes Urteil zu erwarten sei, wollten der 47-Jährige und seine Anwältin von einer Berufungsrücknahme nichts wissen. „Wenn wir schon einmal da sind, können wir auch verhandeln“, so die Verteidigerin.

Die begeisterte die Richter auch damit, dass sie Tageszeitungsartikel als Rechtsquelle nutzte, um darauf die Behauptung zu stützen, die Geschädigte habe kein Verfügungsrecht mehr über ihre Bilder gehabt. Dem Vorsitzenden entlockte das nur ein gequältes Lächeln.

Die Verhandlung kostete den Angeklagten Geld. Die Zeugin, die alles noch einmal erzählen musste, kostete sie Nerven. Richter, Schöffen und Staatsanwältin verloren zwei Stunden Lebenszeit. Dann verwarf die Kammer auf Kosten des Angeklagten die Berufung.