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Loveparade

"Mann ohne Verantwortung?" – Buch über Ralf Jäger und die Loveparade

01.02.2013 | 09:00 Uhr
Innenminister Ralf Jäger und Einsatzleiter Kuno Simon am Tag der Loveparade-Katastrophe beim Besuch des Ministers im Polizeipräsidium.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Publizist Klaus Happel erklärt in seinem Buch "Mann ohne Verantwortung?" seinen Standpunkt, dass Ralf Jäger nach der Loveparade-Katastrophe hätte zurücktreten müssen. Nur „scheibchenweise“, so einer der Vorwürfe, habe der Innenminister Fehler der Polizei eingeräumt. Dem Buch fehlt eine Gesamtbetrachtung der Umstände.

Am 24. Juli jährt sich der Tag der Loveparade-Katastrophe . Viele erwarten, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bis dahin endlich zu einem Abschluss kommen. Der freiberufliche Publizist und Übersetzer Klaus Happel hat nicht so lange gewartet, sondern in seinem Buch „Der Fall gegen den Innenminister“ den „Mann ohne Verantwortung“ ausgemacht. Auf knapp 100 Seiten – inklusive Anhang – legt er dar, warum seiner Meinung nach Innenminister Ralf Jäger längst hätte zurücktreten müssen, weil seine Polizeibehörde zumindest ein Teil der Schuld trifft.

Polizei habe Fehler gemacht

Obwohl Ralf Jäger am 24.Juli 2010 erst wenige Tage im Amt war, hätte er nach Auffassung des Autors die Verantwortung übernehmen müssen. Während sich in Duisburg alles auf den damaligen Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) gestürzt habe , sei Jäger mehr oder weniger unbehelligt davongekommen. Und das, obwohl gerade die Polizei offensichtlich Fehler gemacht habe , die am Ende zur Katastrophe geführt hätten: Der seitens der Personalvertretung durchgedrückte Wechsel der Einsatzhundertschaft, die fehlerhaft bzw. gar nicht beantragte Vorrangschaltung der Polizei-Handys, der Besuch des Innenministers bei der Einsatzleitung und die nach Meinung des Autors dadurch resultierende Unaufmerksamkeit. Nur „scheibchenweise“, so der Vorwurf, habe der Innenminister Fehler der Polizei eingeräumt.

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Viele Anschuldigungen und keine Antworten

In Happels Ausführungen kommen Formulierungen wie „hätte“, „würde“, „offensichtlich“ und „es steht zu vermuten“ oft vor. Manche Antwort auf offene Fragen gibt der Autor auch selbst, wenn er schreibt: „...wir wissen es nicht“. Und genau das ist das Problem mit diesem Buch: Am Ende bleibt der Autor die konkreten Antworten schuldig, weil auch er sie nicht beantworten kann, solange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht abgeschlossen und ein Gericht ein Urteil gefällt hat.

Die zentralen Akteure der Loveparade

Der Autor streift auch nur die Verantwortung, die im Zuge der Vorbereitung der Loveparade und der Beteiligung des Innenministeriums Jägers Vorgänger Ingo Wolf trifft. Die Hinweise darauf, dass Jäger gerade zehn Tage im Amt war erfolgt erst auf den hinteren Seiten. Im Vordergrund steht für ihn der Vorwurf, dass Ralf Jäger als Vorsitzender der SPD Duisburg mit seiner Partei die Loveparade-Katastrophe als Möglichkeit genutzt hat, den CDU-Oberbürgermeister Sauerland aus dem Amt zu drängen. Er verschweigt dem Leser dabei, dass die wenig später umgesetzte gesetzliche Regelung, dass Bürger einen Oberbürgermeister auch wieder abwählen können, ein Bestandteil des Koalitionsvertrages war.

Fazit:

Dem Buch fehlt eine Gesamtbetrachtung der Umstände, es enthält zudem zahlreiche Mutmaßungen und gleicht somit mehr einer Verschwörungstheorie; das Fragezeichen im Titel ist bezeichnend.

Klaus Happel, Mann ohne Verantwortung?, Transmedia Publishing, 7,90 Euro.

Alfons Winterseel



Kommentare
05.02.2013
16:15
Polizei hatte auch Fehler gemacht.
von babilon | #30

Nun wo mann Herrn Sauerland für Fehler seiner Dezenenten gehen mußte,sollte
auch für Fehler seiner Polizei gehen.

04.02.2013
13:57
Es ist allerhöchste Zeit, dass die Staatsanwaltschaft zu Ende kommt, die Öffentlichkeit per Pressekonferenz über Ihre Ermittlungsergebnisse informiert...!
von JoachimMutz | #29

...die Angehörigen der Todesopfer, die überlebenden Eingekesselten, alle irgendwie Verletzten und Betroffenen, die Einsatz- und Hilfskräfte als auch alle an der Veranstaltung irgendwie Mitwirkenden und die Öffentlichkeit haben den berechtigten Anspruch auf "Erklärungen und Aufklärung"..!

http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/neue-spuren-zeichnen-weg-zur-loveparade-katastrophe-nach-id6327594.html

Vage Vermutungen, wilde Theorien oder gar Gerüchte sind kontraproduktiv. Die im Sinne unseres Rechtsstaates und von unserem Rechtsstaat wahrzunehmende Verantwortung ist gefragt!

Wann ist der Termin der Pressekonferenz?

.

13 Antworten
Rechtsstaat...
von Jorgel | #29-1

Selbstverständlich werden alle Beteiligten und die Öffentlichkeit ihren Anspruch auf Aufklärung erfüllt bekommen - und zwar nach einem rechtsstaatlichen Verfahren. Durch die Staatsanwaltschaft allein sind diese Vorgänge gar nicht zu klären.

Denn die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde und Ankläger ist nur ein Teil des rechtsstaatlichen Verfahrens. Ein Gericht muß die Vorgänge klären und dort wird auch die Gegenseite gehört, deren Anwälte mit Sicherheit anderer Meinung sind. Deshalb hört das Gericht beide Seiten an und fällt dann sein Urteil - das zunächst sicherlich nicht rechtskräftig wird...

Denn eine oder beiden Seiten gehen erfahrungsgemäß in die nächste Instanz, wahrscheinlich bis alle Instanzen ausgeschöpft sind. Erst danach ergeht ein rechtskräftiges Urteil. Das kann noch Monate oder Jahre dauern.

Solange müssen sie sich schon gedulden, denn bis dahin gelten Beschuldigte in einem Rechtsstaat als unschuldig. Sogar nach einer Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft...

@ #29-1 Jorgel - Was sollen die Leser nur von Ihren Äußerungen halten ?
von JoachimMutz | #29-2

Unterstellen Sie den LeserInnen Dummheit, dass sie nicht wissen, in welchen Schritten die juristischen Verfahren in unserem Rechtsstaat ablaufen ?

Und wenn Sie hier schon Ihres zum Besten geben, warum verschweigen Sie den LeserInnen das Wesentlichste ?
Denn es ist nun Mal so, dass die Staatsanwaltschaft aufgrund ihrer Ermittlungen entscheidet, entscheiden muss, ob strafbare Handlungen vorliegen, die zum Erlass von Strafbefehlen oder zu Anklageerhebungen führen. Wenn keine strafbaren Handlungen festgestellt werden, gibt es folglich keine Strafprozesse.

Allerdings könnten sich aus den Ermittlungsergebnissen Schlussfolgerungen auf rechtswidrige Handlungen ergeben, die dann möglicherweise in Zivilprozessen oder Dienstrechtlichen Verfahren münden.

Folglich sind sehr wohl die Staatsanwaltlichen Ermittlungsergebnisse wichtig!

Völlig unverständlich ist mir allerdings Ihre Vorhaltung "solange müssen sie sich schon gedulden" - Was soll der Quatsch ?
Haben Sie das Gelesene nicht verstanden?

@ Jorgel ...... Nachsatz auch zu Ihrem #28-14 + 28-12 gestattet...
von JoachimMutz | #29-3

Sie kennen doch den Streit / Gerangel der Abgrenzung der Zuständigkeit Festgelände oder öffentlicher Raum - reden aber von dem Sicherheitskonzept und weisen bezüglich der vom Veranstalter wahrzunehmenden Einlasskontrollen darauf hin "dass bei Aufstauungen die Polizei übernehmen sollte" und im übrigen laut diesem Sicherheitskonzept eine Einsatzhundertschaft vor den Tunneln vorgesehen war...

Die hätte, so Ihre Meinung, mit dem Stauszenario vor den Tunneln fertig werden können...ich zitiere;
"Die vorgesehene Einsatzhundertschaft hätte durchaus die Menschen vor dem Tunnel in vertretbare Bahnen lenken können, wenn sie denn nicht gerade abgelöst worden wäre und nur zum Teil einsatzbereit war. Die Menschen hätten lange vorher aufgeteilt werden können, wenn nur genug Personal zur Verfügung gestanden hätte."

Bemerken Sie "den Sprung im Sicherheitskonzept"? "Lange vorher aufgeteilt" - war das im Konzept zur EIN-Eingang-Planung ?
"Vertretbare Bahnen lenken".. Wohin ?

...Glaube verbietet sich !

@JoachimMutz
von Jorgel | #29-4

Sie haben sich doch beschwert, dass es allerhöchste Zeit ist, dass die Staatsanwaltschaft zu Ende kommt, die Öffentlichkeit per Pressekonferenz über Ihre Ermittlungsergebnisse informiert...!

Sie haben ausdrücklich auf den berechtigten Anspruch aller an der Veranstaltung irgendwie Mitwirkenden und der Öffentlichkeit auf "Erklärungen und Aufklärung" hingewiesen..!

Sie haben diesbezüglich den Termin der Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft angemahnt.

Und das alles im Sinne des Rechtsstaates und der von unserem Rechtsstaat wahrzunehmenden Verantwortung...

Da wundern sie sich, wenn ihnen erklärt wird, dass staatsanwaltschaftliche Ermittlungen längst nicht das abschließende Ergebnis eines rechtssstaatlichen Verfahrens sind?

Im übrigen richtet sich meine Antwort speziell an Sie und nicht an die LeserInnen. Deshalb habe ich auch die Antwortfunktion benutzt und keinen neuen Thread aufgemacht. Wenn sie also glauben ich unterstelle jemand etwas, dann sollten sie zunächst an sich denken...

Jorgel ...
von JoachimMutz | #29-5

in 29-2 hatte ich Ihre unvollständigen Hinweise (29-1) doch schon korrigiert...!

Was soll jetzt 29-4 ??? - oder wollen Sie mich nur "in komischer Weise anmachen" ?

Auf 29-3 hüllen Sie sich nach aller Diskussion zudem in Schweigen...

Was haben Sie dagegen, dass man die Staatsanwaltschaft anhält, anmahnt, die Ermittlungen endlich zu Ende zu bringen und die Ergebnisse bekannt zu geben ?

Die schnellere Abwicklung so mancher Verfahren wäre ganz sicher positiv in unserem Rechtsstaat !

@JoachimMutz
von Jorgel | #29-6

Fragt sich, wer hier wen anmachen will...

Sie wollen in 29-2 was korrigiert haben? Da bin ich völlig anderer Meinung.

Sie behaupten nach wie vor, dass das Wesentliche in einem rechtsstaatlichen Verfahren die Staatsanwaltschaft ist: "es ist nun Mal so, dass die Staatsanwaltschaft aufgrund ihrer Ermittlungen entscheidet, entscheiden muss, ob strafbare Handlungen vorliegen, die zum Erlass von Strafbefehlen oder zu Anklageerhebungen führen."

Sie nehmen offenbar nicht zur Kenntnis, dass gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben werden kann und es dann zur Gerichtsverhandlung kommt. Sie nehmen nicht zur Kenntnis, dass eine Anklageerhebung kein Urteil darstellt.

Die Anklageerhebung bedeutet lediglich, dass nach Meinung der Staatsanwaltschaft eine strafbare Handlung vorliegt. Ob dies wirklich so ist, wird sich erst vor Gericht herausstellen. Bei dem durchaus einzelne Anklagepunkte fallen gelassen werden können - und das sogar mit Freispruch enden kann...

Fortsetzung
von Jorgel | #29-7

Was bedeutet also eine Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft in der sie ihre Ermittlungsergebnisse mitteilt? Erst mal gar nichts...

Deshalb müssen eben alle warten, bis das oder die anhängigen Gerichtsverfahren beendet sind. Das sollten auch sie zur Kenntnis nehmen - und nicht allein auf die Staatsanwaltschaft setzen, um "Erklärungen und Aufklärung" zu erhalten...

Im übrigen habe ich etwas dagegen die Staatsanwaltschaft von Leuten wie ihnen unter Druck zu setzen. Die Staatsanwaltschaft versucht ihre Ermittlungsergebnisse und Anklagepunkte möglichst gerichtsfest zu gestalten. Sie will eben nicht von gegenerischen Anwälten in der Luft zerrissen werden - was in Freisprüchen enden kann...

Bei diesem komplexen Thema mit mehreren Schauplätzen und Zuständigkeiten, den vielen Beteiligten und Geschädigten, dauert das eben recht lange. Das gehört nun mal bei echter Aufklärung dazu.

Ich hätte auch gerne noch mehr dazu geschrieben, aber die nur möglichen 1000 Zeichen hindern mich daran...

Jorgel - Sie machen einen "sprachlos"...
von JoachimMutz | #29-8

Trotz aller Bildungsmisere dürften die Meisten über das Prozedere der Rechtsstaatlichen Verfahren informiert sein. Ich weiß es sogar sehr genau. Sie haben aber auch das wohl leider nicht erkannt.

Vor allem fehlt Ihnen aber auch die Erkenntnis zur sehr wohl sehr weittragenden Bedeutung der Staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsergebnisse;

Die befreiende, positive Wirkung der Bekanntgabe von der Einstellung des Verfahrens gegen die bis dato im Focus der Ermittlungen stehenden Menschen...!

Das ist aber nicht Alles, nur erspare ich mir weiteres.
Im übrigen habe ich mich zur Problematik der langwierigen Verfahrensdauern im Rechtsstaat an anderer Stelle schon geäußert. (als Antwort "auf Gerichtssaalsuche")

@JoachimMutz
von Jorgel | #29-9

Da sie sich in ihrem Kommentar #29 nur auf die Staaatsanwaltschaft konzentrieren und deren Bedeutung auch später immer wieder betonen, erwecken sie den Eindruck nicht mit einem rechtsstaatlichen Prozedere vertraut zu sein, obwohl sie den Rechtsstaat im gleichen Kommentar ansprechen.

Ich habe auch gar nicht abgestritten, dass der Staatsanwaltschaft keine Bedeutung zukommt. Aber wenn sie des öfteren Gerichtsverhandlungen folgen durften, so wie ich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schöffe bei Landgericht und Amtsgericht, würden sie sehen, dass dort die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwalt auch durchaus relativiert werden können.

Was bleibt ist für manche die "befreiende, positive Wirkung der Bekanntgabe von der Einstellung des Verfahrens". Dem gegenüber steht die Beschuldigung mehrerer beteiligter Personen, in der von ihnen geforderten Pressekonferenz, die damit den Medien zum Fraß vorgeworfen werden.

Obwohl längst nicht klar ist, wie die Anklage letztlich Bestand haben wird...

Jorgel - So manches ist eben von vorneherein klar und eindeutig, ohne es überhaupt erwähnen zu müssen...!
von JoachimMutz | #29-10

...ein völlig anderes Beispiel gefällig?

Wenn jemand als Eigentümer angesprochen wird, muss man doch die Folgen, Haftung, Wirkung und wechselseitigen Beziehungen nicht erst erklären, die sich aus dem Eigentumsstatus ergeben...

Und natürlich -das ist ja das Selbstverständnis des Rechtsstaates- hat Jeder das Recht, einer Entscheidung zu widersprechen und "das gerichtlich klären zu lassen"... - so weit und solange die Gerichtsbarkeit den eigentlich geregelten Instanzen-Rechtsweg "nicht verschließt".

Ganz schlimm empfinde ich Ihre Äußerungen als (ehemaliger, aktiver) Schöffe...!
Sie beunruhigen mit Ihrer Bemerkung "den Medien zum Fraß vorgeworfen werden" wohl nicht nur mich sehr...!

Die Unschuldsvermutung -die trotz Anklageerhebung bestehende Unschuldsvermutung!- ist die wichtigste Säule unseres Rechtssystems, die von ALLEN geachtet, beachtet und eingehalten werden muss !

Jeder Verstoß ist sehr hart zu ahnden, das ist doch keine Frage!

Der psychische Druck bleibt doch anonym..!?

@JoachimMutz
von Jorgel | #29-11

Auch wenn etwas von vornherein feststeht, darf nicht fälschlicherweise der Eindruck erweckt werden, als wenn ein ganz anderer Sachverhalt besteht.

Das haben sie getan, als sie die Staatsanwaltschaft aufforderten, endlich den berechtigten Anspruch auf "Erklärungen und Aufklärung" zu erfüllen. Um so schlimmer, wenn sie wissen, dass die das gar nicht kann, da sie nur Teil des rechtsstaatlichen Verfahrens ist.

Außerdem braucht hier niemand den Entscheidungen der Staatsanwaltschaft zu widersprechen oder sie gerichtlich klären zu lassen. Selbstverständlich kommt es auf jeden Fall zu Gerichtsverfahren - und erst am Ende stehen "Erklärungen und Aufklärung"..!

Ich dagegen bin eher beunruhigt, weil sie von der Staatsanwaltschaft fordern in einer Pressekonferenz Beschuldigungen auszusprechen, ohne Rücksicht auf die so hochgehaltene Unschuldsvermutung und ohne Gerichtsverhandlung. Wobei die Beschuldigten dies nie wieder loswerden, selbst wenn sie später freigesprochen werden...

Jorgel - Fakt ist doch aber...
von JoachimMutz | #29-12

dass die Beendigung der Ermittlungen, die Preisgabe des Ermittlungsergebnisses sehr entscheidend für den weiteren Verlauf der juristischen Abarbeitung auch aller Zivilverfahren/Prozesse ist.

Anklage ja/nein warum...
Art und Umfang der Information richtet sich nach der bestehenden Rechtslage...

"Da ist was..." Ja - DAS muss jeder Angeklagte aushalten.
"Da war nichts.." DAS befreit jede bis dato im Focus der Ermittlungen stehende Person zumindest hinsichtlich des möglichen Verdachts auf begangene Straftaten.

Die möglicherweise in/auf Zivilverfahren Einfluss nehmenden Ermittlungsergebisse dienen möglichen Klagebegründungen oder entkräften die Vorwürfe eben.

"Ob Einbruch, Trunkenheitsfahrt Prominenter oder Wett-/Devisenbetrüger.."
- Sie sollten sich zu Justizirrtümern, zu Unrecht Beschuldigten, zu Opfern der Justiz bzw. unserer Gesellschaft gewordenen MIT-MENSCHEN mal Gedanken machen..

In schnellerer Erledigung der Verfahrensdauer würde eben schneller die Unschuld erklärt ! Na ?

@JoachimMutz
von Jorgel | #29-13

Eigentlich hatten wir das alles schon mal besprochen. Aber wir können es gerne nochmal tun.

Niemand hat bestritten, das die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen entscheidend für den weiteren Verlauf der juristischen Abarbeitung sind. Aber, wie sie selbst sagen, eben der juristischen Aufarbeitung - und nicht das der Presse oder des Publikums.

Wobei Zivilverfahren in der Regel erst nach einem rechtskräftigen Urteil im Strafprozess Aussicht auf Erfolg haben, da jeder Zivilrichter bis zu diesem abwarten wird, bevor er jemand Schadenersatzanprüche oder Schmerzensgeld zuspricht. Ansonsten würde sein Urteil in der nächsten Instanz kaum Bestand haben.

Es hat auch niemand bestritten, dass es Justizirrtümer in rechtsstaatlichen Verfahren gibt. Nur, die beruhen in der Regel auf schlampiger Arbeit der Ermittlungsbehörden. Gerade deshalb muß man diesen die Zeit geben ihre Arbeit zu machen. Besonders bei so komplexen und komplizierten Anklagen. Schneller heißt nämlich nicht qualitativ besser...

03.02.2013
12:33
"Man hätte es wissen müssen",
von Bully51 | #28

"Es war doch klar, dass in dem engen Tunnel so etwas passieren musste", "Wer so etwas zulässt, handelt grob fahrlässig", u.s.w.

Solche Sprüche sind Blödsinn!
Der kontrollierte Zugang der Besucher über die Unterführung Karl-Lehr-Straße war eine Forderung der Sicherheitsbehörden (Polizei, u.a.). Nur durch strenge Personenkontrollen glaubte man Waffen und Rauschgifte von der Party fernhalten zu können (nachzulesen in den veröffentlichten Unterlagen zur Planung der Loveparade). Und dafür war die Unterführung Karl-Lehr-Straße und die Rampe hervorragend geeigent. Voraussetzung war allerdings, dass nur soviele Menschen in die Unterführung gelassen werden sollten, wie nach Oben - aufs Festivalgelände - abfließen konnten. "Steuern" sollten das die Polizei-/Ordnungskräfte im Container an der Rampe ..
Wer auch immer die Genehmigung zum Öffnen der Zugangsschleusen gegeben hat oder es tatenlos hingenommen hat, dass die Sperren überrannt wurden - trägt die Verantwortung für die Katastrophe.

14 Antworten
zu einfach
von kikimurks | #28-1

Ich glaube, dass diese Sicht zu einfach ist. Sicherlich löste die Maßnahme, übrigens war es Jägers Polizei, die Katastrophe aus, doch haben auch die anderen Beteiligten ihren Anteil. Hier ist vor allem auch der Veranstalter zu nenne, der alle Auflagen ignoriert hat, aber auch das Ordnungsamt, das lieber gar nicht erst kontrolliert hat, ob Auflagen erfüllt waren. In wie weit planungstechnische Fehler vorlagen, ist hingegen nicht so einfach zu beantworten. Hierbei spielen die entsprechenden Verwaltungsanordnungen und Gesetze eine wesentliche Rolle. Bisher ist bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft zum Mindest davon ausgeht, dass die Prüfungen nicht ausreichend waren.

"Man hätte es wissen müssen"
von Jorgel | #28-2

Genau so ist es. Vor allem weil die Polizeiführung gleichzeitig den Zugang zum Gelände an der oberen Rampe sperren ließ. Vollkommen logisch, dass sich die Menschenmassen dann im Tunnel und im unteren Teil der Rampe drängen mußten, bis es zur Katastrophe kam.

Einfach weil der Zugang zum Gelände überhaupt nicht mehr gegeben war und durch den ungebremsten Zufluß am Tunneleingang ein starker Rückstau entstand. Bis die Leute die Wände hochkletterten und über die Seiten der Rampe auswichen, sofern sie es schafften.

Dabei war die Rampe selbst auch noch durch Polizeifahrzeuge verengt, die dort nach der Planung gar nicht stehen durften. Erst als es bereits zu spät war, hob die Polizei die Absperrung auf und ließ die Leute wieder auf das Gelände.

Offenbar wußte bei der Polizei die eine Hand nicht, was die andere tat. Das hat mit der ursprünglichen Planung überhaupt nichts zu tun. Das sind Fehler die erst vor Ort entstanden - und zwar durch Fehlentscheidungen der Einsatzleitung...

@ Bully51 - VETO ! ...
von JoachimMutz | #28-3

...es tragen eben nicht die Menschen die Verantwortung für die Katastrophe, die das Öffnen der Zugangsschleusen genehmigt oder das Überrennen der Sperren tatenlos hingenommen haben!!!

WO bitte waren die UNUMGÄNGLICH / ZWINGEND erforderlich vorzusehenden Stauräume für all die erwarteten Menschenmassen???
Zumindest war doch propagiert, dass die Teilnehmerzahlen im Millionenbereich liegen (können).... und Duisburg hatte zu dieser LOVEPARADE eingeladen - "kommt Alle her !"

EIN Eingang???
Rechnen Sie mal mit; Die Geh-Geschwindigkeit des Fußgängers variiert zwischen 2-6 km/h; Der Zulauf/Eintritt zu einer Veranstaltung ist völlig anders zu werten als ein Spaziergang oder Marsch im freien Gelände... Fünf ist ein sehr hoher (riesiger) Wert !
Für die Eingangsregelung ist selbst der Wert von 3 km/h zu hoch!
Im zehn Meter breiten Zugang können also 30.000 bis 50.000 Menschen Zugang finden - und das ist schon sehr ungemütlich !

DIESE Zugangsplanung mit EINEM Eingang - DA liegt die Verantwortung!

Genehmigung, Organisation, Einsatzplanung einer Großveranstaltung...
von JoachimMutz | #28-4

...
Wer immer diese Zuwegungsplanung mit dem einen einzigen Eingang "erfunden hat" - hat eben "vergessen" - dass die Menschenmassen die Musik zwar hörten, aber eben nicht schnell genug dahin kommen konnten...!

Selbst bei einem Zugang von 50.000 Menschen pro Stunde hätte es ZEHN Stunden gedauert, das Festgelände zu füllen...!
"Wenn Alle da sind, ist die Veranstaltung zu Ende?" Das kann doch so nicht sein!?

Leute hört auf, die völlig überforderten, letztlich aufgrund der Fehlplanung völlig auf sich selbst gestellten, angesichts des unausweichlich wegen der unheimlichen Menge Mensch entstehenden Gedränges letztlich hilflosen Einsatzkräfte VOR ORT zu kritisieren...
JEDER dort ist für sein Leben gezeichnet, lebt, trägt sich mit Fragen und Vorwürfen...

"Ne MILLION Menschen eingeladen..." - da war man "vor Ort" von Anfang an aufgrund der FEHLPLANUNG machtlos...!

"Mekka ist bekannt" - Bochum hatte abgelehnt...

Staatsanwaltschaft - "Was ist jetzt, wann ist endlich die Pressekonferenz???"

@JoachimMutz
von Jorgel | #28-5

"WO bitte waren die UNUMGÄNGLICH / ZWINGEND erforderlich vorzusehenden Stauräume für all die erwarteten Menschenmassen???"

Einspruch!
Als die Polizei dem Zugang zum Gelände sperrte, war dort noch genug Platz für die anstürmenden Menschenmassen vorhanden. Der Beweis ist, dass diese Sperre aufgehoben wurde, als sich das Gedränge unterhalb der Rampe abzeichnete.

Nur da war es bereits zu spät und die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Trotzdem fanden anschließend noch alle Menschen auf dem Gelände Platz, die sich bis dahin in den Zugängen befanden.

Der Grund für die Sperrung oberhalb der Rampe war, dass nur eine bestimmte Menge jeweils auf das Gelände gelangen sollte. Das hätte funktioniert, wenn nicht gleichzeitig die Tunneleingänge freigegeben worden wären - und die Menschen vollkommen unkontrolliert hineinstürmten konnten.

Die Aufhebung der Sperre an den Tunneleingängen und die Anordnung der Sperre oberhalb der Rampe hätten niemals auch nur annähernd zeitgleich geschehen dürfen...

@ Jorgel - Bitte fragen Sie sich Mal nach dem Warum man die Schleusen der Tunneleingänge geöffnet hatte, "weil zu wenig oder zu viel los war...?"
von JoachimMutz | #28-6

...was auch immer im Einzelnen geschehen ist und als die Tragödie auslösende Handlung/Entscheidung ausgemacht wird, KANN aber doch keinesfalls über die eigentliche Ursache der katastrophalen Fehlplanung (und Organisation) hinwegtäuschen!

Die Besucherströme der Masse an Menschen, die wegen der NICHT ausgegebenen Tickets "irgendwann vor dem Eingang stehen" - weil sie zur Veranstaltung wollen - kennt man doch überhaupt nicht! Die Zahl der stündlich maximal in die Stadt DU per ÖPNV, Zug/Bus/Privat etc. eingefallenen Menschen konnte man "rechnen", JA, aber keinesfalls das Verhalten (wann gehen die dahin und stehen am Eingang?) "kalkulieren"...

Die großräumige Organisation im Hauptweg... - dass man erst gar nicht den Überblick verlieren kann, dass es erst gar nicht zu tumultartigen Gedränge vor den Schleusen kommen kann... - Wir reden hier von ner Masse öffentlich eingeladener Menschen, ob nun Viertel/Halbe/Ganze Million Menschen...

Die "Chefplaner/Cheforganisatoren" haben versagt...!

@JoachimMutz
von kikimurks | #28-7

Sie sollten es eigentlich besser wissen, da sie die Causa con Anfang an mit kommentiert haben.

Die anliegenden Strassen waren als Stauraum vorgesehen, man hätte nur die Wege öffnen müssen und die vorgesehenen Bühnen in Betrieb nehmen müssen.

Der Veranstalter rechnete, auch unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Vorjahre, mit nie mehr als 300.000 Menschen. Mehr wäre auch unrealistisch, wenn man sich die Kapazität von 60.000 Fahrgästen/Stunde des Duisburger Hbfs ansieht.

Tatsächlich hätte das Projekt klappen können, ´wenn alles wie geplant gelaufen wäre, doch wann läuft schon alles wie geplant. Die Sicherheitsreserven waren nicht vorhanden und die an der Ausführung beteiligten scherten sich einen Sch...dreck um Planungen und die Polizei war immer und zu jederzeit mitten dabei, sowohl während der Planung als auch während der Ausführung. Die Folgen kennen wir.

@ #28-7 kikimurks
von JoachimMutz | #28-8

...nur anhand der originalen amtlichen Akten kann man zur Ursachenforschung, Planung, Fehlplanung seriös Stellung nehmen.

Im www bzw. auch Berichten "geistern" Unterlagen wie z.B. die Einschätzung des Besucherverhaltens (darin ist das Kommen und Gehen der Teilnehmer in Stunden-Zeitfenstern an diesem Tag aufgelistet - Gesamtzahl 485.000 Menschen) und auch die Genehmigung der Veranstaltung mit bis zu höchstens 250.000 Menschen auf diesem Festgelände.
Trotz "nur" 485.000 Tages-Besuchern ist diesen "Unterlagen" zu entnehmen, dass zu keiner Zeit die maximal auf dem Festgelände zulässige Teilnehmerzahl erreicht werden würde. Das darin unterstellte Kommen und Gehen je Stunde erreichte zudem Werte, die angesichts der gegenläufigen Besucherverkehre verkehrstechnisch eher "als unmöglich" erscheinen!

Sollten die Planungen zudem noch ohne Sicherheitsreserven erfolgt sein, so ist dies nicht nur "höchst befremdlich!"

JEDES Einkaufscenter hat mehrere Eingänge, nur weil man die Ausgänge braucht?

@JoachimMutz
von Jorgel | #28-9

"Bitte fragen Sie sich Mal nach dem Warum man die Schleusen der Tunneleingänge geöffnet hatte."

Die Frage ist leicht zu beantworten. Hätte die Polizei nicht kurz vorher den von der Personalvertretung durchgedrückten Wechsel der Einsatzhundertschaft durchgeführt, wäre auch genug Personal zum Aufrechterhalten der Sperre am Tunneleingang vorhanden gewesen. So aber waren die Einen bereits dabei abzurücken, während die Anderen noch nicht vollständig einsatzbereit waren...

Außerdem wußten die Einheiten am Tunneleingang nichts von der gerade eingerichteten Absperrung an der oberen Rampe. Die Komunikation funktionierte nämlich auch nicht, weil die Funkgeräte versagten und das Handynetz überlastet war. Eine Vorrangsschaltung für Diensthandys wurde auch nicht von der Polizei beantragt, obwohl dies problemlos möglich gewesen wäre.

Alles Fehler, die allein in der Verantwortung der Polizei und damit ihres Dienstherrn liegen - und mit der ursprünglichen Planung gar nichts zu tun haben...

@JoachimMutz
von kikimurks | #28-10

Ich stimme zu, dass offenkundig Spitz-auf-Knopf gerechnet worden ist. Das ist unverantwortlich, aber ist es auch strafbar? Das kann ich nicht beurteilen.

Was die Strafbarkeit derjenigen Handlungen anbelangt, die auf die Genehmigung folgten, sind diese sehr wohl zu betrachten. Zum einen bestraft unser Strafrecht all diejenigen, die gegen Recht verstoßen haben, unabhängig davon ob andere schon vorher sich strafbar gemacht haben. Allein bei der Strafbemessung ist es möglich ein vorheriges Versagen strafmildernd zu berücksichtigen. Zum anderen muss auch dieses Handeln betrachtet werden um das gesamte Geschehen einordnen und die individuelle Schuld feststellen zu können. Es gilt also, dass nicht nur weil die Planung mangelhaft gewesen ist, kann sich bei der Umsetzung jedermann verhalten wie er will.

@ #28-9 Jorgel und #28-10 kikimurks als auch #28 Bully51
von JoachimMutz | #28-11

Ihre Argumentation ist;

"Der kontrollierte Zugang... Voraussetzung war, dass nur so viele rein gelassen werden sollten wie nach oben abfließen konnten... Steuern aus dem Container..
# # die ÖFFNUNG der Zugangsschleusen bzw. das tatenlose Hinnehmen, dass die Sperren ÜBERRANNT wurden # #

FRAGE: Welche Situation hätte sich denn vor den Schleusen ergeben, wenn die Schleusen nicht geöffnet oder überrannt worden wären???

Ich meine, dass der Zustrom der Menschenmassen sich dann eben vor diesen Schleusen gestaut hätte (war ja wohl bereits so?...) - mit vielleicht dann doch aufgrund der eben anderen örtlichen Gegebenheiten (mehr Ausweichräume und eben nicht dieser massiven Druckwirkung) mit nicht so verheerenden Folgen...

Nur bitte;
Die Drosselung des Zugangsstromes dieser Massen von Menschen MUSS eben weit vorher und mit mehreren Staukorridoren erfolgen..!

"Nur Mal so";
60.000 Arena-Besucher zwingt man in der Rush-Our per Ticket, die VIER Haupteingänge zu benutzen...

Zur LoPa 1 Tor?

Erklärungsversuche
von Jorgel | #28-12

Eigentlich habe ich nur die Vorgänge aufgezählt, die zu der Katastrophe führten - und so ist der Versuch der Erklärung, dass die Planung unzureichend war, keine Erklärung dafür, dass die Menschen in Massen in die Tunnels gelassen wurden, während gleichzeitig der Zugang zum Gelände gesperrt wurde.

Eigentlich müßte jedem einleuchten, dass vor dem Tunneleingang auf jeden Fall mehr Platz vorhanden war, wie im relativ engen Tunnel und auf der seitlich begrenzten Rampe, die zugleich am Ende abgesperrt war.

Die vorgesehene Einsatzhundertschaft hätte durchaus die Menschen vor dem Tunnel in vertretbare Bahnen lenken können, wenn sie denn nicht gerade abgelöst worden wäre und nur zum Teil einsatzbereit war. Die Menschen hätten lange vorher aufgeteilt werden können, wenn nur genug Personal zur Verfügung gestanden hätte.

Die Öffnung der Tunnel war jedenfalls die denkbar schlechteste Lösung. Bei funktionierender Komunikation der Polizeiabschnitte wäre dies sicherlich nicht so gekommen...

"Eigentlich müsste..."
von JoachimMutz | #28-13

,,,Jedem verständlich sein, dass der geordnete, zeitlich begrenzte Zugang von Hunderttausend(en) Menschen über nur einen Eingang zu riesigen Rückstauungen führt, führen muss. Zumal Einlasskontrollen den ungehinderten Zutritt, also den Zugangsstrom blockierte! Weit vorher schon "hätte man" in Etappen den Zugang drosseln müssen...

Bei der LoPa kommt der gegenüber allen anderen Events folgenschwere Effekt der "schon laufenden, lockenden Musikveranstaltung" hinzu!"
Der gezwungenermaßen mit der Ein-Eingang-Planung gegebene Massenansturm kann eigentlich mit friedlichen Mitteln auch von keiner Hundertschaft in Schach gehalten werden. Der Pulk der Masse, der Druck der nachrückenden und zudem von lärmender Musik angezogenen Menschen ist/wird zwangsläufig zu groß!

Laut Erklärung der Staatsanwaltschaft 17.01.2011 war die Erteilung der Genehmigung rechtswidrig.

Sichere Staukorridore fehlten - nicht Bereitschaftskräfte/Wasserwerfer etc. !

1. Planung UND 2. Organisation LoPa 2010 = 6 Minus !

Ausgeblendet was nicht paßt?
von Jorgel | #28-14

Für die Eingangskontrollen war der Veranstalter zuständig. Der hat dafür Ordner eingestellt, die zum größten Teil nicht erschienen sind. Außerdem sollte laut Konzept die Polizei übernehmen, wenn es hier zu einem größeren Aufstau kommt, mit dem der Veranstalter nicht fertig wird.

Aber die Polizei war ebenfalls nicht vollständig vorhanden, weil zum Zeitpunkt des größten Staus gerade die Ablösung stattfand - und die Fahrzeuge übergeben wurden.

Beides war so nicht im Sicherheitskonzept vorgesehen und auch nicht genehmigt. Wenn sie glauben, dass eine Hundertschaft in vollständiger Besetzung mit diesem Stau nicht fertig geworden wäre, ist das ihre Sache. Aber eben nur ein Glaube.

Mag die Planung schlecht gewesen sein, das ist unbestritten. Aber sich daran nicht zu halten und eklatante Verstöße gegen genehmigte Richtlinien zu begehen ebenfalls. Entscheidend ist übrigens was später das Gericht befindet. Das wird befinden was rechtswidrig war - und nicht die Staatsanwaltschaft...

03.02.2013
07:33
Verantwortung???
von zebolon1 | #27

Es wird Zeit, das die Staatsanwaltschaft tätig wird,sonst kommen nach mehr Leute auf die Idee sich indirekt an dieser Katastrophe zu bereichern.Natürlich hätte Jäger die Gefahr erkennen müssen,denn erkannte das Gelände,aber haben dann Duisburgs Medien nicht auch eine Mitverantwortung,oder sogar die Anwohner? Warum ist davon keiner vorher auf die Barikaden gegangen? Polizei und Feuerwehr haben Bedenken geäußert,aber wer hat die LP letztendlich durchgewunken und wer hat Kritiker mundtot gemacht ,wer wollte die LP,koste es was es wolle?Warum wurde am Abend vor der LP,als das Gelände mit der Presse besichtigt wurde,der Bereich ,wo sich dann die Katastrophe ereignete,ausgelassen?Bestimmt kannten gewisse Kreis die gescönten Zahlen und haben sich damit beruhigt,aber hätte man nicht mit noch mehr Menschen rechnen müssen.Verantwortlich sind Veranstalter und die, koste was es wolle die LP durchgewunken haben.Vielleicht werden wir eines Tages,erfahren,was hinter verschlossenen Türen besprochen

02.02.2013
19:20
Kommentar
von ulrics | #26

Ich mag Ralf Jäger nicht, allerdings hat er sich hier doch vollkommen korrekt verhalten. Ein Chef sollte sich hinter die Mitarbeiter stellen und ihnen den Rücken stärken.

1 Antwort
@ulrics
von kikimurks | #26-1

Zwischen "vor seine Mitarbeiter stellen" und "vertuschen" gibt es einen gewaltigen Unterschied. Jäger hat versucht das Versagen der Polizei zu vertuschen und hat immer nur dann Zugeständnisse gemacht, wenn er beim Lügen erwischt wurde. Allein die anfängliche Aussage, dass seine Beamte ja eigentlich nur da waren um gegen Taschendiebe vorzugehen, war eine Dreistigkeit wenn man betrachtet wie weit die Polizei von Anfang an ordnet eingegriffen hat.

02.02.2013
14:25
Überzogen
von RainerN | #25

Man stelle sich vor, eine leitende Funktion in einer Firma zu übernehmen. Ein Team von z.T. hoch qualifizierten Mitarbeitern ist gerade dabei ein Projekt zu Ende zu bringen. Zehn Tage später wird man völlig unvorbereitet mit einem katastrophalen Scheitern des Projektes konfrontiert. Wer, damit meine ich jeden einzelnen von uns, würde dann ein Versagen bei sich selber suchen? Ich denke niemand! Keiner wäre bereit, die Verantwortung für etwas zu übernehmen, das scheinbar dem Versagen seines Vorgängers und , oder dem Versagen einzelner hochqualifizierter Mitarbeiter oder gar Fachleuten (z.B. Panikforscher) geschuldet ist!? Das sich damals, im Sommer 2010, Hr. Jäger zunächst einmal schützend vor „seine“ Polizeibeamten gestellt hatte, durfte man von ihm als obersten Dienstherrn erwarten, war aber, wie sich ja erst später herausstellte, ein Fehler war. Deshalb nun seinen Rücktritt zu verlangen, ist aus meiner Sicht völlig überzogen.

2 Antworten
@RainerN
von kikimurks | #25-1

Er hat sich nicht zunächst vor seine Beamte gestellt. Er hat alles getan um die Verwicklungen der Polizei und die Pannen zu verschleiern. Er hat zu keinem Zeitpunkt mehr zugegeben als man seiner Polizei ohnehin nachweisen konnte. Er ist damit ein nicht unerhebliches Teil des Problems geworden.

@RainerN
von Jorgel | #25-2

Wie sie selbst sagen, hat es ein Versagen einzelner hochqualifizierter Mitarbeiter des Innenministers gegeben. Nämlich von "seinen" Polizeibeamten. Und zwar weil diese anders als in der Planung vorgesehen handelten.

Für alles was ungeplant vor Ort geschah, ist er aber als oberster Dienstherr der Polizei verantwortlich. Auch wenn er erst 10 Tage im Amt war. Diese Verantwortung hat er auch weitgehend wahrgenommen und nach außen hin gezeigt. Nämlich durch seinen Besuch bei der Einsatzleitung "seiner" Polizei, während diese gerade mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert wurde.

Offenbar galt seine Verantwortung aber nur solange es keine Toten und Verletzten gab. Als die Katastrophe eintrat, hatte der oberste Dienstherr der Polizei auf einmal keine Verantwortung mehr.

Nur wenn alles glatt ging, wollte er seine Verantwortung wahrnehmen. Dann hätte er sich mit den anderen, gegen die ermittelt wird oder die abgewählt wurden, feiern lassen.

So geht Verantwortung aber leider nicht...

02.02.2013
14:14
Absurd
von schRuessler | #24

Es ist schon einigermaßen absurd, wenn Kommentatoren, die den OB und obersten Chef der Stadtverwaltung Sauerland immer verteidigt haben, jetzt Jäger die Schuld geben mit dem Hinweis darauf, dass der zu der Zeit SPD-Vorsitzender in Duisburg war.

Man kann doch nicht immer nur mit der Parteibrille auf der Nase Dinge beurteilen. Das muss einem doch irgendwann mal selbst auffallen.

4 Antworten
@schRuessler
von kikimurks | #24-1

Ist schon seltsam, dass diejenigen, die immer am lautesten nach Übernahme von politischer Verantwortung durch Sauerland gerufen haben in der Causa Jäger sich erstaunlich ruhig verhalten. Im übrigen gibt es viel mehr Gründe Jägers Rücktritt zu fordern als dass er die Entscheidung pro LP mitgetragen hat. Es ist aber putzig, wie sehr die Genossen ihren Oberversager verteidigen.

Zitate
von schRuessler | #24-2

"Er war vor Ort und ist Duisburger."
"Als Duisburger SPD-Obermotz hat er sich nie gegen die LP ausgesprochen."
"Ebenso ist er Duisburger und hinterlässt den Eindruck, dass er sehr gut in der Duisburger SPD vernetzt ist. "

Diese Argumentation ist hanebüchen, vor allem, wenn man gleichzeitig den obersten Planungschef entlastet.

Und den Besuch Jägers in der Einsatzzentrale für die Katastrophe mitverantwortlich zu machen, ist lächerlich. Natürlich war das wieder eine der Jäger-typischen PR-Aktionen.
Aber das ist ein anderes Thema.

@schRuessler
von kikimurks | #24-3

Die Tatsacge, dass er Duisburger ist in den Zusammenhang mit der Katastrohe zu stellen ist Unfug. Kein Unfug ist es, den Zusammenhang zwischen dem SPD Vorsitzenden und der Veranstaltung herzustellen. Er trägt damit genau so viel Verantwortung wie jeder führende Politiker Duisburgs.

Der Zusammenhang zu seinem Aufenthalt hingegen existiert sehr wohl. Es gab Aussagen aus Reihen der Polizei, dass Jäger während der heißesten Phase seine beiden Spitzenbeamten für ca. 30 Minuten beschäftigte. Dies zum Zwecke der PR zu tun ist zu tiefst Verantwortungslos!

kikimurks | #24-3
von schRuessler | #24-4

"Er trägt damit genau so viel Verantwortung wie jeder führende Politiker Duisburgs."

Wenn jeder "führende Politiker Duisburgs " Verantwortung trägt, stimmen Sie mir sicher zu, dass dann der oberste dieser Politiker auch die Hauptverantwortung trägt, oder sehe ich das falsch?

Und Politikerbesuche bei Einsätzen sind so unnötig wie üblich. Ich denke nicht, dass man davon ausgehen muss, dass der Besuch in einer Einsatzzentrale die Einsatzfähigkeit behindert.

02.02.2013
14:12
Verantwortung
von Jorgel | #23

Der Innenminister ist der oberste Dienstherr der Polizei und damit für die Arbeit der Polizei verantwortlich. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass Herr Jäger erst 10 Tage im Amt war.

Er kann also nicht für Fehler der ursprünglichen Planung verantwortlich gemacht werden. Allerdings schon für die Fehler der Polizei vor Ort, die entstanden als diese von der Planung abgewich.

Dazu zählen der von der Personalvertretung durchgedrückte Wechsel der Einsatzhundertschaft, nicht funktionierende Diensthandys und Funkgeräte, der Besuch des Innenministers bei der Einsatzleitung während die mit Problemen zu kämpfen hatte, Polizeifahrzeuge die die Rampe verengten...

Vor allem aber die Anordnung der Absperrung zum Gelände oberhalb der Rampe, während gleichzeitig die Tunneleingänge freigegeben wurden und die Menschenmassen durch die Tunnels zur Rampe strömten. Wodurch es zur Katastrophe unterhalb der Rampe kam.

Das alles hat mit der Planung nichts zu tun. Es ist Herrn Jägers Verantwortung...

2 Antworten
Mitplaner
von daddy1949 | #23-1

Bitte nicht vergessen das Herr Jäger vor seinem Antritt als Minister im Rat der Stadt Duisburg saß und dort die LP in ihrer Form mitplante und sein OK dazu gab

@daddy
von wattearvolt | #23-2

Herr Jäger saß nicht mehr im Rat, sondern im Landtag. Dennoch unterstelle ich ihm ein profundes Mitwissen.

02.02.2013
13:11
10 Tage im Amt
von daddy1949 | #22

Aber vorher im Rat der Stadt Duisburg die LP in der Form mit genehmigt.
10 Tage im Amt aber eine Mitschuld der Polizei abgestritten, aber den zur Zeit stellvertretenden Polizeipräsidenten Strafversetzt,
außerdem hat er vor Ort den Schichtwechsel angeordnet, obwohl der Diensthabende Leiter ihn wegen der Gefahr verschieben wollte.

02.02.2013
10:58
Nun ein Ralf Jäger Bashing?
von TravisBickle | #21

Lasst die Kirche im Dorf und Ralf Jäger, der gerade zehn Tage im Amt war, in Frieden! Alfons Winterseels Rezension bringt es auf den Punkt.

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