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Reichspogromnacht

Mahnmal für 130 jüdische Kinder soll am 9. November eingeweiht werden

28.08.2012 | 11:04 Uhr
Mahnmal für 130 jüdische Kinder soll am 9. November eingeweiht werden
Am 10. Mai 2010 wurde Gerhard Losemann in der Stadtbibliothek Duisburg als Sieger des Ideenwettbewerbs für das Mahnmal vorgestellt. Den zweiten Preis gewann die Duisburger Bildhauerin Regina Bartholme (rechts).

Duisburg.  Das seit 2008 geplante Mahnmal, das an die 130 jüdischen Kinder erinnern soll, die vom Hauptbahnhof aus in die Todeslager der Nazis deportiert wurden, war zwischenzeitlich beinahe in Vergessenheit geraten. Ende Oktober soll es fertig sein. Aber wo soll die „Stahl-Stele“ stehen?

Eigentlich sollte ja mit diesem Mahnmal die Geschichte von 130 unglückseligen, dem Tode geweihten Duisburger Kindern jüdischen Glaubens nicht in Vergessenheit geraten, die in den Jahren zwischen 1938 und 1945 vom Hauptbahnhof aus mit der deutschen Reichsbahn in die Nazis-Todeslager deportiert wurden. Das war ein reiner und feiner Gedanke aus dem Jahr 2008.

Heute – vier lähmende Jahre und eine in Erstarrung gefallene Stadt später – könnte man feststellen: Nicht nur die Geschichte dieser armseligen Kinder, sondern auch das Vorhaben von diesem Mahnmal, das die Erinnerung an die deportierten Kinder wachhalten sollte, ist in dieser nicht nur an Geldmitteln armen Stadt ebenfalls in tiefe Vergessenheit geraten.

Azubis von Thyssen-Krupp-Stahl bauen das Mahnmal

Doch man höre und staune: In der kommenden Woche wollen sich im Rathaus die Mitglieder des Kulturausschusses mit einer Verwaltungsvorlage beschäftigen, die trotzdem irgendwie überraschend aus der Tiefe des Raumes zumindest mit ein paar Neuigkeiten über das Mahnmal zur „Erinnerung an die Deportation jüdischer Kinder aus Duisburg“ aufwarten will.

Ein Modell der Stahl-Stele Gerhard Loesemanns, die am Duisburger Hauptbahnhof aufgestellt werden soll.

Unter anderem damit: Das Mahnmal für die Erinnerungskultur dieser Stadt wird gerade von Lehrlingen der Ausbildungswerkstätten der Thyssen-Krupp-Steel AG gebaut, das Material und die Arbeitskraft werden von TKS gespendet. Ein Modell, das schon einmal mit dem Mahnmal für die Loveparade-Toten funktioniert hat . Ende Oktober soll die „Stahl-Stele“ nach dem Entwurf des Künstlers Gerhard Losemann Losemann fertiggestellt sein und dann irgendwo in der Stadt aufgestellt werden. Wann und wo? „Genau diese Fragen werden erst in der Sitzung des Kulturausschusses bekannt gegeben,“ teilte die Stadt am Dienstag der NRZ mit.

Diplomatisches Schweigen

Wer dazu den Künstler befragt, stößt auf diplomatisches Schweigen. Zu lange hat er an diesem Projekt „lupenreinster Bürgerinitiative“ gearbeitet, als dass er es jetzt durch Worte wieder verzögern und gefährden will. Und doch erfährt der Anrufer soviel: „Das Mahnmal muss, wie ursprünglich einmal vorgesehen, irgendwo in direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof stehen. Schließlich geht es ja um den Ausgangspunkt der Deportation durch die Reichsbahn, den Bahnhof. Es muss ein würdiger Standort sein, mit einem ruhigen Hintergrund. Es dürfte also nicht neben einem Taxistand aufgestellt sein.“

Hintergrund
Zur Historie des geplanten Mahnmals

Auf Antrag des Jugendringes der Stadt vom 9.9.2008 wurde der OB beauftragt, die Aufstellung eines Mahnmals zu realisieren.

Im März 2010 hat eine Jury den Entwurf von Gerhard Losemann aus 15 Ideen prämiert.

Das Mahnmal sollte 2011 auf dem neu gestalteten Platz vor dem Hauptbahnhof aufgestellt werden.

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Kommentare
29.08.2012
09:21
Mahnmal für 130 jüdische Kinder soll am 9. November eingeweiht werden
von schnurri23 | #1

Für Alles gibt es heute fast ein Mahnmal. Wieviele brauchen wir eigentlich noch?

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