Luzia Vogt trägt nun die Verdienstmedaille
29.04.2009 | 14:01 Uhr 2009-04-29T14:01:00+0200Im Rathaus zeichnete Oberbürgermeister Adolf Sauerland heute die 67-jährige Renterin Luzia Vogt aus Rumeln mit der Medaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.
Luzia Vogts Leben war in den vergangenen 69 Jahren immer wieder von herben Schicksalsschlägen gekennzeichnet. Den Lebensmut verlor die Rumelnerin, die bis vor zwei Jahren als Putzfrau arbeitete, allerdings nie. Sie pflegte Familienmitglieder, nahm sich des Schicksals zweier junger Mädchen an und arbeitete darüberhinaus auch noch ehrenamtlich für die Kirchengemeinde. Das alles brachte ihr heute die Verleihung der Bundesverdienstmedaille ein.
Oberbürgermeister Adolf Sauerland gab zu, selten einen so langen Text bei einer Verleihung im Rathaus vorgetragen zu haben. „Was Sie geleistet haben ist mehr, als ein Mensch allein eigentlich leisten kann.” Luzia Vogt sei ein leuchtendes Beispiel für gelebte und tatkräftige Nächstenliebe.
Kurz nach ihrer Heirat erlitt Luzia Vogts Ehemann einen schlimmen Arbeitsunfall. Monate lang radelte sie jeden Tag 26 Kilometer, um ihn im Krankenhaus zu besuchen, pflegte ihn später zuhause. Als Mutter von drei Kindern ging Luzia Vogt nicht nur arbeiten, sondern pflegte auch die an Demenz erkrankten Tante und Onkel, bei denen die Frühwaise aufgewachsen war. Auch der Schwiegervater wurde von ihr versorgt. Die 94-jährige Schwiegermutter lebt noch heute im Haushalt von Luzia Vogt. Die nahm ohne zu zögern Mitte der 70-er auch noch zwei Waisenkinder aus dem Freundeskreis ihrer Tochter auf. Nebenbei trug sie die Kirchenzeitung aus, besuchte kranke Gemeindemitglieder und steuert bis heute Handarbeiten zum Kirchenbasar bei.
„Ich hab nicht schlecht gestaunt, als da plötzlich Post vom Oberbürgermeister kam”, so Luzia Vogt. Mit einem Orden habe sie nie gerechnet. Den hatte Tochter Ulrike klammheimlich in Berlin beantragt. „Weil meine Mutter mein Vorbild ist und der selbstlosests Mensch, den ich kenne.” Überraschend schnell hatte der für sparsame Ordensverleihungen bekannte Bundespräsident Horst Köhler die Auszeichnung bewilligt. Luzia Vogt bleibt bescheiden: „Ich habe nichts getan, was nicht jeder getan hätte.”

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Gäbe es mehr solcher Menschen wie Luzia Vogt, hätte die Gesellschaft weniger Probleme. Sicherlich ist es einfacher und bequemer, die Pflege von Angehörigen irgendsoeinem Pflegedienst zu überlassen, der sich dann pro Patient ca. 3 Minuten Zeit nimmt, aber jeder von uns wäre selbst froh, im Krankheitsfall jemanden zu haben, der sich wirklich kümmert. Ein solches Beispiel wie Luzia Vogt sollte doch jeden ermutigen, sich selbst nach Kräften in die Gemeinschaft einzubringen und nicht einfach nur von anderen zu fordern.