Wer ist schuld an der Absage der Loveparade?
17.01.2009 | 21:44 Uhr 2009-01-17T21:44:00+0100
Bochum. Nach der Absage der Loveparade tut sich Bochums Stadtspitze schwer, einen Verantwortlichen für das Desaster zu benennen. Die CDU kritisiert Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, die den Stadtrat in dieser wichtigen Frage überging. Die hält dagegen: „Ich habe nicht im Alleingang entschieden."
Wundenlecken am Tag danach. Die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) gerät nach der Absage der Loveparade schwer unter Druck. Der Rückzieher sei zwar „peinlich”, aber vernünftig, rügt die SPD-Ratsfraktion ziemlich geschraubt. Mit der Benennung von Verantwortlichen für dieses Desaster tut sich die Partei schwer. Ein solcher Patzer im Krisenmanagement vor einer Kommunalwahl ist natürlich der größte vorstellbare Unfall.
Roland Mitschke, Sprecher der CDU-Ratsfraktion, sagte der WAZ gegenüber, es sei dilettantisch, „wie diese Nachricht verkauft wurde”. Die OB habe den Rat in dieser so weitreichenden Entscheidung übergangen, kritisiert Mitschke. Schließlich habe der Rat im Jahr 2007 mehrheitlich den Beschluss gefasst, man wolle die Loveparade, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: „Da hieß es noch, jawoll, wir wollen das.”
Oberbürgermeisterin verteidigt sich
Der enge Kreis der Entscheider, die Dezernenten Paul Aschenbrenner, Diane Jägers und Dr. Ernst Kratzsch steht besonders im Blickpunkt. Aschenbrenner, der als Wirtschaftsdezernent federführend mit den Planungen betraut war, sagt: „Mit mir hätte es diese Loveparade nicht gegeben.” Er habe das immense Sicherheitsrisiko nicht verantworten können. Die CDU kritisiert den Alleingang der Verwaltungsspitze heftig. Man habe sich zu allem Überfluss auch noch hinter dem Veranstalter Lopavent versteckt.
„Ich habe nicht im Alleingang entschieden,” wehrte OB Scholz der WAZ gegenüber diese Einschätzung ab. „Das ist absolut falsch.” Nach ihrer Darstellung habe es einen „Konsens aller Beteiligten” gegeben. Beim Thema Loveparade sei sie zwar „immer am Rande oder mittendrin” gewesen, doch bei der „großen Behördenrunde” u.a. mit Kreis- und Bundespolizei war sie nicht dabei. Das sei nicht nötig gewesen, weil es da um das operative Geschäft gegangen sei. Offenbar, so heißt es, soll dabei Rechtsdezernentin Diane Jägers (CDU) keinen Hehl daraus gemacht haben, dass sie mit der Loveparade wenig im Sinn hat. OB Scholz räumt ein: „Es hat Phasen gegeben, wo sie gesagt hat: Brauchen wir das?” Dass die Dezernentin dabei gegen die Loveparade gestänkert habe, könne sie nicht bestätigen: „In meiner Gegenwart nicht.”
Veranstalter hat Verständnis
Zwar kann der Loveparade-Veranstalter die Entscheidung der Stadt „nachvollziehen, das Event abzusagen”. Doch im gleichen Atemzug macht Lopavent-Sprecher Björn Köllen deutlich: „Wir hätten uns vorstellen können, die Loveparade mit einem anderen Konzept trotzem in Bochum stattfinden zu lassen.” Im Gespräch sei etwa gewesen, auf die große Abschlusskundgebung zu verzichten und sich mehr auf die Floats, die Paradewagen, zu konzentrieren. Bei jeder anderen Loveparade habe es ebenfalls Hürden gegeben, in Bochum seien „diese offenbar zu hoch gewesen”.
Mit rund 100 000 Euro an Planungskosten und ungezählten Vorbereitungsstunden gingen die Berliner Spaßprofis bereits ernsthaft ans Werk. Lopavent denkt bis jetzt aber nicht darüber nach, Regress-ansprüche an die Stadt Bochum heranzutragen: „Das ist nun Mal unserer Risiko als Veranstalter.”
Polizei sah Risiken
Ganz andere Risiken bewegen Martin Jansen. Dem Leitenden Polizeidirektor wäre die Rolle zugefallen, den wohl größten Polizeieinsatz aller Zeiten in Bochum zu koordinieren. „Wir hätten die Loveparade nur unter Zurückstellung erheblicher Sicherheitsbedenken vertreten.” Knackpunkt ist nach seiner Einschätzung der Bochumer Hauptbahnhof.
Maximal 16 000 Menschen pro Stunde können von dort befördert werden. Zum Vergleich: Der Dortmunder Hauptbahnhof hat mit 40 000 Menschen mehr als die doppelte Kapazität. „Bis zu 15 Stunden hätten tausende Besucher warten müssen”, so Jansen. Da sei die Sicherheit nicht mehr zu garantieren. Im vergangenen Jahr hätten in Dortmund plötzlich rund 1000 Menschen auf den Schienen gestanden. Ein unkalkulierbares Risiko. Dabei ist Jansen sich des Imageverlustes für die Stadt bewusst: „Ich bin aber froh, dass die Oberbürgermeisterin diese Entscheidung so getroffen hat.”
Die bestätigt, sieht sich nicht etwa in einer Beobachterfunktion: „Ich habe mitentschieden,” beschrieb Ottilie Scholz ihre Rolle. „In einer Telefonkonferenz gemeinsam mit Herrn Brauser von der Wirtschaftsmetropole Ruhr und mit dem Veranstalter.” Am selben Tag habe sie den Ältestenrat informiert. Gern hätte sie dafür einen Ratsbeschluss gehabt, sagte sie der WAZ. „Aber es hatte einen so großen Pressedruck gegeben – ich hätte das nicht bis zur nächsten Ratssitzung hinziehen können.”

16:51
Keine Leute.
Kein Konsum!
Kein Geld!!
Vom letzteren haben wir ja reichlich in Bochum
16:50
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12:46
Wenn man ein Planungs-Zeitfenster von 1,5 Jahren hat und die Größe des Bochumer Hbfs und die Zuschauermenge hinlänglich bekannt sind frage ich mich, wieso man sich überhaupt für die LP beworben hat.
Und die fast noch drängendere Frage lautet, warum sagt man erst jetzt ab?
19:36
Wir brauchen in Bochum so was nicht.
Kein Dreck....keine Techno Musik...Keine Ecken Pinckeler .....Kein Geld für Personalausgaben.
Und ganz wichtig Ruhe in der Stadt.
Sollen sie doch Ihre Loveparde in der Wüste machen
18:15
Ich bahaupte mal,rein Hypothetisch, wenn Ddorf oder Köln angefragt hätten an Rosenmontag deren Karnaevalszug durch Bochum fahren zu lassen hätte man sich das nicht entgehen lassen.
17:59
Wo ist das Problem? Die Oberbürgermeisterin hat doch richtig gehandelt, wenn Bochums Infrastruktur gegen eine Veranstaltung dieser Größe spricht! Gut so! Es gibt noch Politiker, die erst denken und dann handeln! Auch, wenn es eine unpopuläre Entscheidung ist!
17:13
juhuuu
ich find das klasse das diese beknackte und mit drogen(dazu gehört auch alkohol) verseuchte veranstaltung hier nicht stattfindet
ich hatte mich schon vor jahren gefragt wo die stadt die leute hinsteuern will
viel schöner ist
ich brauche nicht auswandern für dieses wochenende
klasse entscheidung und gut so
15:53
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15:37
Da haben sich die Bochumer Ratsdamen und herren, ja wiedermal ein Meilenstein in unfähigkeit gesetzt (wie zu erwarten). Meiner Meinung ist es nicht schlimm die LP in Bochum abzusagen, nur das wie. Ich finde die Liebe Frau Scholz und ihre Kollegen, sollten mal über einen Rücktritt nachdenken. Die nächste Blamage kommt bestimmt ( in Form des Konzerthauses). In diesem Sinne LG aus dem Kulturdorf, der Realist!
15:33
Meine Glückwünsche an die Stadtoberen zu ihrer Entscheidung!!!
Betrunkene und grölende Nackte kann ich mir auch im Stadtpark ansehen (wenn ich es denn unbedingt will).