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Sauerland "zuversichtlich“, dass er den Abwahlkampf übersteht

24.01.2012 | 19:13 Uhr
Sauerland "zuversichtlich“, dass er den Abwahlkampf übersteht
Oberbürgermeister Adolf Sauerland lässt sich die Laune nicht vermiesen. Archiv-Foto: WAZ FotoPool, Stephan Eickershoff

Duisburg.   Seit dem 12. Januar können die Duisburger per Briefwahl darüber entscheiden, ob Oberbürgermeister Adolf Sauerland gehen muss oder nicht. Sauerland ist "zuversichtlich“, dass er den Abwahlentscheid am 12. Februar übersteht.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland lässt sich die Laune nicht vermiesen. „Zuversichtlich“ sei er, dass er den Abwahlentscheid am 12. Februar übersteht. „Erst heute hat mich jemand angerufen und gesagt, dass es ihm ein großes Bedürfnis sei, für mich zu stimmen“, sagt Sauerland.

Dass 80 000 Bürger per Unterschrift erklärt haben, dass sie sich durch sein Verhalten nach der Loveparade-Katastrophe nicht mehr von ihm repräsentiert fühlen, macht dem CDU-OB ebenfalls nicht zu schaffen. „Ich kann einfacher damit umgehen, weil ich weiß, dass es hier nur um Politik geht. Die SPD hat das Abwahlverfahren doch längst für sich vereinnahmt.“

Werben mit Adenauer

Damit macht Sauerland die Strategie klar, mit der die CDU gestern in den Wahlkampf für „ihren“ OB eingestiegen ist . Die Christdemokraten haben für Sauerland eine neue Internetseite gestaltet und 7000 Flyer drucken lassen. „Keine Experimente!“ lautet der Slogan, für den die Christdemokraten tief im eigenen Archiv gewühlt und den alten Spruch gefunden haben, mit dem bereits Kanzler Adenauer 1967 erfolgreich war . Das Wort „Wahlkampf“ will bei der CDU aber niemand in den Mund nehmen , es handele sich nur lediglich um eine „Abstimmung“, wie Sauerland betont.

Kurios: CDU-Chef Thomas Mahlberg bezeichnete das Abwahlverfahren gestern erneut als „Farce“. Wenn die Mitglieder die Abstimmung boykottieren, dann sei das „auch okay“. Auf den Flyern aber ermuntert die Partei ihre Mitglieder, am 12. Februar mit „Nein“, also gegen die Abwahl, zu stimmen. Ein überdimensioniertes „Ja“ für die Abwahl steht dagegen auf den Plakaten des breit aufgestellten Abwahl-Bündnisses aus Bürgerinitiative, SPD, Grünen, Linken, FDP und Gewerkschaften. Doch kaum hingen die Plakate, waren einige auch schon wieder weg. Im Stadtteil Rheinhausen wurden erst 90, später erneut 30 Plakate gestohlen . „Undemokratisch“ sei das, so die SPD, wittert Sauerland-Anhänger und lobt 200 Euro Belohnung aus.

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Ansonsten konzentriert sich der „Abwahlkampf“ allein auf das Fehlverhalten des Oberbürgermeisters nach der Loveparade. Bleibt die Frage, ob die Sauerland-Gegner am 12. Februar mehr als 92.000 Stimmen zusammenbekommen. Ein Indikator ist die Briefwahl. Seit dem 12. Januar können Duisburger ihre Stimme vorab abgeben. Bereits am ersten Tag standen die Bürger Schlange und mussten sich bis zu 45 Minuten gedulden, um an die Urne zu kommen.

Stadt will Zwischenstand nicht veröffentlichen

Die Stadt will indes keinen Zwischenstand offenbaren: Die Bekanntgabe könne das Wahlverhalten beeinflussen. Regierungspräsidentin Anne Lütkes sieht das ähnlich. Bei geringer Wahlbeteiligung könne die Veröffentlichung von Zwischenständen „die Wirkung eines Wahlaufrufs“ entfalten, was „als amtliche Wahlbeeinflussung angesehen werden könnte“, erklärt Lütkes.

Und doch entwickelt sich die Diskussion um einen Zwischenstand zur Posse. Denn wie die NRZ am Dienstag erfuhr, konnte jeder Bürger bei der Stimmabgabe erkennen, wie viele bereits die Möglichkeit der Briefwahl genutzt haben: Auf dem roten Wahlumschlag ist eine fortlaufende „Identifizierungsnummer“ vermerkt. Bis Dienstagnachmittag hatten bereits 28 900 Duisburger ihre Stimme abgegeben.

Nicht nur wegen der großen Beteiligung ist sich der hiesige DGB sicher, dass die erste OB-Abwahl in NRW gelingt. „Alle Mitgliedsgewerkschaften des DGB waren sich einig, dass die Stimmungslage in Duisburg diese Prognose zwingend zulässt“, sagt Rainer Bischoff, SPD-Landtagsabgeordneter und DGB-Boss am Niederrhein. Er hat für April schon einmal eine Diskussionsrunde mit den neuen OB-Kandidaten fest eingeplant.

Die Frage nach einem Gegenkandidaten oder Nachfolger von Sauerland haben die Parteien allerdings zum Tabuthema erklärt. Nach einer erfolgreichen Abwahl soll es eine „Phase des Nachdenkens“ geben, um eine „gute Lösung für Duisburg“ zu finden, erklärt das Abwahl-Bündnis. Sie haben schon mal in den Kalender geguckt: Neuwahlen soll es am 17. Juni geben.

Adolf Sauerland und die Loveparade

 

Ingo Blazejewski

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Kommentare
25.01.2012
20:13
Sauerland
von klickblack | #47

Der Adolf macht auf dem Foto ein Gesicht...als hätte er gerade ein Deal mit den Wählern ausgemacht, die Migrationshintergrund haben.

25.01.2012
19:00
Sauerland
von b.scheuert | #46

„Erst heute hat mich jemand angerufen und gesagt, dass es ihm ein großes Bedürfnis sei, für mich zu stimmen“, sagt Sauerland.

Wie peinlich ist das denn?

3 Antworten
Sauerland
von PepeMusic | #46-1

Kam der Anrufer denn aus Duisburg? Oder eher aus Verkackeiermichhausen?

Sauerland
von b.scheuert | #46-2

War wohl Mutti.

Sauerland
von Gruenkohl7 | #46-3

Immerhin einer! :)

25.01.2012
15:54
Sauerland
von michalek | #45

Wenn das zutrifft ist der Politik als ganzes die letzte Glaubwürdigkeit genommen.
Es würde sich in Zukunft kein Politiker mehr der moralischen Verantwortung gegenüber der Bürger und der Verantwortung für seine Mitarbeiter mehr stellen.
Zu dem währe der Ruf Duisburgs auf längerer Zeit dahin.

25.01.2012
15:24
Sauerland
von Hausmeister1 | #44

Wer hat das Foto ausgesucht? Vorzüglich !!!!

Es gibt genau das Wesen des Herrn wieder.

Genau so ist er wirklich.Blicke sagen mehr als tausend Worte.

Ein Wolf im Schafspelz.

25.01.2012
15:24
Sauerland
von AxelKrause | #43

@42

"Danach: Das nächste Duisburger OB-Mandat muss zwingend an eine parteilose Persönlichkeit aus dem öffentlichen Raum fallen.

Parteien sind im Moment keine gute Wahl."

Vollste Zustimmung.

25.01.2012
15:01
Ein parteiloser OB muss her !
von Zentrum | #42

Der schwarz/dunkelgrüne Vetternkreis um Sauerland kann meinethalben bis in alle Ewigkeit behaupten: „ Es wurden keine Fehler gemacht!“ und sämtliche anverwandten rhetorischen Spielarten von dieser Kernaussage….

Jeder weiß:

Eine Führungspersönlichkeit, die Unfehlbarkeit vorgibt, geht stark in Richtung intellektuell-mentale Energiesparlampe und bleibt nach der zwingend vorgeschriebenen Doppelsilbenpfändung immerhin noch eine Persönlichkeit.

Ich habe das Gefühl in einer kommunalpolitisch höchst grotesk anmutenden Situation zu leben, die den 10 verstörten Minuten nach der Abwahl von Gerhard Schröder nahe kommt, eben nur länger, quasi seit dem 24.07.2010, und nun endlich mit der Aussicht auf Regelung am 12.02.2012 durch den „Duisburger Michel“.

Insbesondere die betrogenen Menschen aus den Duisburger Außenbezirken sollten einen apokalyptischen Wählerwillen an den Tag legen.

Danach: Das nächste Duisburger OB-Mandat muss zwingend an eine parteilose Persönlichkeit aus dem öffentlichen Raum fallen.

Parteien sind im Moment keine gute Wahl.

Glückauf

25.01.2012
14:47
Sauerland
von bloss-keine-Katsche | #41

meint ihr nicht, dass die Jungs und Mädels der Politik nicht bewusst diese Quoren eingerichtet haben?
Den BP kann man so gut wie gar nicht abwählen.
Und in Suttgart hat man gesehen, dass selbst bei "Volksabstimmungen" die Unvernunft siegen kann!
Bei Stuttgart hätten eh alle (Gesamtdeutschland) abstimmen müssen, denn das Geld, was die Bahn dort unter die Erde verbuddelt (zum Fenster rausschmeißt) wird sie an anderen Bahnhöfen und Angeboten einsparen müssen!
Es geht um Milliarden.

25.01.2012
13:48
Sauerland
von hajori | #40

Wie kann es sein, daß zu einer Abwahl mehr Stimmen erforderlich sind als zur Wahl?
Soweit mir bekannt, erhielt Sauerland bei seiner Wahl 56000 Stimmen, weil die Wahlbeteiligung entsprechend niedrig lag.
Warum sind zu seiner Abwahl 92000 erforderlich?
Korrekt wäre, wenn der prozentuale Stimmanteil der abgegebenen Stimmen gleich oder höher liegt als bei seiner Wahl!

2 Antworten
Sauerland
von scouti | #40-1

Es sind mehr Stimmen zur Abwahl als zur Wahl erforderlich, damit dieses ein Instrument zur Mitbestimmung des Bürgers bleibt, welches nicht leichtfertig eingesetzt wird. Schliesslich ist der (Ober-) Bürgermeister für mehrere Jahre von seinen Bürgern gewählt worden - der Wähler sollte sich vor der eigentlichen Wahl bereits Gedanken gemacht haben.

Der Wähler wählt nicht nur den "Grüßaugust", Präsentator usw. sondern auch den Chef einer Verwaltung mit hunderten oder tausenden Mitarbeitern oder auch eines Konzernes - "Konzern Stadt". Mit der Abwahl wir der Amtsinhaber aus dieser Position herausgewählt, es findet zu einem späteren Zeitpunkt eine Neuwahl des Ober-) Bürgermeisters statt - dann wieder mit den bisherigen notwendigen Stimmenmehrheiten.

Die Duisburger gehen also jetzt über die Abwahl Ja oder Nein abstimmen und ist die Abstimmung gülig und mit "Ja"., gehen die Wahlberechtigten noch einmal zur Abstimmung - diesmal um einen Kandidaten zu wählen ....

Hajori
von wattearvolt | #40-2

Sauerland hat 74000 und ein paar Gequetschte Stimmen bei der letzten Wahl bekommen.

25.01.2012
12:52
Sauerland und Aufruf zum Wahlboykott.......
von Ramses007 | #39

.... das passt für mich doch richtig super zusammen.

Wollen die Politiker uns Wähler tatsächlich noch weis machen, dass wir in einer Demokratie leben?
Keine Macht geht mehr vom Volke aus!

Endlich habe ich die Möglichkeit mich in das Handeln der Politiker einzumischen und ich werde es nutzen.

25.01.2012
12:47
Sauerland
von wohlzufrieden | #38

Honecker war auch immer zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen...

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