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Sauerland-Abwahl ermöglicht Duisburg einen Neuanfang

12.02.2012 | 19:46 Uhr
Sauerland-Abwahl ermöglicht Duisburg einen Neuanfang

Duisburg.  Deutschlands unbeliebtester Oberbürgermeister ist abgewählt. Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe und die peinliche Rolle von Adolf Sauerland hat in den Medien zu einer Stigmatisierung der Stadt geführt. Jetzt kann Duisburg einen Neuanfang machen. Ein Kommentar von Rüdiger Oppers.

Das Drama um Adolf Sauerland hat ein Ende. Deutschlands unbeliebtester Oberbürgermeister wurde von seiner eigenen Bevölkerung gestürzt. Die Duisburger können stolz auf eine erfolgreiche Bürgerbewegung sein, der es darum ging, Ehre und Ansehen ihrer Stadt wiederherzustellen. Nach dem Desaster der Loveparade hatte ihr Oberbürgermeister bereits sein Amt moralisch verloren. Zu keinem Zeitpunkt hat er den Opfern und Angehörigen wirklichen Respekt erwiesen. Dem Entsetzen und der Trauer, die Duisburg bis heute in seinem Lebensgefühl erschüttert hat, konnte er kein Gesicht geben. Peinlich und würdelos war stattdessen, wie er sich an sein Amt klammerte. In einer Stadt, die es oft schwerer hat als andere, deren Menschen aber immer auf Ehrlichkeit Wert gelegt haben, konnte das Theater um den Oberbürgermeister nicht ohne Reaktion bleiben.

Persönliches Versagen von Adolf Sauerland

Das einzigartige Abwahlverfahren wurde in ganz Deutschland beachtet. Neben „Stuttgart 21“ war die Initiative zur Abwahl Adolf Sauerlands eine der größten kommunalen Protestbewegungen des Landes. Im Vergleich mit Stuttgart ging es nicht um Fehlplanungen, sondern um das Fehlverhalten eines Politikers. Für viele Menschen war das persönliche Versagen von Adolf Sauerland symptomatisch für eine Politikerkaste, die Macht über Moral setzt.

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Auch deshalb ist seine Abwahl ein wichtiges Zeichen: Mündige Bürger wehren sich gegen das Versagen ihrer Repräsentanten. Dass sie Adolf Sauerland nun förmlich aus dem Amt gejagt haben, ist keine politische, sondern eine moralische Entscheidung.

Parteien dürfen Abwahl Sauerlands nicht als politischen Sieg ausschlachten

Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe und die peinliche Rolle des Oberbürgermeisters hat in den Medien zu einer Stigmatisierung der Stadt geführt, die ihre Bürger nicht verdient hatten. Eigentlich bietet Duisburg viele positive Themen: den größten Binnenhafen der Welt, der sich zum modernen Logistikzentrum unseres Landes entwickelt hat, eine reiche Kulturlandschaft und exzellente Ergebnisse in Forschung und Technologie. Diese Themen gehören nun auf die Agenda und in den Fokus der Öffentlichkeit. Ob Duisburg den Neuanfang schafft, hängt auch von den Parteien ab. Nur wenn aus dem moralischen Debakel eines Einzelnen kein Drama ohne Ende wird und keine Partei die Abwahl als politischen Sieg ausschlachtet, kann die Stadt alle Kraft auf die Gestaltung der Zukunft setzen.

Rüdiger Oppers

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Kommentare
13.02.2012
23:09
Sauerland-Abwahl ermöglicht Duisburg einen Neuanfang
von Pamphlet | #20

Nach wie vor finde ich die Abwahl nicht korrekt, denn ihn alleine für das Desaster mit den vielen Toten verantwortlich zu machen ist fatal und dieses vermerke ich, ohne jemals die -CDU zu wählen und Sauerland äußerlich nicht sehr sympathisch finde.

Gemäß der vielen Berichte war zu lesen, daß BürgerInnen mit der von ihm gemachten Politik sehr zufrieden waren und es sei der Stadt zu wünschen, einen vernünftigen Neuanfang starten zu können !

13.02.2012
13:37
Politikhickhack?
von Ramses007 | #19

Ich freue mich für Duisburg.

Ein OB, der den Opfern die Schuld der Tragödie in die Schuhe schiebt, ist für eine Stadt nicht mehr tragbar. Die erste Presseerklärung von AS habe ich nie vergessen. Für einige wäre es ratsam, sich diese Presseerklärung noch mal anzusehen. Die scheint bei einigen in Vergessenheit geraten zu sein.
Einfach nur abscheulich.


Das hat nichts mit irgendwelchen vermuteten Rangeleien um die Gunst des Wählers für irgendeine Partei zu tun.
Jedoch werde ich für mich die Konsequenzen aus dem Verhalten des Rates des Stadt ziehen.

13.02.2012
13:21
Ein echter Neuanfang ist erst möglich, wenn der gesamte Rat sich Neuwahlen stellt.
von pressling | #18

Darauf wurde dankenswerterweise bereits verschiedentlich hingewiesen.

Die Abwahl des Herrn Sauerland kann eigentlich nur der erste Schritt gewesen sein...

13.02.2012
12:02
#10 @rschulz
von Myrddin | #17

So richtig und wichtig es war, Herr Sauerland aus seinem Amt abzuwählen - eine Glorifizierung der Zeiten jahrzehntelanger SPD-Herrschaft (mit all ihrem Klüngel und Filz) ist vollkommen fehl am Platze.

Nach der abstrusen Argumentation "ich wars nicht - ich hab nix unterschrieben" kommt der Hinweis "die anderen waren viel schlimmer - und wir hatten "nur" unseren gemützlichen Filz" zumindest bei mir sehr schlecht an.

Keine Partei in Duisburg hat sich nach der Loveparade mit Würde und Mut bekleckert. Warum beispielsweise wird ein Herr Rabe - der als einer der Hauptverantwortlichen die massgeblichen Sicherheitsbestimmungen zu umgehen wußte - weiter als Rechtsdezernent geduldet. Warum gab es nicht einmal den Versuch einer Abberufung durch den Rat?

13.02.2012
11:53
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von KritikierMH | #16

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1 Antwort
Blockierter Kommentar.
von Bernd1959 | #16-1

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13.02.2012
11:49
Ich hoffe mal der Rat tritt ebenfalls zurück
von meigustu | #15

denn er hätte Sauerland abwählen müssen.

Ich hoffe nicht das da Pattexstadträte aus allen Parteien einen würdigen Neuanfang verhindern.

13.02.2012
11:44
@12 rschulz3:
von Syndikus | #14

Ihr Beitrag ist derart offenkundig einseitig und schöngefärbt, dass er eigentlich keiner Gegendarstellung bedarf. Zumal ein passender Kommentar schon hier im Netz steht. Schauen Sie mal rechts oben unter "Dusiburgs OB Sauerland bleibt eine tragische Gestalt" von Wilhelm Klümper - da können Sie was lernen. Nur Leute mit SPD-Parteibuch, die sich wohlmöglich noch persönliche Vorteile erhoffen, können sich jetzt vorbehaltlos auf einen "Neuanfang" freuen.

13.02.2012
11:39
Hier erhält man eine Vorstellung davon,
von pipapu | #13


was schlechte Verlierer auszeichnet.

Eigentlich die durchgängige Sauerland-Mentalität: Ich/wir nicht! Die ANDEREN waren, sind es!

13.02.2012
11:12
#10
von rschulz3 | #12

Was haben Sie für einen Camorra Begriff?
Der "gemütliche" Filz der SPD der vergangenen Jahrzehnte ist nichts, rein gar nichts, gegen das was Adolf S. in kürzester Zeit hingekriegt hat.
Die angeblich so kühle Bärbel Zieling hat nie in einer darart unverschämten Art und Weise städtischen Mitarbeitern Angst eingejagt oder sie einfach wie Schachfiguren versetzt,wenn sie nicht spurten. Sie hat nachweislich nie korrupt gehandelt, obwohl Adolf S. in den ersten Wochen seiner Amtszeit die ganze Stadtverwaltung durchforstet hat, um derartiges zu finden.
Trotzdem laden CDUler immer noch tonnenweise Schlamm auf sie, hat hier jemals jemand von Hetzjagd gesprochen? Gegen Frau Zieling, die ihr Amt in vorbildlicher Weise ausgefüllt hat, wird noch heute gehetzt und gelogen. Und nur weil sie nicht so emotional und kumpelhaft daherkam.

Adolf S. hat in Duisburg mafiöse Strukturen errichtet, die uns anständige Duisburger in Verruf gebracht haben.
Jetzt haben wir uns unsere Würde zurückerkämpft.

Für mich war gestern der schönste Tag in 2012.

Aber ich denke auch an die Opfer der Loveparade und kann ab gestern hoch erhobenen Hauptes sagen:Wir Duisburger stehen an eurer Seite und trauern mit euch ohne wenn und aber.

13.02.2012
11:11
Syndikus
von meigustu | #11

auch der Rat hätte Sauerland aus dem Amt schaffen können, ebenso hätte ihm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die CDU im Land einen neuen Job besorgt, wenn er rechtzeitig mit Würde und ohne den Name CDU in den Dreck zu ziehen aus dem Amt geschieden wäre.

Ich persönlich hoffe, das der Rat begreift, das auch er zurücktreten muss um sich vom Bürger eine echte Legitimation zum weitermachen zu holen.

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