Millionenpublikum zu Loveparade erwartet
24.07.2010 | 13:43 Uhr 2010-07-24T13:43:00+0200
Duisburg.Eine Stunde vor Beginn der Loveparade melden Bahn, Polizei und Stadt Duisburg: Es läuft. Das sehen diejenigen, die vor dem Gelände im Raver-Stau stehen, vermutlich anders. Die Partypeople strömen vom Hauptbahnhof zum alten Güterbahnhof.
Die Züge rollen. Sagt Bahnsprecher Udo Kampschulte. Manche zwar manchmal nicht, aber das sei „nicht relevant“, entscheidet Kampschulte. Hauptsache, sie kämen in Duisburg an. Und sie kommen an: Immer mehr Menschen strömen vom Duisburger Hauptbahnhof aufs Loveparade-Gelände, und weil sie aus dem nördlichen Teil des Gebäudes herausgeleitet werden, haben die meisten einen knapp drei Kilometer langen Spaziergang hinter sich, wenn sie vor dem Eingang zum Gelände im Raver-Stau landen. An der Ecke Düsseldorfer-/Karl-Lehr-Straße in der Duisburger Innenstadt wird’s gerade reichlich eng.
Dass sich vor dem Gelände der Stau bildet, hat vermutlich mit den Kontrollen zu tun: Keine Glasbehälter dürfen aufs Gelände. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Party-Gänger sie alle am extra für die Parade stillgelegten Busbahnhof entsorgen: Der glich schon um halb eins einem Scherbenmeer. Und vielleicht hätte man vom Still-Leben ein paar der 3000 Dixi-Klos abzwacken können, da gibt’s doch auch portable Pissoirs. Zu spät: Am Busbahnhof wird die Röhre, die sonst Fahrspur wird, zum Urinal umfunktioniert.
„Nichts Auffälliges, die Lage ist stabil“
„Nichts Auffälliges, die Lage ist stabil“, meldet Malteser-Sprecher Kai Vogelmann um 13.30 Uhr - eine halbe Stunde, bevor’s richtig losgehen soll mit der Loveparade, die im Kreis fährt. Alles gehe seinen mehr oder weniger geordneten Gang, meldet die Stadt.
Mit 16 Wagen aus sech Ländern startet die diesjährige Loveparade am Samstag um 14 Uhr in Duisburg. Unter dem Motto „The Art of Love“ dreht nach Veranstalterangaben die internationale DJ-Elite die Plattenteller. Laut Loveparade-Geschäftsführer Rainer Schaller wird „wieder eine Zuschauerzahl im Millionenbereich“ erwartet.
Ein Höhepunkt ist den Angaben zufolge der Auftritt des Elektro Orchestral beim Abschlusskonzert. Dabei treffe erstmals bei einer Loveparade Klassik- auf Elektromusik. Zu DJ-Klängen spiele das Berliner Revue Orchester des Berliner Admiralspalastes.
Erstmals gebe es zur Loveparade auch eine rund dreistündige Live-Sendung im Internet, die von Oliver Pocher und seiner Freundin Sandy Meyer-Wölden moderiert werde, hieß es weiter. Außerdem berichte der WDR in Fernsehen und Radio mehrere Stunden über die Musikveranstaltung. Per Internet könnten Zuschauer zudem mit Hilfe von mehr als 30 Kameraperspektiven ihre eigenen Eindrücke von der Loveparade sammeln.
Die Loveparade, die früher in Berlin stattfand, hatte vor drei Jahren in Essen ihre Premiere im Ruhrgebiet erlebt. Vor zwei Jahren gastierte sie in Dortmund. Im vergangenen Jahr war die in Bochum geplante Loveparade abgesagt worden, da die Stadt den Besucherandrang nicht bewältigen konnte. (WE/ddp)

0mitdiskutieren