"Marihuana, Kokain - und dann immer Alkohol dazu"
22.07.2008 | 16:09 Uhr 2008-07-22T16:09:00+0200
Dortmund. Jubel- und Katerstimmung lagen nach der Loveparade 2008 nah beieinander. Während die Veranstalter ihren Erfolg feierten, zogen Sanitätsdienste eine ernüchternde Bilanz. Auch diese Riesenparty hatte ein Drogenproblem.
1,6 Millionen Menschen waren da. „Die Leute sind hier richtig feiersüchtig”, findet Björn Köllen, Sprecher des Berliner Veranstalters. Er selbst fühlt sich bereits „absolut heimisch” im Ruhrgebiet. Nach Essen und Dortmund will das Loveparade-Team im nächsten Sommer Bochum durcheinander wirbeln. Was die Besucherzahlen angeht, glaubt Köllen nicht, dass dem Megaereignis Grenzen gesetzt sind. „Höchstens die Stadtgrenzen.” Dabei ist Köllen nach den Erfolgen von Essen und Dortmund längst bereit, über eine Loveparade der Zukunft zu witzeln, die sich am besten durchs ganze Ruhrgebiet ziehen sollte.
In Bochum können sie derzeit nicht ganz so herzhaft lachen über solche Witze lachen. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Suche nach einer geeigneten Strecke für die Loveparade 2009 nebst großem Platz für die Abschlusskundgebung schwierig gestaltet. Am Tag nach der Loveparade in der größeren Nachbarstadt Dortmund sprach Stadtsprecher Thomas Sprenger ständig zwei Worte ins Telefon, die gemeinhin unentspannte Menschen in Krisensituationen sagen: „Kein Kommentar.” „Kein Kommentar” zur Strecke im nächsten Jahr. Kein Kommentar zu einem möglichen Termin. Ob die Floats auf der Universitätsstraße oder dem Sheffield-Ring fahren werden oder vielleicht doch noch mal über die A40? Bochum sagt noch nicht, wo's lang gehen soll. „Wir werden alle Planungen zuerst mit dem Veranstalter besprechen”, erklärt Thomas Sprenger. Die Frage, ob die Dortmunder Zahl des Tages - 1600000 - ihm nicht jetzt schon Angst mache, tänzelt Sprenger gekonnt aus: „Auf meinem Konto würde sie mich nicht schrecken."
Für gemischte Gefühle sorgte die Loveparade bei denjenigen, die sich um den Gesundheitzustand der Raver sorgten. „Mischintoxikationen.” So lautete - neben Kreislaufinstabilitäten - die häufigste Diagnose derer, die am Samstag in den Krankenhäusern eingeliefert wurden. „Marihuana, Kokain - und dann immer Alkohol dazu”, schilderte Pflegedirektorin Gabriele Spies-Koch aus dem Dortmunder St.-Johannes-Hospital die Ursachen. Zudem habe man „wahnsinnige Unterkühlungen” bei den Ravern verzeichnet. „Sie waren leicht bekleidet, zum Regen von oben kam die Matsche von unten - da kühlt man schnell aus”, so Spies-Koch. Bereits ab 15 Uhr seien die ersten Patienten eingeliefert worden; allein in den ersten zweieinhalb Stunden wurden es 80. Wobei vor allem der hohe Alkoholspiegel auffällig war. „Da standen die Mädchen den Jungen in nichts hinterher. Die Jüngste war 14.”
1370 Behandlungen
„Alkohol ist sicher ein Thema”, bestätigt Kai Vogelmann, Sprecher des Malteser-Hilfsdienstes, der gemeinsam mit dem Arbeiter Samariter Bund und den Johannitern 1500 Helfer für den Sanitätsdienst stellten. „Einige, die bei der Loveparade ankamen, hatten es schon hinter sich.” Unterm Strich habe man jedoch nur 1370 Behandlungen verzeichnet: „Das war extrem wenig”, so Vogelmann. Zum einen sei wegen des Glasverbots die Zahl von 82 Schnittverletzungen sehr gering ausgefallen, zum anderen gab es deutlich weniger Hitzeerkrankungen. Rund die Hälfte der 1370 behandelten Raver hätten zuviel getrunken oder Betäubungsmittel konsumiert. „Das ist aber kein Loveparade-spezifisches Problem”, betonte Vogelmann. „Und die Zahl ist sehr niedrig, wenn man den Gesamtkontext von 1,6 Millionen Besuchern sieht.” Seine Bilanz fiel jedenfalls durchweg positiv aus: „In der Masse war es extrem friedlich und absolut gut. In Essen hatten wir deutlich mehr zu tun.”
Friedliche und saubere Veranstaltung
Ein Eindruck, den Veranstalter Björn Köllen teilt: „Das war eine friedliche und saubere Veranstaltung.” Insgesamt habe die Polizei nur 23 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert. Und mit dem Thema Drogen gehe man ohnehin offen um: 100 Love-Guards hätten nicht nur Ohrstöpsel und 50 000 Kondome sondern auch Broschüren zum Thema Drogen verteilt. Auf den Einsatz eigener Mitarbeiter verzichtete die Drogenberatungsstelle Dortmund jedoch: „Wer bei der Loveparade ein Drogenproblem hat, hat eher ein Notfallproblem. Da muss der Arzt ran und nicht die Drogenhilfe”, sagte Leiter Johannes Adam. Einen Betroffenen an einem solchen Tag „bekehren” zu wollen, sei wohl sinnlos.
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21:02
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21:01
dummes zeug
13:28
@#30
Du hast schon recht das es viel gibt die damit nicht klar kommen bzw auch viel zu früh, häufig noch wärend der Schulzeit anfangen, und dann plötzlich in ihrer Leistung einbrechen. Ich bin auch dagegen jeden Tag zu Kiffen, aber lieber jeden Tag Kiffen als jeden tag Saufen. Denn es gibt so vile Alkoholiker die mit ihrem Leben gar nicht mehr klar kommen, die Krank werden, aggressiv, Arbeitslos, Obdachlos. Wenn man in einem gewissen Alter(wenn man ne ausbildung fertig hat und im Berufsleben steht) mal nen Joint raucht sollte einfach aufgehört werden diese Leute(mich eingeschlossen) an den Pranger zu stellen. Und das meist von den Leuten die sich jeden abend nach der Arbeit 3-4 Bier reinziehen.
18:32
Ich bin von dieser Veranstaltung überhaupt nicht begeistert. Zumal einige Tage zuvor das Thema Raucherclubs und deren Verbot durch die Gesetzgebung immer wieder im radio diskutiert wurde.
Das Verbotsurteil wurde u.A. damit begründet, daß der Wille und die Gelegenheit zum Rauchen nicht gefördert werden dürfe (etc.,pp)...
Den Willen und die Gelegenheit zur Einnahme von Drogen mit der Loveparade (und ähnlichen Veranstaltungen) zu fördern, nur weils Geldsäckchen dann so gut klingelt, ist aber in Ordnung, oder wie !?! O.o
Ist schon erschreckend, so um die 12 Polizisten auf einem Parkplatz gemütlich in der Gegend rumstehen zu sehen, während um sie herum alle paar Meter Haschisch geraucht wird und der ganze Parkplatz zudem auch noch danach riecht.
Von den schlimmeren Drogen will ich erst gar nicht anfangen.
Man soll die Feste feiern, wie sie fallen, aber nicht so.
Ich finde es absolut nicht in Ordnung, daß solche Veranstaltungen, egal welcher Musikrichtung, von denen man von vorneherein schon mit Sicherheit weiß, daß die nicht ohne solche Drogen ablaufen werden, erlaubt, unterstützt, von den Veranstaltern und Medien gefeiert und positiv kritisiert werden.
Wieder ein Dicker Minuspunkt für Politik, Gesetzgebung und vor allem für die ach so tolle Gesellschaft
@ #26 von Am morgen ein Joint und der Tag ist dein Freund, am 23.07.2008 um 13:20
Ich stimme Dir zu, daß Alkohol zu den schlimmsten Drogen gehört, zumal das Thema Alkohol immer noch tabuisiert bzw. beschönigt wird.
ALLERDINGS kenne ich nicht gerade wenig Marihuanaraucher und 92% davon haben Probleme mit dem aus dem Quark kommen und sind nicht gerade das, was man eine bodenständige, intelligente. selbstständige, das Leben meisternde Persönlichkeit nennen kann.
22:17
prollparade passt besser
14:44
Und außerdem ist doch der Besitz und Konsum von Drogen verboten. Wieso sitzen die nicht alle?Oder wird hier das Gesetz ausgehebelt?
14:43
Für mich sind das alles abartige Menschen,die das veranstalten und diejenigen die da hingehen.Das ist genauso primitiv, wie der Kappes mit dem Karneval.
In der ersten Augustwoche ist auch wieder dieser Blödsinn mit der Nature one.Dieser ganze Schmarrn gehört abgeschafft.Wenn die Leute zuviel Energie haben,sollten sie hart arbeiten,daß hilft.
13:20
@amal
Deine Aussage das die kotzenden und pissenden Ranadlierer Kiffer waren zeigt das du keine Ahnung hast wovon du sprichst. Jemand der einen Joint raucht wird im normalfall introvertiert entspannt, friedlich UND hört zu 90% kein Techno. Es sind andere Drogen im Spiel bei den Leuten. Zum Großteil Alkohol und evtl Chemische Drogen.
Aber Alkohol hast du ja noch nie getrunken oder etwa doch? Du schlimmer Finger. Alkohol ist nach den Chemischen Drogen die schlimmste die die Welt hat. Millionen Alkohol-Tote jedes Jahr. Morde Schlägereien Vergewaltigung unter Alkoholeinfluss sind an der Tagesordnung auf dieser Welt. Es gibt aber bis heute noch KEINEN!!!! bestätigten Todesfall durch Marihuanakonsum.
Also Klappe halten und selber mal nen Joint rauchen um besser zu verstehen das Alkohol DEUTLICH schlimmer für Körper und Geist ist. Und erst dann wieder nen Kommentar hier abgeben.
So ich bau mir jetzt einen...
16:23
Mein Mann hat einen der vielen eingesetzten Bus Gelenkzüge von Dortmund nach Essen gefahren, es ist alles friedlich und freundschaftlich abgelaufen, es haben sehr nette Gespräche stattgefunden, z.B.mi t Berlinern, welche noch in der gleichen Nacht mit Regionalzügen via Berlin gereist sind, jedoch , wie sie selbst sagten -kaputt sind ohne Ende- aber es hätte viel Spass gebracht.mfg.
15:46
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