Loveparade-Gutachten soll Polizei und Veranstalter belasten
14.02.2012 | 13:28 Uhr 2012-02-14T13:28:31+0100
Duisburg. Der britische Panikforscher Keith Still erhebt laut einem Medienbericht schwere Vorwürfe gegen Veranstalter, Polizei, Stadt und Rettungsdienste bei der Planung der Loveparade. Alle hätten im Vorfeld erkennen müssen, dass die Zugangsrampe für den zu erwartenden Zuschaueransturm nicht ausreicht. Zudem hätten Polizei und Sicherheitskräfte während der Loveparade genug Zeit gehabt, auf den Besucher-Stau angemessen zu reagieren.
Die 17 Beschuldigten im Ermittlungsverfahren zur Loveparade-Katastrophe haben das Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still erhalten. Das bestätigte jetzt Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch von der Duisburger Staatsanwaltschaft gegenüber DerWesten. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung belastet das Gutachten die Veranstalter Lopavent, Polizei, Stadt Duisburg und Rettungskräfte gleichermaßen. Sie alle hätten am Morgen vor der Loveparade bei der Begehung des Geländes erkennen müssen, dass die verkleinerte Zugangsrampe zum Gelände für den zu erwartenden Besucheransturm nicht ausreicht.
Zudem hätten die Sicherheitskräfte des Veranstalters Lopavent und die Polizei genug Zeit gehabt, auf den Besucheransturm während der Loveparade angemessen zu reagieren. Die Katastrophe sei demnach nicht verhindert worden, weil der Zustrom nicht gestoppt wurde.
Bei dem Loveparade-Unglück vom 24. Juli 2010 waren 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg ist derzeit noch unklar, wann die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in dem Verfahren abgeschlossen sind. Bislang wurden schon 3.370 Zeugen zu dem Unglück vernommen.
Erst am Sonntag war Adolf Sauerland als Oberbürgermeister der Stadt Duisburg abgewählt worden. (dapd/bowi)
