Bochum schafft Loveparade nicht
16.01.2009 | 00:01 Uhr 2009-01-16T00:01:00+0100
Bochum. Der Veranstalter sagt auf Bitten der Stadt Bochum die Mega-Veranstaltung ab: „Die Infrastruktur reicht nicht aus”. Die NRW-Landesregierung reagiert enttäuscht auf die Nachricht: „Das ist nicht gut für das Image des Ruhrgebiets”. Aber 2010 sollen die Raver wieder kommen.
In Essen strömten vor zwei Jahren 1,2 Millionen Menschen zur Love-Parade, nach Dortmund kamen im vorigen Jahr sogar 1,6 Millionen Raver, um ausgelassen abzutanzen. Die ganze Republik schaute aufs Ruhrgebiet, doch jetzt blamiert sich Bochum: Gestern sagte der Veranstalter der Liebesparade, die Lopavent GmbH, den für Juli geplanten Umzug in Bochum ab – auf Bitten der Stadt, wie Lopavent betont.
„Die Kapazität der vorhandenen Infrastruktur in Bochum reicht für die Bewältigung der erwateten Besuchermassen nicht aus – die Parade ist in den vergangenen Jahren zu stark gewachsen.” Zudem fänden zu der Zeit umfangreiche Gleisarbeiten der Bahn statt. Ein alternativer Austragungsort sei für 2009 nicht vorgesehen.
Veranstalter hält am Ruhrgebiet fest
Trotz der Absage aus Bochum will Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller dem Ruhrgebiet die Treue halten. „Schließlich sind wir hier wieder groß geworden”, sagte der Chef von Lopavent. „Wir möchten bei der Kulturhauptstadt 2010 wieder dabei sein.” Die Städte Duisburg und Gelsenkirchen würden als nächste Austragungsorte intensiv unter die Lupe genommen.
Erschrocken reagierte NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) auf die Absage aus Bochum: „Oh Gott oh Gott, das ist aber schade – und nicht gut für das Image des Ruhrgebiets. Ich hoffe nicht, dass nun auch noch die Loveparade 2010 ausfällt – zumindest die muss jetzt stattfinden. Ich bin zwar kein persönlicher Fan dieser Veranstaltung, doch die Loveparade hat allen international gezeigt, dass sich das Ruhrgebiet fürs Neue, Moderne und Ungewöhnliche öffnet – das war ein tolles Signal. Die Absage der Loveparade ist für den Ruf des Ruhrgebiets alles andere als förderlich.”
Eine Umfrage der WAZ ergab: Andere Ruhrgebietsstädte sehen sich nicht in der Lage, die riesige Veranstaltung in diesem Sommer zu schultern.
- Kommentar: Von wegen Metropole
- Bericht: Loveparade in Bochum abgesagt
- Spezial: Die Loveparade 2008 in Dortmund

11:20
@#3 von drHunkel
Ich pflichte Ihnen völlig zu.
20:05
peinlichkeit hoch 5. das wird sich auf die wahl auswirken. wir bochumer brauchen junge stadtoberhäupter und nicht welche die konzertsäle an erste stelle sehen.
16:19
Bochum, das ist ja hochnotpeinlich! Wie fühlt man sich denn, wenn man von einer Party-Stadt zum Event-Zwerg degradiert wird? Fakt ist, dass Stadtverwaltung und Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz den Anforderungen, die die Bürger an sie stellten, nicht gerecht wurden. Da sollten und müssten einige die Konsequenzen ziehen. Auf jeden Fall wurde dem Ruf des Ruhrgebietes ein großer Schaden zugefügt und das ist mehr als nur ein Kollateralschaden!
15:54
Wir müssen halt unsere Konzerthausmillionen zusammen halten, sprachen die Stadt(werke)väter und schalteten der Kirmes den Strom ab.
15:09
Schön, das die Stadt nicht vollgepinkelt wird!
14:54
Die Loveparade ist in der Tat genau so redundant wie
die unangemessenen Kommentare einiger User...
12:37
Mir kommen echt die Tränen.
Ist doch super gelaufen!
09:44
@ #4 Pummelstilchen
Wer will schon eine Welt mit so langweiligen Typen wie Dich ?!
08:52
Wer will überhaupt eine solche Love-Parade mit diesen durchgeknallten Typen ??
23:28
Metropole Ruhr - zum Totlachen. Das Ruhrgebiet ist ein Aglomerat eifersüchtig auf kommunale Selbständigkeit achtende Dörfer und Städte mit ausgeprägtem Hang zu Egoismen. Motto: Jedem sein Konzerthaus zB ....
Peinlich ist die Absage allemal, auch wenn mensch die Loveparade nicht mag.Die Sicherheitsbedenken kommen den Verantwortlichen früh und die Ausrden mit der Bahnhofsbaustelle sind nicht zu widerlegen und provinziell niedlich. Nur - das war doch vorher klar.
Was also steckt dahinter. Aus Essen und Dortmund ist bekannt, daß dort ebenfalls ernsthafte Sicherheitsbedenken bestanden. Wurden die dortigen Verantwortlichen gebügelt? Auch blieben wohl millionenschwere Kosten an den Städten Dortmund und Essen hängen. Bei dem Bochumer Pleitehaushalt und der schwierigen Wirtschaftslage (Nokia weg, Opel schwerkrank) auch verständlich, daß Bochum sich nicht auch noch mit den Kosten für diesen Irrsinn behängen möchte.