Loveparade-Retter trifft die Frau, die er aus der Menge zog
30.07.2012 | 09:00 Uhr 2012-07-30T09:00:00+0200
Duisburg. Jascha Reintges hat bei der Loveparade eine Frau aus dem tödlichen Gedränge gezogen. Zwei Jahre lang beschäftigte ihn, was aus der Frau geworden ist. 11.000 Facebook-Nutzer halfen ihm bei der Suche. Doch am Ende erfüllte sich die Hoffnung an dem Ort, an dem die Tragödie ihren Anfang genommen hatte.
Jascha Reintges brauchte erst einmal drei Tage, um das Erlebte alles selbst zu verarbeiten. Zwei Jahre lang hatte er sich gefragt, was aus der Frau geworden ist, die er bei der Loveparade aus dem tödlichen Gedränge zog, sie die rettende Treppe hinauf trug. Sie sei tot, sagte man ihm oben.
Er ging wieder herunter, um noch anderen zu helfen. Seit zwei Jahren verfolgen ihn diese Bilder. Tagsüber, vor allem aber nachts. Er kriegt sie einfach nicht mehr aus dem Kopf, sagt er. Er brauche Gewissheit, was aus der Frau geworden ist. Und suchte sie mit einem Bild der schrecklichen Szenerie über Facebook. Über 11.100 Nutzer hatten das Bild innerhalb einer Woche weiter verbreitet. Doch am Ende erfüllte sich die Hoffnung für Jascha Reintges an dem Ort, an dem die ganze Tragödie ihren Anfang genommen hatte.
Erste Rückkehr zum Unglücksort
Jetzt, am Ende der Woche des zweiten Jahrestags , sitzt der 22-Jährige an einem Tisch im Reichsadler in Rheinhausen. Sein Gemütszustand ist ein ganz anderer als noch am Montag. „Ich habe sie getroffen“, sagt er. „Im Tunnel, am Jahrestag, habe ich sie erkannt und angesprochen“. Er erzählt ihr seine Geschichte, sie dankt ihm, sie umarmen sich. Später trinken sie gemeinsam Kaffee und unterhalten sich ausführlicher. „Es war für mich der schönste Tag seit der Loveparade vor zwei Jahren“, sagt Jascha.
Die Katastrophe mit 21 Toten beschäftigt Opfer und Ermittler, Behörden und Bürger. Aktuelle und ausgewählte Artikel, Videos und Fotos zur Aufarbeitung der Loveparade finden Sie auf unseren Spezialseiten.
Sie, das ist die Frau, die sechs Stunden auf der Intensivstation lag, um ihr Leben kämpfte. Sie war am Dienstag das erste Mal seit der Katastrophe wieder am Unglücksort, sie zitterte. Der Frau aus Sachsen-Anhalt fällt es nach wie vor schwer, das Erlebte zu verarbeiten, sie will nicht öffentlich in Erscheinung treten, ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Die Beiden haben Telefonnummern und Emails ausgetauscht, wollen in Kontakt bleiben, sich vielleicht auf einem Treffen wiedersehen, das die Notfallseelsorge regelmäßig für die Betroffenen organisiert.
Auch den Duisburger, der an diesem schwarzen Tag im Juli 2010 neben Jascha auf der Treppe stand und half, die Frau über das Geländer zu ziehen, hat der 22-Jährige am Jahrestag wiedergetroffen. Sie haben ein Foto gemacht, die beiden Duisburger, die Frau aus Sachsen-Anhalt und ihr Ehemann.
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14:26
Wie oft wird diese Einzelstory jetzt noch aufgewärmt?
12:55
...und da kam Malakostraka vom Baum geklettert und gab ein wichtiges Statement ab...danke dafür!!!!
Nun zum Artikel: ich finde das klasse, die Frau hat ein Trauma erlebt, wie es schlimmer nicht sein kann, sie hat es überlebt und trifft auf den Menschen, der ihr vielleicht das Leben gerettet hat....also ich finde, dass es allemal wichtig ist, auch solche Ereignisse zu veröffentlichen...zumal Duisburg nicht gerade für seine zivilcouragierten Bürger bekannt ist...
Ich finde solche Berichte interessanter, als der 500. Artikel über Schlägereien in Marxloh oder dem Integrationsversuche in Bruckhausen...
09:49
China:
Sack Reise liegt nun.
Mal ehrlich - langsam nevt es doch wirklich.
Die Party war echt gut, aber langsam sollte man doch mal wieder runtergekommen sein und sich dem Tagesgeschäft zuwenden.
Dann mache das doch! Ist doch kein Problem, Artikel die einen nicht interessieren auch nicht zu lesen. Oder hast du einen LP-Artikel-lese-Zwang?
Wer fragt den nach deiner Meinung?
Richtig :)
Malakostraka, warum liest Du die Berichte über die LoPa, wenn es Dich doch gar nicht interessiert? Nur um hier rumzustänkern? Ich reg mich auch nicht über Volksmusik oder Frauenzeitschriften auf - und so was kommt jede Woche, Jahr für Jahr. Wenn es also stören sollte - NICHT LESEN - ist doch so einfach